Wirtschaft | Eigenheim

„Förderungen so gut wie noch nie“

Das neue Bausparmodell bietet einen Zinssatz von 0,7 Prozent und eine Ausnahme für Rückkehrer – nur ein kleines Hindernis bleibt, sagt Wohnbauberater Christian Peintner.
Seehauserfoto

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„Die Förderungen für den Wohnbau sind heute so gut wie noch nie“, sagt Christian Peintner. Der Wohnbauberater der Südtiroler Sparkasse arbeitet seit mehr als 30 Jahren im Bereich Wohnbauförderungen – zuerst jahrelang beim Institut für sozialen Wohnbau (Wobi), anschließend bis zum Jahr 2024 bei der Gewerkschaft ASGB ebenfalls als Wohnbauberater. So hat er mitverfolgt, wie sich die Südtiroler Wohnbaupolitik in den letzten Jahrzehnten verändert hat. 

Ein knappes Jahr nach Einführung der Wohnbaureform zieht er ein durchaus positives Resümee: „Wer sich heute trotz galoppierender Immobilienpreise ein Eigenheim leisten will, dem stehen drei verschiedene vorteilhafte und kumulierbare Förderschienen zur Verfügung. Dieser Schritt muss anerkannt werden und hier hat sich die Landesregierung durchaus Lob verdient“, sagt Peintner. 

Christian Peintner: Der Wohnbauexperte erklärt das Bausparen für unter 36-Jährige. privat

Eine attraktive Förderschiene sei dabei ohne Zweifel das Bausparen, ob für Ansässige oder Rückkehrende aus dem Ausland. „Beim Bausparen kann ein Kredit mit dem äußerst niedrigen Fixzinssatz von 0,7 Prozent aufgenommen werden und das ist europaweit einmalig“, erklärt der Wohnbauexperte. Voraussetzung dafür ist die Einzahlung in einen Zusatzrentenfonds, für unter 36-Jährige seit einer Dauer von fünf Jahren und oberhalb dieser Altersgrenze seit acht Jahren. 

Das Bauspardarlehen wird auf Basis der eingezahlten Summe im Rentenfonds berechnet: Das Darlehen kann dabei grundsätzlich dem Doppelten oder Dreifachen der eingelegten Summe entsprechen. Für unter 36-jährige öffentliche Angestellte wird bei einer Einlage von bis zu 25.000 Euro der geliehene Betrag sogar vervierfacht. Der Höchstbetrag des Darlehens liegt bei Singles bei 150.000 Euro und bei Paaren bei 250.000 Euro.

Anreiz für Rückkehr?

„Leider ist in der Öffentlichkeit bislang recht unbekannt, dass für junge Südtirolerinnen und Südtiroler im Ausland eine sehr vorteilhafte Ausnahme gilt“, so Peintner. Wer nachweisen kann, dass sie oder er mindestens drei Jahre im Ausland gelebt, gearbeitet oder studiert hat, kann auch höhere Summen einmalig in seine neu zu gründende Rentenfonds-Position einzahlen und innerhalb von fünf Jahren nach der Rückkehr über die Bank ein Bauspardarlehen aufnehmen. Die Einzahlung muss allerdings anschließend 18 Monate im Fonds bleiben und kann nur in begründeten Fällen entnommen werden. 

„Um zum Beispiel 100.000 Euro in 20 Jahren zu stemmen, benötige ich im günstigsten Fall also ein angespartes Kapital von 25.000 Euro und für die Rückzahlung monatlich 448 Euro – das ist in Kombination mit den anderen Förderungen, die sich nach Einkommen und Familienzusammensetzung richten, machbar“, meint Peintner.

Investition ins Eigenheim?: Nicht einfach, aber auch ohne Erbe machbar, meint Christian Peintner. Seehauserfoto

Allerdings wird der Wohnsitz im Ausland derzeit nur anerkannt, wenn die Person im Melderegister der im Ausland ansässigen italienischen Staatsbürger (AIRE) eingetragen ist. „Hier müsste noch eine Anpassung an das Gesetz rientro dei cervelli vorgenommen werden“, so Peintner, „damit weniger Unsicherheit und mehr Planbarkeit für alle diejenigen herrscht, welche nach Südtirol zurückkommen, und sich ihr Eigenheim hier aufbauen wollen. Genau diese Leute mit ihrem hohen Know-how und ihrer gesammelten Erfahrungen brauchen wir im Land.“ 

Ein großer Teil werde derzeit gar nicht angesprochen, da nicht alle über das Angebot Bescheid wüssten oder nicht im AIRE-Register eingetragen sind. Das hängt auch damit zusammen, dass Studierende im Ausland keine Studienbeihilfe mehr in Südtirol beantragen dürfen, wenn sie im AIRE eingetragen sind. Für Peintner eine leicht zu korrigierende Definitionsfrage. „Dann würde das Gesetz wirklich dort ankommen, wo es gebraucht wird, nämlich bei allen jungen Südtirolerinnen und Südtirolern, die derzeit im Ausland sind, und beabsichtigen, zurückzukommen“, so der Experte.