Wirtschaft | Bettenstopp

Athesia AG hält an 600 Betten fest

Das 600-Betten-Projekt in Schnals ist nicht vom Tisch: Die Athesia AG will die Verlängerung bestehender Bettenrechte nutzen – verteilt auf mehrere Tochtergesellschaften.
Peter Stürz: Der Chief Operating Officer der Athesia AG erklärt die Pläne für das Schnalstal. Bild: Mauro Podini / SALTO

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Die Athesia AG will weiterhin an ihrem Vorhaben festhalten, in der Tourismuszone „Kurzras II“ in Schnals 600 Gästebetten zu realisieren. Das bestätigt Peter Stürz, Chief Operating Officer der Athesia AG, auf Nachfrage. 

Möglich ist das, weil Schnals zu den 56 Südtiroler Gemeinden gehört, in denen eine Verlängerung bestehender Bettenrechte unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist. Denn die Landesregierung hatte im April dieses Jahres eine entsprechende Änderung der Regelung zur Bettenobergrenze beschlossen: Strukturschwache und von Abwanderung betroffene Gemeinden haben die Möglichkeit, bestehende Bettenrechte um fünf Jahre zu verlängern: Mehr Zeit für Eigentümer, um ihre Projekte voranzubringen. 

Für eine Verlängerung ist die Zustimmung des Gemeinderats erforderlich. Andernfalls verfallen die Bettenrechte wie anderenorts am 22. September 2026. Im Fall der Gemeinde Schnals ist eine politische Unterstützung des Projekts jedenfalls zu erwarten. Bürgermeister Peter Grüner (SVP) arbeitet für das Skigebiet der Schnalstaler Gletscherbahn als Leiter der Verwaltung, er erhofft sich durch mehr Gästebetten eine höhere Auslastung der Aufstiegsanlagen.

Das Skigebiet am Talschluss: Die Athesia AG ist seit dem Jahr 2018 Hauptaktionär der Schnalstaler Gletscherbahn AG. Mauro Podini / SALTO

Für Athesia ist diese Regelung entscheidend. Denn die Gruppe hatte ursprünglich ein großes Hotelprojekt mit 600 Betten in Kurzras geplant, das sogenannte „Almdorf“ im Talschluss von Schnals. Das Vorhaben sorgte bereits in der Vergangenheit für Diskussionen, unter anderem wegen seiner Dimension und der Nähe zu einem sensiblen Moorgebiet. 

Verlagsgruppe investiert in Tourismus

Die Athesia Gruppe, seit 2018 Hauptaktionär der Schnalstaler Gletscherbahn, besitzt neben dem Sporthotel Kurzras und dem Glacier Hotel Grawand im Schnalstal unter anderem auch das Hotel Villa Capri am Gardasee, Castel Fahlburg in Prissian und sie hält eine 50-Prozent-Beteiligung am Hotel Therme Meran und am Hotel Wiesenhof in Algund. 

Athesia und ihre Tochtergesellschaften

„Wir werden diese Möglichkeit für die gesamten 600 Betten der Tourismuszone Kurzras II zu Gunsten unserer Betriebe in Anspruch nehmen“, erklärt Stürz. Die Tourismuszone Kurzras II stehe im Eigentum mehrerer Tochtergesellschaften der Athesia-Gruppe und diese besitzen mehrere Tourismuszonen, Baurechte oder bestehende Betriebe an unterschiedlichen Standorten. Laut Stürz würden diese Gesellschaften jeweils „individuelle Hotelkonzepte“ innerhalb der Tourismuszone beziehungsweise auf ihren Eigentumsanteilen realisieren. 

Das ist deshalb interessant, weil die Landesregierung bei der Zuweisung von neuen Gästebetten bereits im Jahr 2022 die Höchstgrenze von 150 Betten pro Betrieb festgelegt hat. Die Regelung bezieht sich damit auf den einzelnen Betrieb und nicht auf die gesamte Tourismuszone. Rein rechnerisch könnten vier Betriebe mit jeweils 150 Betten damit insgesamt 600 Betten umfassen. 

320 Betten bereits auf dem Weg

In der Zwischenzeit sind in Kurzras bereits zwei andere Athesia-Projekte im Juni genehmigt worden: die Sanierung und Erweiterung des Sporthotels Kurzras sowie ein Neubau mit 70 Apartments. Zusammen geht es um rund 320 Betten. Das 600-Betten-Projekt ist aber offenbar noch nicht vom Tisch.