Mehr Flugreisen und Hybridfahrzeuge
Dieser Artikel ist für dich kostenlos. Unabhängiger Journalismus in Südtirol braucht aber deine Unterstützung. Wir würden uns daher freuen, wenn du ein SALTO Abo abschließen würdest. Vielen Dank!
Jetzt S+ abonnierenDas Landesstatistikinstitut ASTAT hat heute Daten darüber veröffentlicht, auf welche Art und wie oft Südtirolerinnen und Südtiroler im Jahr 2024 von A nach B gelangten: Erstmals steigen nach mehreren rückläufigen Jahren die Neuzulassungen bei privaten Pkws mit 16 Prozent deutlich an, bei immer mehr Menschen fällt die Wahl dabei auf ein Benzin-Hybridfahrzeug. Außerdem verzeichnet nicht nur der öffentliche Nahverkehr im Land mit 12,2 Prozent einen Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr, sondern auch der Flughafen Bozen mit 27,4 Prozent.
E-Mobilität und Wasserstoff
Im Jahr 2024 wurden 69.181 Personenkraftwagen neu zugelassen, davon 93,4 Prozent von Unternehmen und 6,6 Prozent von natürlichen Personen. Das entspreche einem Anstieg um 14,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Obwohl 35,1 Prozent mehr Benzin-Hybridfahrzeugen als im Jahr 2023 verkauft wurden, beträgt ihr Anteil am gesamten Fahrzeugbestand in Südtirol jedoch noch 10,5 Prozent.
Trotzdem sei auf dem Automarkt eine ökologische Ausrichtung zu beobachten: 44 Prozent der neu gekauften Fahrzeuge werden entweder elektrisch (2 %), mit Hybrid-Diesel (5,3 %) oder mit Benzin-Hybrid (36,8 %) betrieben, im Gesamtbestand liegt dieser Anteil bei 14 Prozent. Der Hybridantrieb erweise sich damit als die am stärksten wachsende Technologie, nachdem der Elektroantrieb bis 2022 ein deutliches Wachstum verzeichnet hatte. Diese neue Entwicklung sei auf mehrere Faktoren zurückzuführen, wie gestiegene Nachfrage, Steueranreize, Effizienz, Nachhaltigkeit und Verfügbarkeit sowie kontinuierlich sinkende Preise für Hybridautos.
Im Vergleich zum Jahr 2023 stieg zudem die insgesamt getankte Wasserstoffmenge der zwei Tankstellen in Bozen mit Vor-Ort-Produktion um 7,3 Prozent, wobei die Menge für Busse um 8,8 Prozent zunahm und jene für Privatfahrzeuge um 1,7 Prozent zurückging.
Weniger Fahrkilometer bei Carsharing
Im Jahr 2023 gründete Carsharing Südtirol Alto Adige die AlpsGo GmbH, die in der gesamten Provinz Carsharing-Fahrzeuge zur Verfügung stellt. Im Jahr 2024 beschloss das Unternehmen, seine Fahrzeugflotte fast vollständig auf Elektrofahrzeuge umzurüsten. Insgesamt waren 42 Carsharing-Fahrzeuge an den 20 Stationen im Land verfügbar, davon 41 Elektroautos und ein Benziner. Die 1.126 aktiven Carsharing-Kunden (-6,2 % gegenüber 2023) legten 560.701 Kilometer (-10,5 %) bei etwa 6.053 Fahrten (-6,9 %) zurück.
Öffis und Fahrrad
Die Fahrgastzahlen im öffentlichen Nahverkehr sind im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 12,2 Prozent gestiegen. Insgesamt wurden in Südtirol für Bus, Bahn und Aufstiegsanlagen 43.983.233 Fahrten gebucht. Dies entspricht einem Tagesdurchschnitt von 120.502 Entwertungen und zeigt eine allgemeine Zunahme der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs in Südtirol. Der Südtirol Pass bleibt mit 15.016.838 Entwertungen der meistgenutzte Fahrschein. Die zweitgrößte Ticketkategorie nach Anzahl der Entwertungen ist das ABO+ mit 14.169.235 Entwertungen.
Besonders bemerkenswert sei außerdem die Entwicklung der Freizeitkarte (Mobilcard) für Urlaubsgäste, die 5.433.172 Entwertungen (12,4 % der Gesamtzahl) und einen jährlichen Anstieg von 53,2 Prozent verzeichnete. Diese Entwicklung weise auf eine stärkere gelegentliche und touristische Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs hin.
Ende 2024 war das übergemeindliche Radwegenetz in Südtirol 552,5 Kilometer lang, 3,9 Kilometer mehr im Vergleich zum Vorjahr. Die meisten Fahrräder, die auf den übergemeindlichen Radwegen unterwegs waren, wurden an der Zählstelle in Gargazon am Etschradweg zwischen Bozen und Meran erfasst. Diese Stelle wurde von fast 270.000 Fahrrädern passiert (-2,6 % gegenüber dem Vorjahr), gefolgt von den Zählstellen in Rabland, Staben und Tschars im Vinschgau mit jeweils rund 240.000 Durchfahrten.
Straßen und Flugzeug
Wie in den letzten Jahren sei mit Blick auf die Staats- und Landesstraßen die Schnellstraße MeBo zwischen Meran und Bozen auch im Jahr 2024 am meisten befahren: Die Zählstelle Frangart auf der MeBo verzeichnete 2024 mit 41.890 Fahrzeugen pro Tag den höchsten durchschnittlichen Tagesverkehr in Südtirol (-0,8 % gegenüber 2023). Ebenfalls auf der MeBo befinden sich die Zählstellen auf dem zweiten und dritten Platz, und zwar Vilpian und Sinich mit 32.565 bzw. 32.451 Fahrzeugen pro Tag.
Die Zählstelle mit dem höchsten durchschnittlichen Tagesverkehr außerhalb der MeBo befindet sich in Frangart (Pillhof) an der Staatsstraße 42. Hier wurden 2024 durchschnittlich 25.304 Fahrzeuge pro Tag erfasst. Anrainerinnen und Anrainer im Überetsch fordern seit Jahren wegen der hohen Verkehrsbelastung eine Umfahrung.
Wird hingegen auch die Autobahn A22 entlang der Brennerachse hinzugezogen, zeigt sich, dass im Abschnitt zwischen Bozen Süd und Neumarkt / Auer mit durchschnittlich 45.796 Fahrzeugen pro Tag am meisten Fahrzeuge verkehren – allerdings sind diese Daten aus dem Jahr 2023. „Wegen der Ausschreibung der A22-Konzession liegen uns leider keine Daten aus dem Jahr 2024 vor“, erklärt Denise De Prezzo von ASTAT.
Im Jahr 2024 wurden auf der Brennerachse 52,2 Millionen Tonnen Güter befördert (+1,0 % gegenüber 2023): 38,3 Millionen Tonnen auf der Straße (-1,3 %) und 13,9 Millionen Tonnen auf der Schiene (+7,8 %). Der Gesamtwert für 2024 ist somit gegenüber 2023 leicht gestiegen und stellt den fünftgrößten Wert dar, der seit 2006 verzeichnet wurde.
Die kommerzielle Luftfahrt verzeichnete im Jahr 2024 insgesamt 2.533 Flugbewegungen (647 Inlandsflüge, 1.886 Auslandsflüge, davon 87,6 % in die EU), was einem Anstieg um 21,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die allgemeine Luftfahrt verzeichnete hingegen 12.394 Flugbewegungen, 7,0 Prozent mehr als 2023. Die meisten Fluggäste nutzen den Bozner Flughafen in den Sommermonaten Juni, Juli und August vermutlich für die Urlaubsreise.