„Der Mensch ist in Zukunft knappes Gut“
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Jetzt S+ abonnierenDie Südtiroler Wirtschaft hat das erste Halbjahr 2026 besser überstanden, als es die geopolitischen Krisen und der neuerliche Anstieg der Energiepreise zunächst befürchten ließen. Die Beschäftigung wächst, die Unternehmen nehmen wieder mehr Kredite auf und der Tourismus verzeichnet steigende Übernachtungszahlen.
Für Entwarnung sieht AFI-Direktor Stefan Perini dennoch keinen Grund: Nach einer erstmals vorgestellten Auswertung von INPS-Daten zu Lohngefälle und Lohndynamiken stiegen die Bruttolöhne der Vollzeitbeschäftigten im Südtiroler Privatsektor zwischen 2014 und 2024 nominal um 21,5 Prozent. Im selben Zeitraum erhöhten sich die Lebenshaltungskosten jedoch um 27,3 Prozent. Die Lohnentwicklung konnte damit nur rund drei Viertel der Teuerung der Lebenskosten ausgleichen. Trotz höherer Gehälter sehen wir uns somit mit realem Kaufkraftverlust konfrontiert.
Robuster Arbeitsmarkt, aber „stille Reserve“ noch zu aktivieren
Auf den ersten Blick präsentiert sich der Arbeitsmarkt weiterhin robust. In den ersten sechs Monaten des Jahres waren im Durchschnitt rund 234.400 Menschen beschäftigt. Das entspricht einem Zuwachs von zwei Prozent oder rund 4.600 Arbeitsplätzen gegenüber dem Vorjahreszeitraum, was zu rund 40 Prozent dem Gastgewerbe zu verdanken ist. Zudem schrumpft die Arbeitslosenquote laut jüngster ASTAT-Publikation auf 1,8 Prozent. Dennoch finden die Betriebe immer schwerer Personal. Ein wachsender Teil der zusätzlichen Arbeitskräfte stammt von außerhalb Südtirols.
Gleichzeitig erhebt ASTAT im ersten Jahresquartal 2026 eine „stille Reserve“ von knapp 8.000 Menschen, die grundsätzlich arbeiten könnten, dem Arbeitsmarkt derzeit aber nicht unmittelbar zur Verfügung stehen. Arbeitslandesrätin Magdalena Amhof bezifferte das zusätzliche Arbeitskräftepotenzial in Südtirol sogar auf rund 14.000 Personen. Etwa 5.000 davon seien aktiv auf Arbeitssuche; in dieser Gruppe liege der Männeranteil bei rund 55 bis 60 Prozent. Weitere 5.000 bis 6.000 Menschen würden grundsätzlich gerne arbeiten, suchten derzeit aber nicht aktiv nach einer Stelle – etwa weil Betreuungsangebote fehlen oder sie Angehörige pflegen. Hier stellten Frauen mit 55 bis 60 Prozent die Mehrheit. Hinzu kämen rund 3.000 Personen, die unfreiwillig in Teilzeit arbeiten, beispielsweise wegen einer Ausbildung oder unzureichender Betreuungsstrukturen. In dieser Gruppe betrage der Frauenanteil rund 70 Prozent. „Um diese Potenziale zu aktivieren, müssen wir die Rahmenbedingungen schaffen; Stichwort: Kleinkindbetreuung und Pflege“, so Amhof.
„Wenn junge Menschen früh gute Erfahrungen auf dem Südtiroler Arbeitsmarkt machen, ist der Anreiz, hierzubleiben, deutlich größer.“
Als Hauptursache des Braindrains bezeichnet Amhof die Ausbildung außerhalb Südtirols: Viele junge Menschen knüpften während des Studiums anderswo berufliche und persönliche Bindungen und kehrten anschließend nicht mehr zurück. Gegenüber SALTO erklärt die Landesrätin, dass ein Maßnahmenplan zur Rückholung und Bindung von Fachkräften derzeit mit den zuständigen Landesräten abgestimmt werde. Als konkrete Maßnahme nennt Amhof aber bereits den Ausbau der berufsspezialisierenden Lehre. Damit sollen junge Menschen bereits nach der Matura für eine Tätigkeit in Südtirol gewonnen und direkt am Arbeitsplatz ausgebildet werden.
Auch die ab dem kommenden Jahr vorgesehenen Orientierungspraktika sollen besser bezahlt und qualitativ aufgewertet werden. „Wenn junge Menschen früh gute Erfahrungen auf dem Südtiroler Arbeitsmarkt machen, ist der Anreiz, hierzubleiben, deutlich größer“, sagt Amhof.
Stefan Perini nennt als notwendige Maßnahmen: Die öffentliche Hand müsse mit attraktiveren Löhnen im öffentlichen Dienst als gutes Beispiel vorangehen. Auch die Privatwirtschaft müsse hier nachziehen. Steueranreize könnten hierbei strategisch für vorbildliche Unternehmen gesetzt werden. „Es muss die Sensibilität entstehen, dass der Mensch in Zukunft das knappe Gut ist, das heißt die Bezahlung muss dem angemessen sein“, betont Perini. Dabei bleibt die finanzielle Lage für einen beträchtlichen Teil der Haushalte angespannt. Laut AFI-Umfrage geben nur zwanzig Prozent der Befragten an, mit dem eigenen Einkommen gut über die Runden zu kommen, zwei Prozent geben an, sehr leicht bis ans Monatsende zu kommen; der Rest hat Schwierigkeiten. 44 Prozent erwarten, in den kommenden zwölf Monaten keine Rücklagen bilden zu können.
Projekt Lohnspiegel
Das AFI will die Entwicklung rund um Löhne künftig im Rahmen eines eigenen Lohnspiegels regelmäßig beobachten. Dazu wurden für die heutige Pressekonferenz bereits Daten aufbereitet, um einen Überblick über die Lohnsituation im Land zu geben. Im italienischen Vergleich steht Südtirol dennoch verhältnismäßig gut da. Die Löhne im Privatsektor liegen laut AFI im Durchschnitt rund zehn Prozent über dem gesamtstaatlichen Niveau. Zehn Jahre zuvor betrug der Vorsprung noch vier Prozent. Im Provinzvergleich liegt Südtirol damit hinter Mailand und Rom an dritter Stelle.
Von diesem Vorsprung profitieren vor allem Arbeiterinnen und Arbeiter sowie Angestellte. Allerdings entwickelten sich deren Löhne in den vergangenen zehn Jahren schwächer als jene von Führungskräften. Wir finden uns jedoch in einem schwierigen Kontext wieder.
Betrachtet man die Entwicklung der Reallöhne in der internationalen Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bildet Italien mit Japan und Griechenland das Schlusslicht. Als Gründe dafür werden wenig Innovationskraft, eine kleinbetriebliche Wirtschaftsstruktur, schwache Produktivität, das Nord-Süd-Gefälle, der demografische Wandel, träge Kollektivvertragsverhandlungen und eine „interne Abwertung“ seit Abhandenkommens des Währungshebels genannt.
Der Tourismus ist in…
Der Tourismus ist in Südtirol (von der Kompatscher-Regierung -I D M- gestopft) für die 20 % höheren LEBENSHALTUNGs-KOSTEN verantwortlich, trägt aber in Folge läppischen angeblich die (Miss) Wirtschaft fördernden ABSCHREIBE-GESETZE, nur mit 12 % zum Sozial-Produkt bei!
... + Schulers-Bettenbefeurungs-Gesetz, wird von den eigen-artigen Leuchten Walcher - Brunner - Alfreider mit sehr viel Beton kräftig weiter weiter befeuert ...!
Betonieren bringt allgemein…
Betonieren bringt allgemein nur Geld für die Südtiroler Looby.