Wirtschaft | Unternehmerverband

Exportmotor Lebensmittelindustrie

Die Lebensmittelindustrie wird erstmals zu Südtirols wichtigstem Exportsektor. Südtiroler Qualitätsprodukte sind aber kein Selbstläufer.
Südtiroler Speck
Foto: Hanna Battisti
  • Die Lebensmittelindustrie hat sich in Südtirol zum Export-Champion entwickelt. Mit einem Exportvolumen von über 1,3 Milliarden Euro im Jahr 2025 ist der Lebensmittel- und Getränkesektor erstmals der wichtigste Exportbereich des Landes. Seit 2020 entspricht das einem Wachstum von knapp 50 Prozent. Weltweit gibt es eine große Nachfrage nach Südtiroler Produkten. Der wichtigste Markt bleibt jedoch Europa, so Unternehmerverbandspräsident Alexander Rieper.

    Die Sektion Lebensmittel im Unternehmerverband umfasst derzeit 37 Betriebe mit rund 4.100 Beschäftigten und ist eine zunehmend tragende Säule der Südtiroler Wirtschaft.

  • Exportvergleich: Lebensmittelindustrie hat die Nase vorn im Exportmarkt. Foto: IDM
  • Die Lebensmittelindustrie verzeichnet in den letzten Jahren starke Wachstumsraten und erreicht 2025 einen Anteil von 17 Prozent am Gesamtexportvolumen. Laut Präsident Riepers Einschätzung bleibt Europa der wichtigste Absatzraum: „Seit 2020 ist der Export in diesem Sektor somit um knapp 50 Prozent gestiegen. Wichtigster Markt ist weiterhin Europa, auch wenn wir hier in den letzten Monaten Schwierigkeiten verspüren. Gerade der Nahe Osten war ein vielversprechender Markt, ebenso die USA und Asien. Die unstabile weltweite Lage zeigt, wie wichtig es ist, laufend neue Märkte zu erschließen. Die in diesen Monaten abgeschlossenen Freihandelsabkommen der EU sind dabei eine zentrale Unterstützung für unsere Unternehmen.“

  • Wichtigste Exportmärkte: Spitzenreiter sind Deutschland, Österreich und die USA. Foto: AS/Salto
  • Wichtigster Absatzmarkt bleibt Deutschland mit rund 30 Prozent Anteil, gefolgt von Österreich über zehn Prozent und den USA mit knapp sieben Prozent. Weitere zentrale Märkte sind Frankreich, Saudi-Arabien, Belgien und die Niederlande. Noch vergleichsweise gering ist die Exporttätigkeit im Mercosur-Raum: Derzeit werden Waren im Wert von rund 2,3 Millionen Euro exportiert. Durch das geplante Freihandelsabkommen mit der EU, das ab 1. Mai 2026 vorläufig in Kraft treten soll, könnten diese Zahlen künftig deutlich steigen.

  • Südtiroler Lebensmittel sind kein Selbstläufer

    Dabei ist die hohe Nachfrage nach Südtiroler Produkten aber kein Selbstläufer. Wie Thomas Brandstätter, Präsident der Sektion Lebensmittel, betont: „Gemeinsam mit IDM arbeiten wir an dieser Herkunftsbezeichnung für unsere Produkte. Südtirol ist mit positiven Werten besetzt, die wir nutzen müssen“.

    Betrachtet man das letzte veröffentlichte IDM-Budget aus dem Jahr 2024, fällt auf, dass allein das Budget für das Messeprogramm der IDM über vier Millionen Euro betrug. Das IDM-Messeprogramm für das Jahr 2026 sieht insgesamt 27 Messen vor, 18 davon - also zwei Drittel - dienen zur Vermarktung von Südtiroler Lebensmitteln im Ausland.