ROOFTOP meldet sich intim zurück
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Jetzt S+ abonnierenSALTO: Lukas, nach eineinhalb Jahren Pause kommt an diesem Freitag deine neue Single heraus. Hat sich dein Sound in dieser Zeit verändert?
Lukas Augscheller: Ich würde eher von einer Weiterentwicklung im Produktionsstil sprechen. Mein Stil war immer schon relativ offen und lässt sich nicht zu hundert Prozent in ein einziges Genre pressen – sehr zum Leidwesen mancher Leute, die sich eine klare Schiene wünschen würden (lacht).
Kann es nicht auch einengend sein, sich immer starr an dieselbe Musikrichtung zu halten?
Genau. Ich finde in den allermeisten Musikrichtungen etwas, das mir kreativ Freude macht. Deshalb schränke ich mich ungern ein. Ich mache das, was mir gefällt und was im Prozess ganz automatisch entsteht. Beim kreativen Arbeiten passiert schließlich vieles, das man vorher gar nicht planen konnte.
ROOFTOP & Lukas Augscheller
Hinter dem Musikprojekt ROOFTOP steckt der Südtiroler Sänger, Songwriter und Produzent Lukas Augscheller. Bekannt für ein breites Stil-Spektrum zwischen intimem Singer-Songwriter-Pop und energiereichen Live-Arrangements (von Solo bis zur 7-köpfigen Showband), meldet er sich nach eineinhalb Jahren Pause mit der Single „Before We Have To“ (Release: 24. Juli 2026) zurück. Der Song entstand im gemeinsam mit seiner Partnerin und Produzentin Fabienne Runggaldier geführten Homestudio in Kaltern. Der Ort dient mittlerweile auch als kreativer Treffpunkt für Artists wie Tracy Merano oder BbenoB. Passend zum Release feiert Augscheller heute, am 20. Juli 2026 in der CRAFT Bar in Barcelona zudem seine internationale Live-Premiere als Solo-Act.
Wie ist „Before We Have To“ entstanden? War zuerst die Melodie da oder der Text?
Bei mir läuft das meistens fließend ab: Text, Melodie und Gitarre entstehen gleichzeitig. Diesmal gab es zuerst diesen einen Satz: „Make sure that all the love is felt before we have to leave.“ Der Gedanke dahinter: Wir müssen irgendwann alle gehen, deshalb sollte man die Liebe, die da ist, zeigen und auskosten. Der Song ist im Kontext mit meiner Freundin entstanden, mit der ich zusammengezogen bin und nun auch das Studio betreibe. Dass der Release so lange gedauert hat, lag schlicht am Umzug ins neue Homestudio. Der Song existierte über ein Jahr lang nur mit Akustikgitarre und Gesang, bevor ich zum Produzieren kam.
Deine Freundin Fabienne Runggaldier und du arbeitet als Produzententeam zusammen. Wie teilt ihr euch die Rollen im Studio auf?
Eine fixe Aufteilung gibt es zum Glück nicht. Fabiennes Stärken liegen im Technischen: Sie ist eine fantastische Sängerin und Keyboarderin, hat aber vor allem ein exzellentes Gehör für das Mixen und Mastern.
Fabienne ist extrem stark im modernen Pop-Bereich, während ich eher in der akustischen, etwas handgemachteren Welt zuhause bin.
Ich sehe mich eher beim Schreiben der Texte. Was wir beide sehr gerne machen, ist das Produzieren: Fabienne ist extrem stark im modernen Pop-Bereich, während ich eher in der akustischen, etwas handgemachteren Welt zuhause bin. Wenn wir die drei Sparten Schreiben, Produzieren und Mixen hernehmen: Ich schreibe und produziere, Fabienne produziert und mixt.
Ihr produziert auch für andere Südtiroler Acts wie Tracy Merano. Wie läuft so eine Zusammenarbeit ab?
Wir schreiben und produzieren gemeinsam mit den Artists in den Sessions. Bei Tracy habe ich beispielsweise viele Texte mitgeschrieben und Fabienne hat produziert. Wir sind dann als Team für sie da.
Beeinflusst diese Arbeit mit anderen Künstlern auch eure eigene Musik?
Absolut, es ist eine tolle Herausforderung. Wenn man alleine Songs schreibt, ist es eine rein intime, kreative Sache. Wenn man gemeinsam schreibt und produziert, bekommt das fast ein Start-up-Feeling. Man sitzt wie in einem Meeting zusammen und sucht im Brainstorming ohne Ego-Geschichten nach der besten Lösung für den Song.
Du trittst heute in der CRAFT Bar in Barcelona auf. Wie kam es zu diesem internationalen Slot?
Ich bin privat gerne auf Städtetrips in Musikbars unterwegs. Als der Trip nach Spanien feststand, habe ich einfach ein paar Live-Musik-Bars angeschrieben und mich angeboten. So hat sich dieser Auftritt ergeben – quasi als kleiner Tourstopp.
Du stehst dort solo auf der Bühne. Bist du nervös?
Ehrlich gesagt ja! Ich habe eigentlich immer Lampenfieber bis zum ersten Song. Wenn der vorbei ist, geht es meistens. Was mich diesmal etwas nervös macht, ist die Sprachbarriere: Wenn ich solo spiele, erzähle ich zwischen den Songs gerne persönliche Geschichten, damit die intimen Lieder mehr Kontext bekommen. Da mein Spanisch nicht ausreicht, hoffe ich, dass die Leute vor Ort gut Englisch verstehen. Aber die Spanier sind ein tolles, dankbares Publikum, deshalb mache ich mir da eigentlich keine Sorgen.