Wirtschaft | Energiewende

Ultner Grundstücksbesitzer wehren sich

Die betroffenen Höfe am Larcherberg sind wegen des geplanten Pumpspeicherkraftwerks um die Wasserquellen besorgt: Mitte Juli soll ein Treffen mit Alperia stattfinden.
RudolfSimon / Wikimedia Commons

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In der Debatte zum geplanten Pumpspeicherkraftwerk in Ulten melden sich nun auch betroffene Grundstücksbesitzer zu Wort. Denn bereits die Probebohrungen am Berg führen zu Unverständnis und Unmut. „Es geht zu wie vor 60 Jahren“, sagt Veit Pircher

 

„Das gefährdet die Wasserversorgung von 40 Höfen und Häusern.“

 

Der Grundstücksbesitzer am Larcher Berg kennt die Geschichte der sechs Stauseen von den Erzählungen in seiner Familie, als im Tal im Zeitraum von nur zwei Jahrzehnten zwischen 1949 und 1969 ein komplexes Netzwerk aus Stollen, Druckleitungen und fünf Wasserkraftwerken entstand. 

Das neue Projekt im Ultental

Südtirols Landesenergiegesellschaft Alperia plant im Ultental seit dem Jahr 2023 ein neues Pumpspeicherkraftwerk zwischen Zoggler Stausee und Arzkar-Stausee am Larcherberg. Eine Volksbefragung zu dem umstrittenen Projekt ist in der Gemeinde voraussichtlich für den Frühling 2027 angesetzt, nachdem der Termin mehrmals verschoben wurde. 

Mitte Juli wird zudem eine Informationsveranstaltung im Vereinssaal St. Nikolaus stattfinden, damit Vertreter von Alperia das Projekt und die Trassenvarianten vorstellen können. Auch die Wasserversorgung, die Quellen am Larcherberg, die Baustellenlogistik und Verkehrsführung stehen auf der Tagesordnung. Bereits im Vorfeld fordert Grundstücksbesitzer Pircher Alperia zu einem offenen Dialog auf Augenhöhe auf. 

Die Probebohrungen: Für das Betreten von Privatgrund wurde von Alperia keine Erlaubnis eingeholt. privat

Denn bereits im Zuge der Probebohrungen wird am Berg gebaggert und Hubschrauber kreisen über die zukünftige Großbaustelle, die vielen im Tal Sorgen bereitet. „Für die Nutzung der Forstwege oder das Betreten von Privatgrund haben Alperia und das beauftragte Subunternehmen weder um Erlaubnis gefragt noch die Fahrtpauschale für den Forstweg bezahlt“, sagt Pircher.

Außerdem werden die Wasserläufe der Bergquellen im Gebiet durch die Bauarbeiten für das Pumpspeicherkraftwerk zwangsläufig verändert werden, egal für welche Trasse sich Alperia entscheidet. „Das gefährdet die Wasserversorgung von 40 Höfen und Häusern“, erklärt der Grundstücksbesitzer. Die Betroffenen schlagen deshalb vor, die bereits gebaute Leitung zwischen den Stauseen für das neue Kraftwerk mit einer Leistung von 400 Megawatt zu nutzen. „Damit würde die unberührte alpine Gebirgslandschaft erhalten und der Bodenverbrauch gesenkt werden“, sagt Pircher.