Wirtschaft | Architektur

Ausgezeichneter Kiosk zu klein geplant

Die Meraner Stadtregierung will den Kiosk an der Sommerpromenade mit einem Lagerraum erweitern, um endlich einen Pächter zu finden. Bis dahin bleibt er weiterhin leer.
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Der Kiosk an der Meraner Sommerpromenade bleibt vorerst geschlossen. Das erklärt Vermögensstadtrat Nerio Zaccaria (Alleanza per Merano). „Wir beabsichtigen, ein Lager für den Kiosk einzurichten, daher haben wir derzeit nicht vor, eine Ausschreibung durchzuführen“, sagt Zaccaria.

 

Das von der Architektenkammer ausgezeichnete Gebäude sei von der damaligen Stadtregierung scheinbar nicht zweckmäßig geplant worden.

 

Wirtschaftsstadträtin Barbara Hölzl erklärt, dass eine Pacht des Kiosks derzeit nicht attraktiv genug für Wirtschaftstreibende sei. Mehrere Ausschreibungen sind bisher erfolglos geblieben. „Es fehlt ein Lagerraum und eine Außenfläche, wo Tische aufgestellt werden können“, sagt die Stadträtin. Das von der Südtiroler Architektenkammer 2022 ausgezeichnete Gebäude sei von der damaligen Stadtregierung nicht zweckmäßig geplant worden. 

Der 2020 fertiggestellte Kiosk war noch unter der Regierungskoalition von SVP und Grünen in Auftrag gegeben worden. Die Architektenkammer lobte bei der Auszeichnung das Projekt des Büros von Architektin Maria Magdalena Inderst: Die grün-weiße Fassade stelle ein farbliches Pendent zur historischen Wandelhalle der Promenade dar und stehe damit in der Tradition der umliegenden Holzbauten. Das für ein gastronomisches Angebot offenbar zu klein geplante Gebäude muss nun also erweitert werden, bevor es erstmals seinen Zweck erfüllen kann. 

Stellungnahme der Gemeinde Meran

„Dass der Kiosk am Steinernen Steg bis heute keinen Pächter findet, kann der beauftragten Architektin Maria Magdalena Inderst nicht angelastet werden. Im Gegenteil: Für die architektonische Gestaltung wurde ihr Projekt von der Architektenkammer ausgezeichnet“, so die Meraner Stadträtin Barbara Hölzl.

Die Vorgaben für Größe und Ausgestaltung des Kiosks seien nicht von der Architektin, sondern von der damaligen Stadtregierung unter Bürgermeister Paul Rösch festgelegt worden. „Auch die Entscheidung, den vorhandenen Lagerraum der Stadtgärtnerei zuzuweisen und damit dem Kioskbetrieb zu entziehen, wurde damals getroffen“, erklärt die Stadträtin.

Nach den bisherigen Rückmeldungen von Interessenten seien genau diese Rahmenbedingungen die größten Hürden für eine Vergabe. „Hinzu kommt, dass die Lage wirtschaftlich anspruchsvoll ist, da der Kiosk im Wesentlichen nur während der warmen Monate betrieben werden kann“, so Hölzl weiter.

Die Verantwortung für die derzeitige Situation der Architektin zuzuschieben, sei daher aus ihrer Sicht nicht gerechtfertigt. „Sie hat nach den Vorgaben der Gemeinde geplant. Die Entscheidungen, die den Betrieb heute erschweren, wurden damals von der Gemeinde getroffen“, betont Hölzl. Soll der Kiosk künftig erfolgreich vergeben werden, müssten stattdessen die Rahmenbedingungen verbessert werden. „Etwa indem der Lagerraum künftig dem Kioskbetrieb zur Verfügung steht und eine neue Lösung für die Stadtgärtnerei gefunden wird“, sagt die Stadträtin.


Aktualisiert am 26.06.26, um 16:30 Uhr.

Aktualisierung und Anmerkung der Redaktion (24.06.2026):

In einem Zwischentitel wurde die Formulierung präzisiert, um zu klären, wer die Planungsentscheidungen zu verantworten hat. Es heißt nun: „Das von der Architektenkammer ausgezeichnete Gebäude sei von der Stadtregierung scheinbar nicht zweckmäßig geplant worden.“

Arch. Maria Magdalena Inderst hat uns außerdem gebeten, folgende Richtigstellung zu veröffentlichen:

„Mein Entwurf für den Kiosk an der Meraner Sommerpromenade entstand auf Basis einer älteren Planung eines Kollegen. Mir wurde ausdrücklich aufgetragen, den Kiosk kleiner als den vorliegenden Vorentwurf zu gestalten; der spätere Nutzungszweck wurde mir zum Zeitpunkt der Planung nicht mitgeteilt. Das Projekt wurde von den zuständigen Kommissionen begutachtet und genehmigt.

Unterhalb des Kiosks wurde sehr wohl ein Lagerraum geplant und errichtet. Dieser wurde jedoch von der Stadtgemeinde Meran der Stadtgärtnerei zugewiesen und steht dem Kiosk daher nicht zur Verfügung.

In meinem ersten Vorentwurf war eine auskragende Plattform vor dem Kiosk für Tische und Stühle vorgesehen. Dieser Vorschlag wurde in der Planungsphase von der Stadtgemeinde Meran abgelehnt.“