Film | SALTO AL CINEMA

Berge und Väter

Gestern feierte der Doku-Film „Simon Messner – Aus dem Schatten“ Südtirol-Premiere. SALTO war dabei und hat den Protagonisten, die Regisseurin und den Produzenten befragt.
Der Blick nach oben: Der Protagonist in einem Filmausschnitt von „Simon Messner - Aus dem Schatten“. Bild: beetz brothers film production/ Franz Hinterbrandner

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Das Bergsteigen wird im neuen Kinofilm „Simon Messner – Aus dem Schatten“ durch verschiedene Linsen betrachtet: Der Protagonist Simon Messner bezeichnet es als ein Spiel, bei dem man versucht, einen Gipfel zu erreichen. „Und wenn es nicht möglich ist, dreht man um und kommt wieder oder man kommt nicht wieder“, hört man Messners Stimme zu Beginn des Films sagen. Seine Beziehung zum Klettern sei „eine Art Hass-Liebe“. Sein berühmter Vater Reinhold Messner vergleicht es in einem alten Videoausschnitt mit einer Sucht.

Kurz vor Filmbeginn im Kinosaal. SALTO/ahh

Der Film begleitet den jungen Alpinisten Messner bei dem Versuch, den 6.700 Meter hohen Chumik Kangri in Pakistan erstzubesteigen. Aber die Dokumentation geht über den klassischen Bergsteigerfilm hinaus, weil die Regisseurin Veronika Kaserer – auch sie stammt ebenso wie der Produzent Georg Tschurtschenthaler aus Südtirol – viel Platz der emotionalen Innenwelt Messners einräumt. „Ich bin mir sicher, dass ich sehr viele Themen in diesem Film gefunden habe, die universell sind. Deswegen muss man nicht Bergsteiger sein, um diesen Film anzuschauen“, sagte sie SALTO kurz vor der Südtirol-Premiere im Bozner Filmclub.

Mauro Podini/SALTO

Unter anderem erzählt Messner davon, wie er gelernt hat mit seiner Höhenangst umzugehen, die ihn bereits als Kind und auch in der Pubertät geplagt hat. Zentrales Motiv im Film ist das Vatersein: Einige Monate vor der Bergtour war Simon Vater einer Tochter geworden und das beeinflusste seine Einstellung zum Klettern: „Es hat mich sehr viel vorsichtiger gemacht“, so Messner.

Zwischen Gipfeln und Nachwuchs: Simon Messner mit seiner Tochter. beetz brothers film production/Daniel Mazza

Auch die beinahe kafkaeske Vaterfigur Reinhold bleibt im Film ständig präsent. „Ich habe relativ früh gemerkt, dass mein Vater Schwierigkeiten damit hat, dass der eigene Sohn auch bergsteigt und das hat uns über die Jahre ein bisschen auseinandergebracht“, erzählt er SALTO im Interview. Wie die Berge werfen auch Väter ihre Schatten.

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