Umwelt | Critical Mass

Brixen tritt in die Pedale

Die erste Critical Mass in Brixen: Rund 100 Menschen haben am Freitag ein Zeichen gesetzt für eine fahrradfreundliche Stadt. Ihre Botschaft: „Wir blockieren nicht den Verkehr – wir sind Verkehr“.
Am vergangenen Freitag fand zum ersten Mal in Brixen eine Aktion der Fahrradbewegung „Critical Mass“ statt. Bild: Critical Mass Brixen

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Am vergangenen Freitag fand zum ersten Mal in Brixen eine Critical Mass statt: Etwa hundert Personen sind zusammengekommen, um gemeinsam vom Domplatz durch die Straßen zu radeln. 

Critical Mass, englisch für „kritische Masse“, ist eine weltweite, spontane Bewegung, bei der Menschen zusammen durch Innenstädte radeln und dabei auf mehr Sicherheit und eine bessere Fahrradinfrastruktur aufmerksam machen wollen.

Radeln durch Brixen: Rund 100 Menschen haben sich am Freitag auf den Sattel geschwungen, um gemeinsam ein Zeichen zu setzen für eine lebenswerte Stadt. Critical Mass Brixen

Brixen radelt mit

Durch Fahrradklingeln, Musik aus der Soundbox und ausgelassenem Gelächter machten rund hundert Fahrradaktivistinnen und -aktivisten in Brixen lautstark sichtbar, welchen Platz das Fahrrad im urbanen Verkehr einnehmen kann: eine Einladung dazu, die Stadt aus einer anderen Perspektive zu erleben. „Wir haben gemeinsam einen besonderen Moment geschaffen“, beschreibt das Organisationsteam mit Initiator Florian Dariz, Waltraud Klapfer und Robert Di Maggio die erste Ausgabe in Brixen. „Und gleichzeitig gezeigt, dass Radfahren in Brixen mehr sein kann als reine Fortbewegung“.

„Critical Mass“-Bewegung

1992 entstand die Initiative in San Francisco aus einer lokalen Fahrradbewegung heraus. Der Begriff „Critical Mass“ geht zurück auf den Dokumentarfilm Return of the Scorcher, der zeigt, wie sich Radfahrerinnen und Radfahrer in China sammeln, um gemeinsam eine stark befahrene Kreuzung zu überqueren.

Im Kern geht es bis heute um eine einfache Botschaft: „We don’t block traffic, we are traffic!“ „Wir blockieren nicht den Verkehr, wir sind der Verkehr“. Die Bewegung richtet sich dabei nicht grundsätzlich gegen Autos, vielmehr geht es darum, aufzuzeigen, dass Fahrräder ein selbstverständlicher Teil des Verkehrs sind. Ziel ist es, dass möglichst viele Menschen ihre Mobilitätsform frei wählen können.

Die große Beteiligung an der ersten Critical Mass sei für das Organisationsteam ein Zeichen, dass in Brixen ein Bedürfnis nach einer anderen Mobilitätskultur besteht: Besonders hier, wo viele Wege gut mit dem Fahrrad erreichbar sind, sei eine bessere Infrastruktur wichtig, um den Verkehr zu reduzieren und die Lebensqualität der Menschen zu verbessern. 

„Eine Stadt funktioniert dann gut, wenn unterschiedliche Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer ihren Platz haben und miteinander auskommen.“

Was am Freitag passiert ist, sei erst der Anfang gewesen. Das Organisationsteam hat bereits eine weitere Veranstaltung angekündigt: Der genaue Termin soll in den kommenden Wochen bekannt gegeben werden. 

Critical Mass: Zum ersten Mal fand die Radbewegung auch in Brixen statt. Für das Organisationsteam ist klar: „Brixen hat uns gezeigt, dass es Lust auf mehr gibt. Was am Freitag passiert ist, ist für uns erst der Anfang.“ Critical Mass Brixen

Jede und jeder sei eingeladen, sich an der Bewegung zu beteiligen – egal, ob regelmäßige Radlerinnen, gelegentliche Fahrradfahrer oder grundsätzlich Interessierte an einer lebenswerten Stadt. „Wir wollen wachsen – als Bewegung für eine Stadt, in der Menschen gerne unterwegs sind.“

(vh)