Wirtschaft | Überetsch

Kellerei investiert in Ex-Bahnhofsremise

Versiegelte Fläche neu nutzen: Land, Gemeinde und Kellereigenossenschaft planen in Kaltern einen Pendler-Parkplatz, Wohnungen und Geschäfte. Die Sanierung ist nun der erste Schritt.
Bahnhofsremise Kaltern
Foto: Landesdenkmalamt
  • Bei dem Areal der alten Kellerei und des ehemaligen Bahnhofs in Kaltern geht es voran: Auf Vorschlag von Landesrat Christian Bianchi (Forza Italia) hat die Landesregierung letzte Woche die technischen Eigenschaften sowie die Ausgaben für die Umweltsanierung genehmigt. Saniert werden nur Flächen, die dem Land Südtirol gehören, im Rahmen der Vereinbarung übertragen werden und eine Umweltsanierung benötigen.

    Die Verunreinigungen seien auf die frühere Nutzung als Bahnhof der Überetscher Tram zurückzuführen. „Es handelt sich um geringfügige Überschreitungen bei einigen Schwermetallen – namentlich Kupfer, Zink und Blei – sowie bei polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK)“, erklärt Giulio Angelucci, Direktor vom Amt für Abfallwirtschaft. „Da sie nicht den Anforderungen für eine Wohnnutzung entsprechen, ist eine Sanierung erforderlich.“

  • Die Kellerei Kaltern: Sie will auf dem alten Bahnhofsareal Wohnraum und Handelsflächen schaffen. Foto: Kellerei Cantina Kaltern
  • Das betroffene Areal rund um den ehemaligen Bahnhof umfasst rund 2.700 Quadratmeter. Untersuchungen haben gezeigt, dass der Boden bis zu einer Tiefe von etwa 1,5 Metern verunreinigt ist – Kostenpunkt knapp 1,3 Millionen Euro. „Mit diesem Eingriff machen wir einen konkreten Schritt zur Aufwertung eines strategisch wichtigen Areals für Kaltern“, erklärt Bianchi.

    Wie Bürgermeister Christoph Pillon (SVP) bestätigt, sollen in Zusammenarbeit mit dem Land und der lokalen Kellereigenossenschaft konventionierte Wohnungen und Handelsflächen mit einem Supermarkt entstehen. Außerdem will das Land auf der Fläche einen Parkplatz für Pendlerinnen und Pendler einrichten, die dann mit dem Bus weiter nach Bozen fahren können. Das Projekt war noch unter der ehemaligen Bürgermeisterin Gertrud Benin Bernard im September 2024 vom Gemeinderat in Kaltern genehmigt worden. 

  • Der Tauschvertrag

    Im Rahmen der Vereinbarung muss die Kellerei Kaltern der Gemeinde als sogenannte Planmehrwert-Abgabe rund 2,5 Millionen Euro entrichten und eine Reihe an Auflagen erfüllen. Das Areal mitten im Dorfgebiet gehört großteils der Kellereigenossenschaft, kleine Flächenanteile waren zuvor in Bestitz der Gemeinde oder des Landes. Der 63-seitige Tauschvertrag war innerhalb von rund vier Jahren ausgearbeitet worden.

    Das Areal mit dem Filmtreff von Kaltern ist nicht im Projekt enthalten und bleibt bestehen.