Ein Tanz durch die Zwischenwelten
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Jetzt S+ abonnierenAm Montag ging es los, am Samstag ist Finale: Das einzigartige Community-Tanzprojekt für Jugendliche biegt in Mühlbach auf die Zielgerade ein. Heuer erforschen die Teilnehmer das spannende Motto „Zwischen Welten“. Ein Blick hinter die Kulissen eines intensiven Spagats, in nur einer einzigen Woche ein komplettes Bühnenstück aus dem Nichts zu erschaffen. Es ist Mitte der Woche. In den Proberäumen in Mühlbach mischt sich der Schweiß des intensiven Trainings mit der konzentrierten Stille kreativer Prozesse. Das Community-Tanzprojekt, das in Südtirol in dieser Form einzigartig ist, feiert in diesem Jahr bereits sein 11. Jubiläum. Seit Montag trainieren hier Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren. Das Besondere: Hier begegnen sich professionelle einheimische Choreografinnen und junge Menschen aller Hintergründe auf Augenhöhe, um gemeinsam etwas Großes zu erschaffen.
Die „Zwischenwelten“ der Jugendlichen
Das diesjährige Motto lautet „Zwischen Welten“. Im kreativen Prozess durften die Jugendlichen selbst erzählen, was für sie persönlich eine „andere Welt“ bedeutet. Die Antworten der Teenager waren so ehrlich wie berührend: Viele nannten den Rückzug in die Musik, das Ausbrechen aus dem stressigen Schulalltag und das Entfliehen vor dem täglichen Leistungsdruck als ihre ganz persönliche Zwischenwelt.
Einige stehen zum allerersten Mal auf einer Tanzbühne, andere sind bereits „Wiederholungstäter“ und seit Jahren treue Fans des Camps.
Genau diese Gedanken fließen nun direkt in die Performance ein. Die drei Choreografen haben zwar ein Konzept im Kopf, lassen den Jugendlichen aber extrem viel kreativen Freiraum, um sich selbst, ihre eigenen Ideen und ihre Persönlichkeit einzubringen. In diesem Jahr besteht die Gruppe aus 13 Teilnehmern – 12 Mädchen und ein Junge. Die Mischung ist spannend: Einige stehen zum allerersten Mal auf einer Tanzbühne, andere sind bereits „Wiederholungstäter“ und seit Jahren treue Fans des Camps.
„Sie sind alle extrem positiv gestartet und die Stimmung in der Gruppe ist richtig gut“, freut sich Sarah Merler, die gemeinsam mit der erfahrenen Tänzerin Anastasia Kostner das Camp leitet. Die Jugendlichen tauchen heuer in gleich drei verschiedene Tanzstile ein – vom klassischen Ballett über Contemporary bis hin zu einer echten Premiere: Zum allerersten Mal steht in diesem Jahr auch Hip-Hop auf dem Programm. Dafür hat sich das Team Verstärkung geholt: Der Hip-Hop-Tänzer und -Lehrer Maicol Mariz ist neu im Boot. Für ihn ist Hip-Hop weit mehr als nur coole Moves: „Er ist ein Raum, in dem jeder die eigene Energie spüren kann. Ich freue mich riesig, diese Kraft mit den Jugendlichen zu teilen und neue Ausdrucksformen zu finden.“
Natürlich bringt die bunte Gruppe auch Herausforderungen mit sich. „Einige tun sich sehr leicht damit, sich körperlich auszudrücken. Andere, die ganz neu dabei sind, müssen da erst ein wenig hineinfinden“, erklärt Sarah Merler. Zudem sitzt den Profis die Zeit im Nacken. Bis Samstag muss eine komplette, bühnenreife Abschlussvorstellung stehen. „Es ist für uns Lehrpersonen jedes Mal eine Herausforderung, innerhalb von nur einer Woche ein ganzes Stück auf die Beine zu stellen. Es ist extrem intensiv, aber am Ende klappt es eigentlich jedes Jahr wunderbar“, so Merler schmunzelnd.
Am kommenden Samstag ist es so weit: Das erarbeitete Stück „Zwischen Welten“ wird in Mühlbach öffentlich präsentiert. Auch wenn meistens stolze Eltern, Geschwister und Großeltern das Publikum bilden – die schöpferische Kraft und der Mut, den diese 13 Jugendlichen in dieser Woche zeigen, hätten eine ganz große Bühne verdient.
Zum Projekt
Die Abschlussvorstellung des Community-Tanzprojekts findet an diesem Samstag im Herz-Jesu-Institut in Mühlbach statt. Organisatorisch getragen wird die Community Dance Academy – die ursprünglich aus dem Projekt „Tanz in den Schulen“ hervorgegangen ist – vom Südtiroler Tanzkollektiv. Dieses hat sich 2006 als Zusammenschluss der Vereine idea, Muspilli, Tadanz, Tanzschmiede/Fucinadanza, Nocheintango und Errante Teatro Danza formiert.
Die Arbeitsgruppe – bestehend aus Doris Plankl, Ewald Kontschieder, Iosu Lezameta, Martina Marini, Sarah Merler und Sabrina Fraternali – fördert den zeitgenössischen Tanz in der Region zudem über das Festival ALPS MOVE. Dieses renommierte Tanz-Theater-Festival gibt sowohl jungen Talenten als auch etablierten Südtiroler Kunstschaffenden, die teils im Ausland tätig sind, eine Bühne in ihrer Heimat und bringt internationale Strömungen nach Südtirol. Weitere Informationen finden Sie unter www.tanzkollektiv.it.