Wenn Maria zu Killdegard wird
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Die Sportart Rollerderby ist in Südtirol viel weniger bekannt als Fußball oder Eishockey. Doch bereits seit beinahe 15 Jahren gibt es auch in Bozen eine offizielle Mannschaft. Das Besondere an dem Nischensport: Die Teams setzen sich fast ausschließlich aus Frauen zusammen.
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Teamgeist auf Rollen
„Es ist die perfekte Mischung aus Strategie und Sport und es macht einfach Spaß“, so beschreibt die 25-jährige Maria Hafner Rollerderby. Ihr Team heißt „Alp’n Rockets“. Die Bozner Mannschaft gibt es seit 2012 und sie spielt in der Italienmeisterschaft des Rollerderbys mit. Letztes Jahr konnten sie sogar den dritten Platz ergattern und einige der Bozner Spielerinnen sind im italienischen Nationalkader.
Das Motto des Teams lautet: Divided we fall, united we wall. „Wir sind ein Team in jeder Hinsicht. Das Miteinander ist einfach toll, wenn man sich gegenseitig pusht und motiviert, damit man das Beste aus sich herausholt“, sagt Maria. Ihre Teamkollegin Lena beschreibt die Mannschaft als „coolen Haufen“: „Wir sind ein Mix aus Jüngeren und etwas Älteren, mit unterschiedlichen Lebenseinstellungen und Lebensgeschichten, Italienisch- und Deutschsprachige.“
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Rollerderby: Die Grundlagen
Zwei Teams zu fünf Spielerinnen auf Rollschuhen spielen auf einer ovalen Bahn gegeneinander. Gespielt wird 60 Minuten lang, aufgeteilt in zwei Halbzeiten zu je 30 Minuten. Jedes Team hat eine Jammerin: Diese startet etwas weiter hinten auf der Bahn und versucht, die gegnerischen Spielerinnen zu überholen. Die restlichen vier Spielerinnen werden als Pack bezeichnet: Sie versuchen, die eigene Jammerin durchzulassen, und blockieren gleichzeitig die gegnerische Jammerin, um sie am Überholen zu hindern.
Sobald die Jammerin das Pack vollständig passiert hat, beginnt die Wertungsphase. Sie umrundet die Bahn und durchquert anschließend erneut das Pack. Für jede gegnerische Spielerin, die sie dabei überholt, erhält ihr Team einen Punkt. Roller Derby ist ein Vollkontaktsport: Körperlicher Einsatz wie Schubsen oder Abdrängen ist erlaubt, unterliegt jedoch klaren Regeln. Verboten sind unter anderem Schläge, der Einsatz von Ellbogen sowie Angriffe gegen Kopf oder Rücken.
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Eine neue Identität
Das Rollerderby kommt aus der Punkbewegung der 80er und 90er Jahre. Damals war es noch mehr Show und weniger Sport. Seitdem ist es gang und gäbe, dass man sich ein Alter Ego gibt. „Meistens ist es ein Wortwitz mit dem eigenen Namen. Christiane, die im Spiel etwas grob wird, gibt sich den Namen Grobiane. Anna heißt Hannibal, weil es so ähnlich klingt und ich habe Killdegard gewählt, um meine Gegnerinnen einzuschüchtern“, erklärt Maria.
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Lives in Motion
Questa serie di SALTO presenta ritratti di sportivi e del loro impegno quotidiano.
In dieser SALTO-Serie präsentieren wir Portraits von Athletinnen und Athleten und ihrem Einsatz. -
Sport ohne Grenzen
Die Rollerderby-Philosophie dreht sich um Inklusivität, Stärke und Offenheit und will Stereotypen von Weiblichkeit und Männlichkeit aufbrechen: „Es geht darum, eine Welt zu schaffen, in der Sport für jede und jeden zugänglich ist. Egal welches Geschlecht, welche Körperform oder Identität du hast – du bist bei uns willkommen und akzeptiert“, erklärt Anna, eine der Trainerinnen der Alp’n Rockets. Dieses Jahr findet zum Beispiel auch eine „Männer“-Weltmeisterschaft statt, an der aber viele unterschiedliche Menschen teilnehmen können.
„Es ist auf jeden Fall ein queer-feministischer Sport, in dem jede Geschlechtsidentität und jede Körperform einen Platz findet und eine Position zu spielen hat“, erklärt Maria. Kräftigere und stabilere Spielerinnen seien als Blockerinnen im Vorteil, während kleinere und wendigere Spielerinnen als Angreiferinnen leichter am Block vorbeikämen. Veronica – im Rollerderby als Derotola bekannt – betont, dass es für das Team besonders wichtig sei, auch Trans-Personen einen Platz im Sport zu bieten.
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Am morgigen Samstag findet von 15 bis 18 Uhr der Open Day der „Alp’n Rockets“ in der Turnhalle Schwarzenbach in Auer statt. Vorkenntnisse sind nicht nötig, bei vorzeitiger Anmeldung kann die Ausrüstung auch zur Verfügung gestellt werden. Hier geht es zum Anmeldeformular.
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