Wirtschaft | Transitverkehr

Die SVP und ihr „Digital Green Corridor“

A22-Ausschreibung und Transitklage: Landeshauptmann Arno Kompatscher, EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann und Kammerabgeordnete Renate Gebhard warten auf Rom und Brüssel.
Brennerautobahn AG

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Verkehrsdialog der Südtiroler Volkspartei (SVP) zur Transitroute in Franzensfeste: Rund 100 Personen folgten der Einladung am 9. Juli 2026 in die Festung Franzensfeste, teilt die SVP in einer Aussendung mit. Landeshauptmann Arno Komptascher betonte ausdrücklich, dass man den Unmut der Bevölkerung teile und zeigt sich überzeugt, dass eine Verbesserung für die Menschen über den Verhandlungsweg erreicht werden kann. In der Ausschreibung der Konzession für die Brennerautobahn A22 sehe er eine konkrete Chance dazu, auch um endlich den „Digital Green Corridor“ umzusetzen. 

Das italienische Infrastrukturministerium hatte im März dieses Jahres beschlossen, das Verfahren zur Vergabe der 50-jährigen Führung der A22 ohne das bisherige Vorzugsrecht für die Brennerautobahn AG fortzuführen. Zuvor hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) ein solches Vorzugsrecht bei öffentlichen Vergaben als unzulässig erklärt.

SVP-Treffen in Franzensfeste: von links Landesrat Peter Brunner, EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann, Kammerabgeordnete Renate Gebhard, Landeshauptmann Arno Kompatscher, Landesrätin Magdalena Amhof und SVP-Bezirksobmann Sebastian Helfer; SVP

Anfang 2025 hatten die Region Trentino-Südtirol und ihre beiden autonomen Provinzen Trient und Bozen als Mehrheitseigentümer der A22 bereits einen Vorschlag für die neue Konzession öffentlich vorgestellt. „Für wichtige Maßnahmen wie Lärmschutz, Auffangparkplätze und Ladeinfrastrukturen entfallen auf Südtirol 36 Prozent des geplanten Investitionsvolumens“, erinnert die SVP in ihrer Aussendung. 

Erst vor drei Tagen fand in Trient die Verabschiedung der Jahresbilanz 2025 der A22-Autobahngesellschaft statt. Auch dort wurde die Entschlossenheit betont, die Neuausschreibung der A22 zu gewinnen. Derzeit werden die eingereichten Teilnahmeanträge für die Konzession in Rom geprüft. 

LKW-Verkehr und Transitklage

Außerdem sei die SVP im Austausch mit Frächterverbände, um die Steuerung des LKW-Verkehrs zu optimieren. Im Raum stehen verschiedene Modelle, wie die variable Maut, Slot-Systeme oder auch eine Umweltmaut. SVP-Kammerabgeordnete in Rom, Renate Gebhard, machte in diesem Zusammenhang auf das Abfahrproblem aufmerksam: „Wir müssen es schaffen, dass der LKW-Verkehr auf der Autobahn bleibt. Es kann nicht sein, dass die LKWs auf die Landstraßen ausweichen und alles blockieren, nur weil sie hoffen dort besser weiterzukommen.“ Dafür werde man sich weiter in Rom einsetzen.

SVP-Europaabgeordneter Herbert Dorfmann zeigte sich zuversichtlich, gerade weil es auf europäischer Ebene Bewegung gibt: „Wir alle warten in Bezug auf die Transitklage Italiens gegen Österreich nun gespannt auf den Bericht des Generalstaatsanwaltes am EuGH nächste Woche und hoffen, dass damit eine Grundlage geschaffen wird, um alle beteiligten Länder an einen Tisch zu bringen und im Sinne der Europäischen Union eine stichhaltige Lösung zur besseren Lenkung des Transits auf der Brennerachse zu finden.“