Zwischen Bomben und Bühnen
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Jetzt S+ abonnieren„Ein Kontrapunkt zu den Bomben“. Mit diesem Satz fasst Peter Paul Kainrath die diesjährige Ausgabe von Transart zusammen. Der langjährige Direktor des Festivals wählte diese resümierenden Worte, da mehrere teilnehmende Künstlerinnen und Künstler aus Ländern stammen, von denen wir täglich in den Nachrichten hören.
Zum einen das iranische Ensemble Sepidar, das direkt aus seiner Heimat anreist, um ein Konzert mit traditioneller und zeitgenössischer persischer Musik in der Gärtnerei Schullian zu geben. Außerdem wird das Kollektiv Opera Aperta aus Kiew das Musiktheaterstück „Mōdraniht. Songs of Winter War“ aufführen, das es vor einigen Wochen in einer ersten Fassung bei den Wiener Festwochen präsentiert hat. „Sie haben es unter dem Bombenhagel des Krieges entwickelt, unter dem sie seit mehr als vier Jahren leben“, erzählt Kainrath bei der heutigen Pressekonferenz.
Schlag auf Schlag
In der bereits 26. Ausgabe von Transart kommt innerhalb von etwas mehr als einer Woche – vom 10. bis 20. September – so einiges auf die Kunst- und Musikbegeisterten in Südtirol zu. Transart 26 wird mit einem Knall eröffnet, genauer gesagt mit einem „CRASH“: „Das Festival wird mit einem fallenden Klavier starten“, so beschreibt es André Comploi, der künstlerische Leiter des Haydn-Orchesters, den Medienvertreterinnen und -vertretern. Das Video eines aus acht Metern fallenden und zerschellenden Klaviers wird mit dem Haydn-Orchester und einer Klavierperformance in Dialog treten, bei der italienischen Erstaufführung von Simon Steen-Andersens „Piano Concerto“.
Zwei Tage darauf, am 12. September, wird Giorgio Moroders Einfluss auf die zeitgenössische Musikkultur im Symposium „Sounds Like the Future“ an der Freien Universität Bozen beleuchtet. Am selben Abend zeigt die Band Xiu Xius audiovisuelle Neuinterpretation von David Lynchs Debütfilm „Eraserhead“, ein Projekt, das in Zusammenarbeit mit dem Museion entstand: „Sie werden vor den collagierten Filmelementen verschiedene Klang-Elemente miteinander kombinieren, aus selbstgemachten Instrumenten und Synthesizern. Inhaltlich widmet sich Xiu Xiu existenziellen Themen, wie psychischen Abgründen, Sexualität und Tod“, so Leonie Radine, Kuratorin des Museions.
Der siebenstündige Filmklassiker „Sátántangó“ von Béla Tarr wird in voller Länge gezeigt werden, in Anknüpfung an die Begegnung mit dem Literaturnobelpreisträger László Krasznahorkai bei Literature Lana im August. Auch Südtiroler Künstlern wird bei der Transart Raum geboten: Etwa Felix Nussbaumer, der als Teil des Trios OUU!D in der BASIS Vinschgau auftritt, und der junge heimische Komponist Manuel Zwerger, der eine musikalische Matinee mit dem Titel „The Sanatorium of Soft Gravity“ in Neumarkt präsentieren wird. Des Weiteren stehen singende Opernsängerinnen und -sänger auf Laufbändern, zwei Flamenco-Abende und eine Performance mit Maskierten auf dem Programm der diesjährigen Ausgabe von Transart.
Die Höhepunkte des Festivals
Was genau Publikumsmagnet Florentina Holzinger – die mit ihrem Beitrag bei der Biennale in Venedig für Aufruhr gesorgt hat – bei Transart vorstellen wird, ist derzeit noch „großes Rätselraten“, da Holzinger selbst noch nicht genau wisse, was sie machen wird, aber „wir haben großes Vetrauen in sie“, so Kainrath. Was man bereits weiß: Das Projekt „ALPEN ÉTUDE“ soll an ihre Arbeit für den Österreichischen Pavillon der diesjährigen Biennale anknüpfen. Und in irgendeiner Form soll ein Heißluftballon vorkommen. Aufführungsort und genauere Informationen werden erst zu Festivalbeginn bekannt gegeben.
Weiteres Highlight: Patti Smith kehrt nach 16 Jahren zu Transart zurück. Bereits 2010 war sie Teil des Festivals. Smith wird im Zuge des Postludiums am 29. November im NOI Techpark auftreten. Unter dem Konzerttitel „Words and Music – Where Francis Walked“ wird sie Franz von Assisi einen Abend widmen. In diesem Jahr ist der 800. Todestag vom Heiligen Franziskus, während Smith vier Wochen nach ihrem Auftritt ihren 80. Geburtstag feiert.
Neue Frau an der Spitze
Mit dem Programm der Transart 26 wurde auch der Führungswechsel an der Spitze des Vereins Transart bei der Pressekonferenz bekanntgegeben. Daniela Niederstätter wird die neue Präsidentin, mit Arianna Giudiceandrea als neuer Vizepräsidentin an ihrer Seite. Niederstätter übernimmt die Position von Tanja Pichler, die seit 2022 in dieser Funktion tätig war. Ebenfalls seit sechs Jahren ist der Vorstand des Vereins mit fünf jungen Südtiroler Unternehmerinnen besetzt. „In diesem Sinne wird dieses kollektive Board weiterhin auf diesen Verein schauen, gemeinsam mit dem Team weiterentwickeln und Visionen nach vorne treiben“, sagt Niederstätter.
Hier können Sie das gesamte Transart-Programm 2026 überblicken.