Gesellschaft | Schule Meran

Neuer Campus für Handwerk und Soziales

Meran hat einen neuen Berufsschul-Campus für Handwerk und Soziales. 32 Millionen Euro wurden investiert. Die neue Landeshotelfachschule soll 60 Millionen kosten.
Neue Schule Marconi und Levinas Eröffnung
Foto: DO/SALTO
  • Die neue Heimat der italienischen Berufsschulen „Guglielmo Marconi“ und „Emmanuel Lévinas“ in Meran ist offiziell eröffnet. Mit dem Neubau am Rennstallweg investiert das Land Südtirol 32,1 Millionen Euro in einen modernen Bildungscampus für technische und soziale Berufe. Seit Februar wird bereits unterrichtet, am heutigen Dienstag folgte die offizielle Einweihung.

    Die Bauarbeiten dauerten von August 2022 bis November 2025. Der neue Komplex bietet Platz für 280 Schülerinnen und Schüler – 200 für die Berufsschule Marconi und 80 für die soziale Berufsschule Levinas.

  • Diana Palumbo: Die neuen Räumlichkeiten - eine Erleichterung für Lehrerschaft sowie Schülerinnen und Schüler. Foto: DO/SALTO
  • Junge Fachkräfte fördern und im Land behalten

    „Wir haben keine einzige Unterrichtsstunde verloren“, betonte die Direktorin der Marconi-Berufsschule Diana Palumbo bei der Eröffnung. Gemeinsam mit ihrem Team habe man den Umzug innerhalb kürzester Zeit organisiert. Bereits seit dem 2. Februar wird im neuen Gebäude unterrichtet. Die Schüler der Levinas-Berufsschule werden erst im nächsten Semester vom Standort in Bozen nach Meran verlegt. 

     

    „Früher hatten wir keine eigene Turnhalle und mussten Räume anderer Schulen nutzen“

     

    Die Zusammenführung beider Schulen, so Palumbo, sei das Ergebnis eines langen Entwicklungsprozesses. Die Planungen für den Standort reichen bis ins Jahr 2006 zurück. Besonders wichtig seien die neuen Laborräume und die verbesserten Arbeitsbedingungen für Personal und Schüler. „Früher hatten wir keine eigene Turnhalle und mussten Räume anderer Schulen nutzen“, erklärt Palumbo im Gespräch mit SALTO. Auch Lehrerzimmer und Gemeinschaftsflächen hätten zuvor gefehlt.

    Die Marconi-Schule bildet Fachkräfte für Handwerk, Industrie und Handel, die Levinas-Schule für Sozial-Berufe aus, also von Sozialbetreuern bis hin zur Ausbildung im Pflegebereich. Beim Rundgang erklären vier junge Damen begeistert, welche Dienste am Patienten sie lernen. 

    Levinas-Direktor Alberto Conci betont, wie wichtig Synergien zwischen Schule, Arbeitgebern, Gemeinde und Provinz sein werden, um Bedürfnissen des Arbeitsmarktes und des Sozialwesens sowie Schülerinnen und Schülern gerecht zu werden.

  • Christian Bianchi: „Bildung ist für uns in der Provinz der wichtigste Kostenpunkt.“ Foto: DO/SALTO
  • Mehrfach wurde bei der Eröffnung darauf verwiesen, dass Unternehmen händeringend qualifiziertes Personal suchten. Bildungslandesrat Marco Galateo sprach von einem „Zusammenspiel“ zwischen technischer und sozialer Ausbildung, das eine der Antworten auf den Fachkräftemangel sein könnte. Dem schloss sich auch Landesrat Christian Bianchi an: Die Schule solle langfristig helfen, junge Menschen im Land zu halten. Laut Bianchi verlassen jährlich rund 1.000 junge Menschen Südtirol. Moderne Ausbildungsangebote seien deshalb entscheidend.

  • Bahn Frei für die neue Ritz

    Mit dem Umzug der Marconi-Schule können die frei werdenden Räumlichkeiten für weitere Schulprojekte in Meran genutzt werden. So kündigte Landesrat Bianchi an, dass nun auch die Neugestaltung der Landeshotelfachschule Ritz vorangetrieben werden könne. Der Kostenaufwand dafür wird zurzeit auf rund 60 Millionen Euro geschätzt. Aber wie Bianchi abschließt: „Bildung ist für uns in der Provinz der wichtigste Kostenpunkt“.