Die Stunde der Pharisäer
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Jetzt S+ abonnierenGrund dafür ist die Absicht der Vinzenzgemeinschaft, das in Auflösung befindliche Tertiarinnenkloster zu erwerben und dort nach dem Vorbild des HdS in Brixen ein „Haus der Solidarität“ einzurichten. Oberin Klara Rieder – sie stammt aus dem Tölderer Rieder-Clan, der für freies Denken, soziale Verantwortung und klare Aussprache bekannt ist – unterstützt das soziale Vorzeigeprojekt.
Nun schlägt aber offenkundig die Stunde der Pharisäer. Angefacht von der Liste „Bündnis Kaltern“, deren prominentestes Mitglied Rechtsaußenberserker Jürgen Wirth Anderlan ist, wächst der Widerstand gegen das Vorhaben. Getrieben von Sozialneid, Rassismus und der dumpfen Maxime „z'erscht af die eigenen Leit zu schaugn“, werden bedrohliche Szenarien von „Hotspots“ und „sozialen Brennpunkten“ an die Wand gemalt, die man in der Tourismushochburg vermeiden müsse.
Inzwischen ist auch die Kalterer SVP auf den populistischen Zug aufgesprungen und will ein bestehendes Vorkaufsrecht zugunsten der Gemeinde nutzen, um das Kloster zu erwerben und in Eigenregie Wege zu dessen sozialer Nutzung zu suchen.
Nur in einem Punkt haben die Kritiker recht: In Brixen ist tatsächlich ein Hotspot entstanden.
Dabei gilt Haus der Solidarität (HdS) in Brixen seit über 20 Jahren als eines der erfolgreichsten sozialintegrativen Projekte Mitteleuropas. Es bietet Menschen in schwierigen Lebenslagen ein Dach über dem Kopf und begleitet sie bei der beruflichen und sozialen Neu- oder Wiedereingliederung. Mehr als 1.500 Menschen haben hier bereits Unterstützung und Wege in die Zukunft gefunden. Im HdS leben Menschen unterschiedlicher Herkunft, Generationen und Lebensgeschichten zusammen und gestalten Gemeinschaft. Das Haus verbindet Nothilfe, Integration, Solidarität und Eigenverantwortung zu einem Erfolgsmodell, das weit über Südtirol hinaus Beachtung gefunden hat.
Hervorgegangen aus einem Verein und unterstützt von unzähligen Freiwilligen wird das Haus inzwischen von einer Sozialgenossenschaft mit über 100 Mitgliedern geführt, in deren Umfeld auch die BürgerInnen-Genossenschaft B*Coop Brixen entstanden ist.
In einem haben die Kalterer Pharisäer recht: In Brixen ist tatsächlich ein Hotspot entstanden. Allerdings geben sich dabei nicht Messerstecher und Kinderschänder die Klinke in die Hand, sondern Bürgerinnen und Bürger, die christliche und humanistische Werte nicht als Etikette mit sich herumtragen, sondern diese im Alltag leben und Musterbeispiele zivilgesellschaftlichen Engagements geschaffen haben. Ein Hotspot gelebter Mitmenschlichkeit, sozusagen.
Das würde Kaltern auch guttun.
Statt das vernünftige…
Statt das vernünftige Vorhaben der Vinzenz-Gemeinschaft in Brixen auch in Kaltern zu übernehmen, soll nach der pummel-witzigen Vorstellung von J W A mit dem ...? sehr fragwürdigen Vorkaufs-Recht die Gemeinde dazwischen-furzen, um „das Kloster in End- + Ergebnis-losen Planungen zu zereden ... ...!“
Unabhängig von der…
Unabhängig von der unsachlichen Berichterstattung (die SVP soll auf einen Karren aufgesprungen sein? wissen sie das, vermuten sie das oder verdrehen sie die tatsachen?) ergeht die frage an den autor was ihn befähigt den kalterern empfehlungen zu geben was ihnen gut tut? sind sie öfter in kaltern um das beurteilen zu können? haben sie mit bürgern aus kaltern gesprochen damit sie das beurteilen können?
Das sollte dann doch wohl…
Das sollte dann doch wohl jeder wissen: Denen von Kaltern sollte sich niemand erdreisten, Empfehlungen geben zu wollen. Wenn schon, dann wohl eher umgekehrt.