„Hitze ist längst keine Ausnahme mehr“
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Jetzt S+ abonnierenMitten in der nächsten Hitzewelle fordert der Grüne Landtagsabgeordnete Zeno Oberkofler in einem neuen Beschlussantrag im Landtag, kühle und öffentlich zugängliche Orte im öffentlichen Raum und in Bildungseinrichtungen. Dass Handlungsbedarf besteht, zeigte jüngst eine besorgniserregende Meldung des Netzwerks EuroMOMO, das von der EU-Gesundheitsbehörde ECDC und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstützt wird: In Westeuropa hat die Hitzewelle Ende Juni zu mehr als 10.000 zusätzlichen Todesopfern geführt, mehr als 9.000 von ihnen waren über 65 Jahre alt. Außerdem erhitzen sich Städte wie Bozen durch die hohe Versiegelung bei Hochdruckwetterlagen stärker als Gemeinden auf dem Land.
„Diese Hitze ist längst keine Ausnahme mehr, sondern ein prägendes Merkmal unserer Sommer. Neben konsequentem Klimaschutz müssen wir uns auch an die steigenden Temperaturen anpassen. Deshalb brauchen wir öffentliche Räume, die den Menschen während der heißesten Tage Schutz bieten, angefangen bei Schulen, Kindergärten und Kitas“, so Oberkofler.
„Kühle öffentliche Räume ermöglichen es allen Menschen, sich während der heißesten Stunden des Tages zu schützen. Auch jenen, die zu Hause keine Klimaanlage haben. Davon profitieren besonders Ältere, Kinder und Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen“, erklären die Landtagsabgeordneten der Grünen Fraktion Zeno Oberkofler, Brigitte Foppa und Madeleine Rohrer. Ziel seien Hitzeschutzmaßnahmen in den Bildungseinrichtungen und die Schaffung frei zugänglicher „Cool Zones“, um die Auswirkungen hoher Temperaturen zu verringern.
Die Antwort der Landesregierung
Energie- und Klimalandesrat Peter Brunner (SVP) sieht hier vor allem die Gemeinden, aber auch die Landesressorts für Vermögen und Bildung in der Verantwortung: Die Modernisierung und Klimatisierung obliege der Gemeindepolitik und gehöre zum Maßnahmenkatalog der eigenen Klimapläne. „Im Rahmen der Klimapläne der Gemeinden werden Maßnahmen zur Klimawandelanpassung berücksichtigt. Die Gemeinden haben dabei den Auftrag, entsprechende Maßnahmen in ihre Klimapläne aufzunehmen und umzusetzen“, so Brunner.
Auch die Bildungseinrichtungen rüsten nach, bestätigt Vermögenslandesrat Christian Bianchi (Forza Italia): „Zahlreiche Schulen, die in den letzten Jahren gebaut wurden, sind mit Kühlsystemen ausgestattet, die die Temperatur in den Räumen um etwa 8 Grad gegenüber der Außentemperatur senken, um zu starke Temperaturschwankungen zu vermeiden“, sagt Bianchi. Die Installation der Kühlsysteme werde fortgeführt, beispielsweise kürzlich in der 2021 fertiggestellten Musikschule von Brixen mit Kosten von knapp 1,6 Millionen Euro. Außerdem sieht der Landesrat auch Nachholbedarf beim Zivilschutzplan in Sachen Hitzewellen.
Ebenso das Ressort von Landesrat Brunner unterstützt verschiedene Ansätze zur Anpassung an den Klimawandel, wie beispielsweise das EU-Projekt GRACE. Das Projekt beschäftigt sich mit naturbasierten Lösungen wie begrünten Dächern in hochverdichteten städtischen Räumen. „Solche Maßnahmen können einen wichtigen Beitrag leisten, um Hitzeeffekte zu reduzieren und die Lebensqualität in unseren Siedlungsräumen zu verbessern“, erklärt Brunner.