Kultur | Bahnhof Bozen

Eine kleine Zugfahrt

Eine Reise von Süden kommend zum Bahnhof Bozen
Hinweis: Dies ist ein Partner-Artikel und spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung der SALTO-Redaktion wider.
Bahnhof Parma
Foto: Wikipedia
  • Neulich hatte ich das Vergnügen, Norditalien mit dem Zug zu bereisen. Italien, was für ein verrücktes Land! 

    Als ich mit dem Auto zum Bahnhof von La Spezia gebracht wurde, konnte man dort direkt unter dem Bahnhof parken und nach oben zu den Gleisen gehen. Als ich in Parma ausgestiegen bin, konnte ich vom Gleis mit dem Aufzug zwei Stockwerke nach unten fahren und direkt zu Auto-, Taxi- und Busverkehr wechseln. Am nächsten Tag musste ich in Bologna umsteigen. Dort gab es sowohl direkt vor dem Bahnhof wie direkt dahinter dutzende Bushaltestellen, sogar eine Einschienenbahn zum Flughafen stand zur Auswahl. Aus dem Staunen herausgekommen und wieder am Boden der Tatsachen angelangt, bin ich am Bahnhof Bozen. Dort stand ich vor dem Bahnhof mit meinem Gepäck plötzlich vor der Entscheidung, 8 Minuten nach links oder 8 Minuten nach rechts zur jeweils nächsten Bushaltestelle zu gehen. Im Grunde war es egal – den Busanschluss würde ich sowieso verpassen, was die Umsteigezeit so oder so auf über 1 Stunde verlängert.

     

    Da der Bahnhof oft das Erste ist, was Besucher von einer Stadt wahrnehmen, prägt er maßgeblich das Gesamtbild und den ersten Eindruck.

     

    Hätte der Zug doch nur Verspätung gehabt! Dort hatte ich Sitzplatz, Tisch und Internet, die neue Bushaltestelle „am Bahnhof“ nicht mal einen Platz im Schatten. Vielleicht ist Südtirol ja wirklich nicht Italien.