Wirtschaft | WIFO-Barometer

Gute Aussichten für das Gastgewerbe

Die Sommererhebung des Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) zeichnet ein überwiegend positives Bild für das Jahr 2026 im Gastgewerbe. Steigende Betriebskosten, geringe Kaufkraft und die Hitze führen jedoch zu weniger Investitionen.
Der Tourismussektor ist zufrieden: 2026 arbeiteten durchschnittlich 36.500 Angestellte im Gastgewerbe Bild: Pexels

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Das Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen (WIFO) präsentierte die diesjährige Sommererhebung des Wirtschaftsbarometers. Insgesamt blickt das Gastgewerbe auf ein ertragreiches Jahr zurück. Im Schnitt meldeten nur sechs Prozent der Betriebe eine schlechte Ertragslage, für den Rest war das Jahr zumindest befriedigend oder gut. Erste Einschätzungen für das Jahr 2026 sehen ähnlich aus. 

Grund für die gute Umsatzentwicklung waren laut der Erhebung vor allem die ausländischen Gäste und höhere Preise. Investiert wird jedoch weniger, was an den möglichen Auswirkungen von Inflation und den hohen Kraftstoffpreisen liegen könnte, so das Institut. „Viele Betriebe können diese Mehrbelastungen nicht über die Preise weitergeben. Um Investitionen und Qualität zu sichern, braucht es daher verlässliche Rahmenbedingungen und spürbare Entlastungen.“, erklärt Philipp Moser, der Präsident des Wirtschftsverbandes hds. 

Anstieg seit Corona: Rund 94 Prozent des Tourismussektors bewerten die Ertragserwartungen als gut oder befriedigend. WIFO

Auch die Beschäftigung im Südtiroler Tourismussektor wächst stetig an: In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 waren im Gastgewerbe durchschnittlich 36.500 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigt, also 5,5 Prozent mehr als in der ersten Jahreshälfte 2025.

Geringe Kaufkraft und wenig Investitionen

Rund ein Drittel der Beherbergungsbranche rechnet heuer mit einer guten Ertragslage, zwei weitere Drittel mit einem zumindest zufriedenstellenden Ertrag. Besonders positive Einschätzungen kommen aus dem Wipptal, den Gebieten Salten-Schlern und Bozen. Etwas negativer fallen die Bewertungen hingegen im Überetsch und Unterland aus, wo ein Fünftel der Betriebe eine schlechte Ertragslage meldet.  

Obwohl 94 Prozent der Restaurants und 90 Prozent der Bars und Cafés mit einer zumindest zufriedenstellenden Ertragslage im Jahr 2026 rechnen, beobachten sie dennoch eine verhaltene Umsatzentwicklung und eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. 

Auch schlechte Erwartungen sind dabei: Die Restaurants und Bars stehen unter zunehmendem wirtschaftlichen Druck WIFO

Gründe dafür seien vor allem die geringere Kaufkraft der italienischen Kundschaft, erklärt das WIFO. Klaus Berger, der Präsident des Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV) meint dazu:  „Gerade diese Betriebe sind wichtige Ankerpunkte für das soziale Leben in den Dörfern und Tälern. Deshalb ist es weiterhin notwendig, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Gastronomiebetriebe zu stärken.“ Die Präsidentin des Confesercenti Südtirol, Elena Messina Bonaldi, sieht in dieser Entwicklung ein Muster: „Dieser Trend, der sich bereits im letzten Jahr abzeichnete, setzt sich nahezu linear fort. Die große Hitze, die diesen Sommer 2026 prägt, wirkt sich auch auf die Besucherzahlen in den Städten und damit auf die Einnahmen der Betriebe aus.“ Die Sommer-Sonne bringt also auch das Gastgewerbe ins Schwitzen. (vk)