Kommt die Verbindung Rosskopf-Ladurns?
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Jetzt S+ abonnierenKurz vor der Sitzung des Sterzinger Stadtrates am Mittwoch, 15. Juli, schlägt der Alpenverein Südtirol Alarm. In einem offenen Brief fordern die AVS-Sektion Wipptal und das AVS-Referat für Natur und Umwelt die Stadtregierung dazu auf, den Schutzstatus des Vallmingtales nicht anzutasten. Hinter der geplanten Änderung des Landschaftsplanes vermutet der Alpenverein nämlich einen weiteren Schritt in Richtung der seit Jahren diskutierten Skigebietsverbindung zwischen Rosskopf und Ladurns.
Die Stadt Sterzing hatte Anfang Juli angekündigt, in einer der nächsten Sitzungen Ergänzungen zu den Artikeln 2 und 8 der Durchführungsbestimmungen des Landschaftsplanes zu behandeln. Artikel 2 betrifft nach Angaben des AVS unter anderem das Landschaftsschutzgebiet Vallming, Artikel 8 die „Aufstiegsanlagen und Hochspannungsleitungen“.
Eingriff ins Vallmingtal
Das Landschaftsschutzgebiet Vallming liegt nördlich des Rosskopfes zwischen den Skigebieten Rosskopf und Ladurns. Im Zentrum befindet sich das historische Almdorf Vallming mit seinen Almwirtschaftsgebäuden. Auch die offizielle Südtiroler Tourismusseite beschreibt das Almendorf als in seiner Ursprünglichkeit erhalten. Die stark touristisch genutzten Süd- und Südosthänge des Rosskopfes stehen damit im Kontrast zum vergleichsweise wenig erschlossenen Vallmingtal. Aber gerade diese Lage macht das Gebiet für die geplante Skigebietsverbindung bedeutsam. Nach Darstellung des AVS soll das Vallmingtal von einer Pendelbahn überquert werden. Der Alpenverein befürchtet nun, dass durch die Änderung der Durchführungsbestimmungen die rechtlichen Voraussetzungen dafür gelockert werden könnten.
Die Pläne für einen Zusammenschluss sind nicht neu. In Vergangenheit wurde bereits neben weiteren Ausbauprojekten am Rosskopf eine Seilbahnverbindung über das Vallmingtal nach Ladurns diskutiert. Auch damals hatte der AVS ebenfalls vor einer weiteren touristischen Erschließung des Gebietes gewarnt. Laut Angaben des Vereins wurde 2018 schon einmal versucht, einen Zusatz in den Landschaftsplan aufzunehmen, der die Verbindung ermöglichen sollte.
„Brauchen wir diese Entwicklung auch bei uns?“
„Der Überflug durch die geplante Pendelbahn würde diese wunderschöne Landschaft zerstören“, erklärt Alfred Plank, Leiter der AVS-Sektion Wipptal. Die unberührten Naturräume in den Seitentälern seien eines der größten Güter des Wipptals, und das für die einheimische Bevölkerung ebenso wie für die Gäste.
Plank verweist dabei auf die Folgen des starken Tourismusdrucks in anderen Südtiroler Tälern: „Wir sehen die Auswüchse des Übertourismus in den anderen Tälern. Brauchen wir solche Entwicklungen auch bei uns?“ Auch die Landesleitung des Alpenvereins spricht sich gegen das Projekt aus. „Die Erschließung unserer Bergwelt ist abgeschlossen“, erklärt Klaus Bliem, Leiter des AVS-Referates für Natur und Umwelt. Die Verbindung zwischen Rosskopf und Ladurns sei ein überdimensioniertes Vorhaben, bei dem Schäden an Natur und Landschaft in Kauf genommen würden, um zusätzlichen Besucherdruck zu erzeugen.
Der AVS fordert die Mitglieder des Sterzinger Stadtrates deshalb auf, kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen nicht den Vorrang zu geben. Der bestehende Schutz des Vallmingtales müsse erhalten bleiben.