Zukunftsmission: doppelte Ernte
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Jetzt S+ abonnierenDer Schmied, Schlosser, Bauer und Erfinder Kurt Raffl setzt seine Konstruktion in Bewegung. Über den Baumreihen öffnet sich die dachartige Abdeckung und der Wind beginnt, zwischen den Äpfeln, Kirschen und Trauben zu rauschen, die er im selbstgebauten Agrarkurtsystem, auf einer 400 Quadratmeter großen Versuchsfläche vor seinem Haflingerhof anbaut. Bei Regen, Hagel, zu starker Sonne oder Frost kann die Folie wieder eingefahren werden. Was hier auf dem Naturnser Sonnenberg in Untervinschgau steht, erinnert zunächst an eine Mischung aus Hagelschutz, Markise und Gewächshaus. Doch hinter der Konstruktion steckt weit mehr, als auf den ersten Blick sichtbar ist. Raffl bricht es herunter: „Wir können ein eigenes Raumklima schaffen“.
Auch die Grundidee, die hinter dem jahrelang entwickelten Projekt steht, ist eine erstaunlich einfache: Herkömmliche Hagelnetze halten dem heutigen Klima einfach nicht mehr stand. Statt landwirtschaftliche Kulturen dauerhaft unter Netze zu stellen, soll eine bewegliche Konstruktion dann eingreifen, wenn die Pflanzen tatsächlich Schutz brauchen, Licht und Wind einlassen, wenn die Pflanzen Wärme und Dynamik brauchen, und auf klimatische Veränderungen reagieren können. Ganz einfach: Bei gutem Wetter bleibt sie offen. Wird es zu heiß, droht Hagel oder Starkregen, kann sie per Knopfdruck geschlossen werden.
Der Entwickler betont klar: „Meine Erfindung ist weder fertig ausgefeilt noch makellos, aber ein entschiedener Schritt in eine Zukunft, die kommt, ob wir es wollen oder nicht“. Und dafür will er ganzheitliche Lösungen anbieten: Regenwasser lässt sich auffangen und speichern, Pestizide können drastisch bis auf ein Minimum reduzier werden, Abdrift soll zum Problem der Vergangenheit und auf der Konstruktion künftig effizient Solarstrom erzeugt werden.
Aus der Frostlösung wird ein Forschungszentrum
Die Idee entstand nicht am Schreibtisch. „2017 richtete ein Frostereignis in den Apfelwiesen meines Cousins Schäden an. Da ich früher großflächige Schneelastmarkisen und Beschattungssysteme gebaut habe, dämmerte mir eine Lösung für das Problem“, erzählt Raffl. Als er mit seiner Frau den Hof am Sonnenberg übernahm, fasste er einen Entschluss: „Wir machen ein Forschungszentrum.“ Seit 2020 experimentiert und tüftelt er intensiv an seiner Erfindung, dem „Agrarkurtsystem“, das er selbst geplant und finanziert hat. Dabei handelt es sich um ein bewegliches Schutz- und Energiesystem für die Landwirtschaft.
„Dabei brauche ich nur ein Drittel der Menge an Pflanzenschutzmitteln herkömmlicher Plantagen.“
Was heute auf dem Hof steht, ist kein fertiges Serienprodukt. Raffl hat eine 400 Quadratmeter große Versuchsanlage aufgebaut und mit einem Prototyp seines Systems überdacht. Daneben liegen in seiner Werkstatt weitere Entwicklungsstufen: Konstruktionen für den Weinbau, bewegliche Elemente, Versuche mit flexibler Photovoltaik. Der Erfinder sagt von sich selbst: „Ich bin der Techniker. bei Metallurgie und Konstruktion kenne ich mich aus. Einen grünen Daumen habe ich allerdings nicht.“
Und der Prototyp scheint zu funktionieren. Die Saison ist voll im Gange und die Äpfel sehen aus und schmecken, wie Äpfel, die von einer herkömmlichen Plantage kommen. Und hier kommt das nächste Staunen. Das Obst ist vielleicht minimal kleiner, aber farbstark, knackig und süß „und dabei brauche ich nur ein Drittel der Menge an Pflanzenschutzmitteln herkömmlicher Plantagen“, unterbricht Raffl das Schmatzen des Redakteurs.
Er untermauert dies mit einer Rückstandsanalyse der Laimburg aus dem Jahr 2025, die zeigt, dass sich Raffls Ansatz auch in den Früchten niederschlagen könnte: In einer untersuchten Probe der Apfelsorte Morgenduft blieben fast alle geprüften Pflanzenschutzmittel weit unter der jeweiligen Bestimmungsgrenze.
„Viele Pilzkrankheiten werden durch Regen und den feuchten, tropischen Klimabedingungen unter den Hagelnetzen begünstigt“, erklärt Raffl. Sein Ansatz: „Wenn Niederschlag für die Kulturen problematisch wird, schließt sich die Anlage. Brauchen die Früchte Wind, Sonne, Trockenheit, öffnet man sie.“ Dadurch, so seine Erwartung und seine Erfahrung aus der Versuchsanlage, könne der Einsatz von Fungiziden erheblich reduziert werden.
Vollständige Pestizidfreiheit verspricht die Realität auf dem Hof nicht. Raffl erzählt selbst: „Bei einzelnen Kulturen in bestimmten Situationen biologische mussten wir Pflanzenschutzmittel einsetzen“. Für ihn ist das allerdings kein Widerspruch. Sein Ziel sei nicht, Landwirtschaft mit einem Zaubertrick frei von jedem Eingriff zu machen, sondern die Notwendigkeit für große Produktionen möglichst weit zu reduzieren und drängende Probleme zu lösen, für die es bis dato keine wirkliche Lösung gibt, so wie etwa für die Abdrift. „Muss gespritzt werden, kann die Konstruktion die Ausbreitung der Sprühwolke auf angrenzende Grundstücke reduzieren. Ich denke: Gerade dort, wo Obstwiesen unmittelbar an Wohngebiete, Gärten oder Beherbergungsbetriebe grenzen, könnte das von großem Nutzen sein“, betont Raffl.
„Durch die Etsch fließt das Wasser der letzten Gletscher und damit wassern wir die Äpfel.“
Täglich mit dem Sommerthema der Wasserknappheit konfrontiert, fällt sofort die nächste Funktion ins Auge: die Wassersammelbecken zwischen den Baumzeilen. „Regen, der auf das ausgefahrene Dach fällt, kann gesammelt, in einem Container gespeichert und für die Bewässerung nutzbar gemacht werden. Gleichzeitig verhindert die Folie, dass Feuchtigkeit im Boden zu rasch verdunstet und Bodenfeuchtigkeit länger beibeahlten werden kann“, erklärt Raffl.
Auch zu traditionellen Frostschutzsystemen, die große Wassermengen für die Beregnung im Frühjahr verbrauchen, sieht Raffl in seinem System einen anderen Weg: „Das geschlossene Dach soll einen Teil der vom Boden abgegebenen Wärme im Bestand halten. Dadurch kann der Wasserbedarf bei der Frostschutzberegnung massiv sinken“. Er schildert die zukunftsträchtige Idee: „Durch die Etsch fließt das Wasser der letzten Gletscher und damit wassern wir die Äpfel. Es gilt also möglichst dann Wasser einzusparen, wenn es vorhanden ist, und Verluste zu vermeiden, wenn es knapp wird“.
Auch das Thema Mikroplastik lässt Raffl grübeln: „Direkt vor unserer Haustür verwittern riesige Kunststoffnetze jahrelang unter Sonne, Wind und Wetter. Meine Schutzfolie wird nur bei Bedarf ausgefahren und bleibt ansonsten eingerollt und vor Witterung geschützt.“ Der mögliche Vorteil liegt auf der Hand: weniger dauerhafte Kunststoffexposition, weniger Verschleiß und damit potenziell weniger Mikroplastik. Wie groß dieser Effekt tatsächlich ist, müsste noch unabhängig quantifiziert werden.
Doppelernte, der ersehnte Business-Case?
Im Diskurs um nachhaltige Innovationen, heißt es stets, dass Nachhaltigkeit zum Business-Case werden muss, um in der Gesellschaft und Wirtschaft Fuß zu fassen. Viele Bäuerinnen und Bauern in Südtirol wären heute schon glücklich, wenn ihre Ernte wieder ein Business-Case wäre. „Was, wenn beide Probleme dieselbe Lösung hätten?“ Raffl hat seine Konstruktion mit Agri-Photovoltaik verbunden und verfolgt einen Ansatz, der sich von den gängigen Agri-PV-Anlagen unterscheidet. „Die Solarmodule liegen nicht als vollständig geschlossenes Glasdach über der Fläche, sondern werden punktuell an den Pfeilern integriert. Dadurch wirken geringere Windlasten auf das Gestell und es werde weniger Material benötigt“, schildert Raffl.
Unten wachsen Äpfel, Trauben oder Beeren. Oben entsteht Strom. „Ein Bauer kann dieselbe Fläche zweimal nutzen“, so Raffl. Für eine Anlage auf einem Hektar rechnet Raffl mit einer Photovoltaikleistung in der Größenordnung von 360 bis 400 Kilowatt.
„In industrieller Fertigung werden diese Anlagen einen Bruchteil der gängigen Agri-PV-Anlagen kosten“, ist sich Raffl sicher. Noch spricht er nur von Zielwerten, nicht von Preisen eines Serienprodukts. Hinzu kämen laut Raffl noch Einsparungen bei Pflanzenschutzmitteln, Bewässerungs- und Strombedarf. Die Frage, ob sein System teurer ist als ein Hagelnetz, erscheint beim grübelnden Blick auf die Plantagen-Landschaft im untervinschger Talkessel tatsächlich immer obsoleter.
Zu schön, um wahr zu sein?
Kurt Raffl macht keinen Hehl daraus, dass die Arbeit an seinen Komponenten noch nicht abgeschlossen ist. „Die Anlage am Sonnenberg habe ich handwerklich entwickelt und gebaut, eine industrielle Fertigung ist nochmal etwas anderes“, betont Raffl. Aber dieser Schritt erscheint seinen Aussagen zufolge nicht weit entfernt.
Sicher, in der Serie müssten Profile gewalzt, Bauteile standardisiert und Produktionsabläufe entwickelt werden. Dazu kommen Statik, Zertifizierungen, Patente, Genehmigungen und Kapital. Das holistische Konzept des Agrarkurtsystems weckt jedoch bereits jetzt handfestes internationales Interesse. „Ich hatte bereits Delegationen und interessierte Gäste aus Marokko, der Schweiz, Afrika und aus dem Nahen Osten bei mir zu Gast“. Internationales Interesse ist zwar noch nicht gleichbedeutend mit einer internationalen Referenzanlage und Strukturen im Ausland wurden auch noch keine realisiert. Doch die Anlage auf seinem Hof ist eben auch mehr als eine Zeichnung. Sie steht da und ist funktional. Sie lässt sich öffnen und schließen. Darunter wachsen Obstkulturen.
Potenzial sieht darin auch der Freie Landtagsabgeordnete Andreas Leiter Reber. Solche Systeme könnten bei einem entsprechenden gesetzlichen Rahmen so errichtet werden, „dass sie Landwirtschaft ermöglichen und landschaftlich nicht mehr beeinträchtigen als Hagelnetze“.
Leiter Reber zieht dabei einen Vergleich zur früheren Energieversorgung der Höfe: „War früher ausschließlich die Wasserkraft der natürliche Energieträger, mit dem die Sägen und Mühlen auf den Höfen angetrieben wurden, so ist es heute der Solarstrom, der immer mehr Maschinen und künftig auch den Fuhrpark günstig versorgen kann.“
Von großflächigen Photovoltaikfeldern hält Leiter Reber wenig. Landwirtschaftlichen Betrieben müsse aber eine zeitgemäße Eigenversorgung ermöglicht werden. Das Land solle deshalb vom derzeitigen Verbot abrücken und jedem Hof zumindest eine bestimmte Fläche für Solarpaneele zugestehen, für den Eigenbedarf und zur Amortisierung der Investition, so der Landtagsabgeordnete.
Raffl sieht sich auf Mission, der ungewissen, auch unsicheren Zukunft Taten entgegenzusetzen. Er versteht sein Agrarkurtsystem nicht als einzelne technische Lösung für die Landwirtschaft, sondern als Ausgangspunkt eines dezentralen Gesamtsystems: Nahrung unten, Energie oben, Speicherung und Nutzung möglichst vor Ort, Kreislaufwirtschaft.
Ob aus dem Prototyp am Naturnser Sonnenberg tatsächlich ein System für Landwirtschaft im großen Maßstab wird, muss sich erst zeigen. Während etwa das Verbrenner-Aus oder die CO₂‑Neutralität immer weiter nach hinten verschoben werden, arbeitet Raffl in seinem Forschungszentrum daran, das stetig unberechenbarere Klima technisch steuerbar zu machen, und denkt Energiegemeinschaften und Lebensmittelnetzwerke zusammen. Raffl dabei als bloßen Träumer abzutun, würde übersehen, was auf seinem Hof bereits steht.
-D i e- von der OST- +WEIN…
-D i e- von der OST- +WEIN-WIRTSCHAFT höre ich schon bei -i h r e m- Landes-Rat mit bewegter weinerlicher Stimme seufzen: „Ohne Beiträge geht das nicht ...!“
Antwort auf -D i e- von der OST- +WEIN… von Josef Fulterer
...oder die darunter…
...oder die darunter wachsenden Produkte für den Endkonsumenten unbezahlbar!
Antwort auf ...oder die darunter… von Robert Zagler
Guten Morgen Herr Zagler,…
Guten Morgen Herr Zagler,
wirklich unbezahlbar wird es für den Endkonsumenten und vor allem für die kommenden Generationen, wenn die Landwirtschaft exakt so weitermacht wie bisher: mit übermäßigem Wasserverbrauch, massivem Pestizideinsatz, Bodenverdichtung und der schleichenden Vergiftung unserer Böden und Flüsse durch Mikroplastik aus verwitternden Hagelnetzen. Die wahren Kosten dieser Praxis sehen wir nicht unverzüglich auf dem Kassenbon, aber die ökologischen und ökonomischen Folgeschäden werden uns noch richtig treffen.
Natürlich erfordert das Agrarkurtsystem eine Anfangsinvestition, aber es packt die akuten Probleme an der Wurzel. Wer den Text und die vorliegenden Daten richtig liest, versteht schnell das wirtschaftliche Potenzial:
* Wir sprechen hier von einem Return on Investment (ROI) von etwa 4,5 bis 8,9 Jahren durch massive Einsparungen bei den Betriebskosten.
* Das ist eine Rentabilität, die für viele Betriebe ein absoluter Traum wäre, da wir die Flächen doppelt nutzen und zweimal ernten: absolut sichere Lebensmittel unten, Solarstrom oben.
* Das System eliminiert die Abdrift von Pestiziden zu 100 % und senkt den Wasserverbrauch drastisch.
Das Ganze wird jedoch erst dann richtig interessant, wenn wir über den Tellerrand hinausschauen und den Strom-Aspekt verstehen. Wenn wir den massiven Solarstrom-Überschuss nutzen, um dezentral grünen Wasserstoff zu produzieren und diesen in flüssiges Methanol umzuwandeln, schaffen wir echte Autarkie. Diese dezentrale Energieversorgung kann unsere Netze entlasten und Höfe zu krisenfesten Kraftwerken machen.
Man muss sich trauen, den gesamten Kreislauf zu betrachten. Das Agrarkurtsystem ist eines der wenigen Modelle, das ganzheitlich denkt: von der Stromerzeugung über gesunde Lebensmittel bis hin zur sauberen Langzeitspeicherung. Das ist auch ein enorm wichtiges Werkzeug für Drittländer und aride Regionen, um dort durch ökologische und ökonomische Eigenversorgung das soziale Gefüge wieder ins Lot zu bringen.
Eine detaillierte Erklärung zu den genauen Systemzusammenhängen finden Sie in der InfraTec Campus Broschüre und im entsprechenden YouTube-Erklärfilm.
Info Broschüre
https://online.fliphtml5.com/nweou/Kurt-Entwurf/
Dezentrale Energie
https://youtu.be/Y9FLX41KYcU?si=v1Hw7dncd2KGp6PP
Antwort auf Guten Morgen Herr Zagler,… von Robert Bargolini
Sehr geehrter Herr Bargolini…
Sehr geehrter Herr Bargolini!
...ich produziere seit 2010 Solarstrom, und ohne Förderung von Seiten des Staates, die in fünf Jahren ausläuft, wäre diese Investition ein Schuss in den Ofen gewesen, der Eigenbedarf hatte grade mal die Investitionen gedeckt!
Antwort auf Sehr geehrter Herr Bargolini… von Robert Zagler
Sehr geehrter Herr Zagler,…
Sehr geehrter Herr Zagler,
Ihre Erfahrung seit 2010 ist gerade deshalb interessant. Darf ich fragen, **welche Leistung Ihre PV-Anlage in kWp hat und wie viele kWh sie im Jahr produziert?** Das wäre wichtig, um Ihre damalige Investition mit dem hier diskutierten Agri-PV-Modell überhaupt vergleichen zu können.
Beim Agrarkurtsystem geht die Beispielrechnung von rund **400 kWp pro Hektar** und modellhaft von etwa **360.000 bis 480.000 kWh Jahresproduktion** aus. Auch das ist natürlich kein garantierter Wert: Er hängt von Sonneneinstrahlung, technischer Ausführung, Eigenverbrauch, Einspeisemöglichkeit und vor allem davon ab, welchen Preis man für den Strom tatsächlich erhält.
In einem Punkt gebe ich Ihnen daher vollkommen recht: **Eine PV-Rechnung steht und fällt mit Strompreis, Förderung, Eigenverbrauch und politischen Rahmenbedingungen.** Deshalb würde ich auch hier nicht von garantiertem Gewinn sprechen.
Der wesentliche Unterschied ist für mich aber, dass bei Agri-PV nicht nur Strom produziert wird. Die landwirtschaftliche Fläche bleibt erhalten und die Konstruktion soll gleichzeitig Hagel-, Frost- und Sonnenschutz, Wassermanagement und einen reduzierten Pflanzenschutz ermöglichen. Man müsste also nicht nur fragen: „Was bringt mir die eingespeiste Kilowattstunde?“, sondern: **Was bringt das Gesamtsystem auf derselben Fläche?**
Und langfristig wird es noch interessanter: Überschüssiger Solarstrom müsste nicht zwingend zu jedem Zeitpunkt ins Netz eingespeist werden. Er könnte vor Ort per Elektrolyse in **grünen Wasserstoff** umgewandelt werden. Genau diese Möglichkeit dezentraler landwirtschaftlicher Mikronetze wird im Konzept ausdrücklich genannt.
Da Wasserstoff bei Speicherung und Transport technisch aufwendig ist, könnte man in einem weiteren Schritt untersuchen, ihn gemeinsam mit abgeschiedenem oder biogenem CO₂ zu **synthetischem Methanol** weiterzuverarbeiten. Methanol ist flüssig und damit wesentlich einfacher langfristig zu lagern und zu transportieren als Wasserstoff.
Die mögliche Kette wäre also:
**Agri-PV → überschüssiger Strom → grüner Wasserstoff → zusammen mit CO₂ synthetisches Methanol → Langzeitspeicher und Energieträger.**
Das Methanol ist dabei eine weiterführende Perspektive und noch nicht Bestandteil der heutigen Wirtschaftlichkeitsrechnung. Aber genau hier liegt aus meiner Sicht das größere Potenzial: nicht nur Strom zu produzieren und vom jeweiligen Einspeisepreis abhängig zu sein, sondern Landwirtschaft, Energieproduktion und langfristige Speicherung miteinander zu verbinden.
Deshalb würde mich Ihr konkretes Beispiel wirklich interessieren: **Wie groß ist Ihre Anlage, wie hoch ist die Jahresproduktion und wie würde Ihre Rechnung heute ohne die damalige Förderung aussehen?**
Antwort auf Sehr geehrter Herr Zagler,… von Robert Bargolini
Es ist ganz einfach: Mit der…
Es ist ganz einfach:
Mit der derzeitigen Lage im PV Markt
Selbstverbrauch Gewinn bzw. rentabel!
Einspeisung Verlust
Speicherung nur für Eigenverbrauch rentabel bzw. kostendeckend!
So muss die Anlage der Größe des Eigenbedarf angepasst werden! ...alles andere ist nicht mehr wirtschaftlich!
Antwort auf Es ist ganz einfach: Mit der… von Robert Zagler
Herr Zagler, genau das ist…
Herr Zagler, genau das ist aus meiner Sicht der entscheidende Punkt.
Wenn heute Eigenverbrauch wirtschaftlich ist, Einspeisung aber kaum oder gar nicht, dann ist das zunächst kein technisches Problem der Photovoltaik, sondern eine Folge der derzeitigen Markt-, Netz- und regulatorischen Rahmenbedingungen.
Und genau deshalb braucht es hier politischen Druck – von Bevölkerung, Landwirtschaft und Unternehmen. Wir sollten uns nicht damit abfinden, dass dezentrale Stromproduktion nur dann interessant ist, wenn jeder Betrieb exakt so viel produziert, wie er selbst gerade verbraucht.
Das kann doch langfristig nicht das Ziel der Energiewende sein.
Wir müssen Geschäftsmodelle und Netze so weiterentwickeln, dass dezentrale Erzeugung, Energiegemeinschaften, flexible Verbraucher, Speicherung und lokale Weiterverwendung von Überschussstrom wirtschaftlich möglich werden. Sonst bleiben wir bei einem System, das strukturell vor allem auf wenige große Erzeuger und Lieferanten zugeschnitten ist.
Gerade beim Agrarkurtsystem wäre der Ansatz deshalb nicht: möglichst viel Strom erzeugen und diesen um jeden Preis ins Netz drücken. Vielmehr müsste man die gesamte Kette betrachten: Eigenverbrauch auf dem Hof, Bewässerung, Kühlung, Maschinen, lokale Energiegemeinschaften und bei größeren Überschüssen langfristig auch die Umwandlung in grünen Wasserstoff.
Und wenn Wasserstoff wegen Lagerung und Transport schwierig ist, kann in einem weiteren Schritt auch die Umwandlung zusammen mit CO₂ in synthetisches Methanol interessant werden – also einen flüssigen, länger speicherbaren Energieträger.
Ihre Aussage „alles andere ist nicht mehr wirtschaftlich“ beschreibt daher meiner Meinung nach sehr gut die heutige Situation. Aber sie sollte nicht bedeuten, dass wir dieses Modell für die nächsten 20 oder 30 Jahre als unveränderbar akzeptieren.
Technisch gibt es längst andere Möglichkeiten. Die eigentliche Aufgabe besteht darin, Markt, Netze und politische Regeln so anzupassen, dass diese Möglichkeiten auch wirtschaftlich genutzt werden können.
Genau darüber sollten wir diskutieren.
Antwort auf Herr Zagler, genau das ist… von Robert Bargolini
„Wenn heute Eigenverbrauch…
„Wenn heute Eigenverbrauch wirtschaftlich ist, Einspeisung aber kaum oder gar nicht, dann ist das zunächst kein technisches Problem der Photovoltaik, sondern eine Folge der derzeitigen Markt-, Netz- und regulatorischen Rahmenbedingungen.“
Genau so ist es und dies trifft insbesondere auch auf D zu. In D teilen sich den Strommarkt inkl. der Netze die 4 Energieriesen RWE, EnBW, Vattenfall und E.on auf. Teilweise getarnt über eine Unzahl regionaler Tochtergesellschaften welche uns dann einen angeblichen freien Markt vorgaukeln.
Derzeit bekommt man als privater Photovoltaik Produzent noch 6-7 Cent Einspeisevergütung.
Dies hat jetzt unsere Wirtschaftsministerin Reiche (ehemals Managerin der RWE) gestrichen.
Die einzige Möglichkeit eine Photovoltaikanlage jetzt noch wirtschaftlich betreiben zu können ist ein Batteriespeicher welche günstiger werden aber die Investionskosten erheblich nach oben treiben.
In der Zwischenzeit teilen sich die Großen 4 den erneuerbaren Energiemarkt untereinander auf mit riesigen Windparks z.B. als Offshore. Der Goldesel Strom soll ja weiterhin nicht abgegeben werden.
Antwort auf Herr Zagler, genau das ist… von Robert Bargolini
Mit Interesse habe ich Ihre…
Mit Interesse habe ich Ihre Ausführungen über das Agrikurtsystem gelesen und hätte eine Frage dazu.
Ich muss vorausschicken dass ich kein Obstbauer bin und in dieser Materie technisch auch nur über minimale Kenntnisse verfüge, aber an umweltfreundlichem Wirtschaften, Nachhaltigkeit und vor allem an Unabhängigkeit in so vielen Bereichen wie möglich, interessiert bin.
Deshalb interessiert mich die Erzeugung von Solarstrom in der Landwirtschaft besonders, bin aber auf die Frage gestoßen die sich einem Laien aufdrängt ,nämlich warum die Umwandlung in Wasserstoff mit anschließender Verflüssigung nicht längst geschieht. Bei diesbezüglichen Diskussionen wurden immer die zu hohen Kosten und die Unrentabilität angeführt.
Habe kürzlich ein Diskussion zur Energiepolitik (im großen Stil) in Deutschland gehört wo gesagt wurde dass wenn man schon Atomkraftwerke und Kohlekraftwerke gleichzeitig schließt die erforderliche Gaskraftwerke (zum Vorhalten) noch nicht einmal gebaut bzw. geplant sind und vielleicht auch in genügender Anzahl nie werden, es doch selbstverständlich sein müsste dass die (subventionierten) Betreiber von Wind-und Solarenergie verpflichtet werden müssten verlässlichen Strom zu liefern d.h. Batterien zur Speicherung vorhalten müssten und nicht bloß kassieren und die überschüssige Energie in die Netze leiten und für die Abnahmen den Endverbraucher zur Kasse bitten dürfen. Das ständige Auf-und Ab zwischen Überschuss und Mangel ist das unzuverlässigste und unwirtschaftlichste System überhaupt zumal man jetzt noch eine Liste der Betriebe anlegen will, die sich melden müssen und denen ggf. der Strom abgeschaltet wird, wenn das Netz zusammenzubrechen droht. Für einen Industriestandort eine Katastrophe.
Deshalb die Frage warum man nicht auch hier wie Sie anregen den Überschuss an Strom zur späteren Verwendung anstatt Netze und Verbraucher zu belasten nicht in Wasserstoff umwandelt und verflüssigt und somit speichert (Batterien in dieser Größenordnung wären eine 1000 Milliarden Investition) zumal die europ. Nachbarn Deutschlands vom Verbundnetz mit dieser Art von unsicherer Lieferung auch zunehmend weniger halten.
Also wieso wird das nicht gemacht? Und sehen Sie die Kosten-Nutzen Rechnung dafür positiv? Oder ist das nur im kleinen Stil möglich und rentabel?
Antwort auf Mit Interesse habe ich Ihre… von Milo Tschurtsch
vielen Dank für Ihr…
vielen Dank für Ihr Interesse und die sehr treffenden Fragen. Sie legen den Finger genau in die Wunde der aktuellen Energiepolitik: Die Übertragungsnetze sind überlastet, und gigantische Batteriespeicher auf nationaler Ebene sind weder wirtschaftlich noch ressourcentechnisch darstellbar.
Warum nicht flüssiger Wasserstoff?
Zu Ihrer Frage, warum überschüssiger Strom nicht längst im großen Stil in flüssigen Wasserstoff umgewandelt und gespeichert wird: Die Antwort liegt in der Physik und den Kosten. Um Wasserstoff zu verflüssigen, muss er auf extreme -253 °C heruntergekühlt werden. Das ist unglaublich energieintensiv, und für die Lagerung sowie den Transport braucht es hochkomplexe, teure Spezialtanks. Für eine dezentrale Anlage, wie einen landwirtschaftlichen Betrieb, ist reiner, flüssiger Wasserstoff technisch und wirtschaftlich oft ein Schuss in den Ofen.
Die Lösung: e-Methanol und landwirtschaftliche Kreisläufe
Genau hier greift die Überlegung, die ich im Austausch mit Herrn Zagler angeschnitten habe: Die Weiterverarbeitung des grünen Wasserstoffs zu synthetischem Methanol (e-Methanol).
Wir nutzen den Solarstrom-Überschuss der Agri-PV-Anlage, um per Elektrolyse Wasserstoff herzustellen.
Anstatt diesen aufwendig zu kühlen, verbinden wir ihn mit CO₂ zu Methanol.
Das CO₂ kann ein Bauernhof beispielsweise direkt aus der eigenen Viehzucht gewinnen – etwa direkt aus der Abluft der Stallungen.
Wir sprechen hierzu bereits konkret mit Partnern, die in Burkina Faso Geflügelfarmen aufbauen, um genau solche geschlossenen Kreisläufe zur echten Eigenversorgung vor Ort zu integrieren. Methanol ist bei normaler Raumtemperatur flüssig, lässt sich in herkömmlichen Tanks jahrelang lagern und problemlos transportieren. Herkömmliche Verbrennungsmotoren (etwa von Traktoren) können darauf umgerüstet werden, oder es wird im Winter in Brennstoffzellen wieder verstromt.
Der Irrsinn der aktuellen Praxis
Der Kontrast zu dem, was aktuell oft praktiziert wird, ist enorm. Schauen Sie sich an, was teilweise in Deutschland passiert: Da wird im großen Stil Mais angebaut, nur um ihn in extrem aufwendige Biogasanlagen zu kippen und Fernwärme zu erzeugen. Der Mais laugt unsere Böden extrem aus, und gleichzeitig fährt man die Silage mit schweren Traktoren kilometerweit durch die Gegend. Oder man füttert Kühe primär zu dem Zweck, um am Ende aus ihrer Gülle Strom zu machen. Das ist eine Sackgasse und hat mit intelligenter, ressourcenschonender Landwirtschaft nichts mehr zu tun.
Im Detail zu erklären, wieso die Energiewende aktuell in die völlig falsche Richtung geht, würde den Rahmen dieser Diskussionsrunde sprengen. Dieses Thema können wir gerne gesondert einmal angehen.
Das Agrarkurtsystem bietet jedoch schon heute die Basis, um Höfe autark, krisenfest und zu echten Vorbildern einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft zu machen.
Antwort auf vielen Dank für Ihr… von Robert Bargolini
Herzlichen Dank für Ihre…
Herzlichen Dank für Ihre prompte Antwort.
Der von Ihnen angeregte Ansatz den erzeugten Wasserstoff in Methanol umzuwandeln klingt schlüssig, was ich aber noch nicht verstanden habe ist dies. Ist die aufwändige Umwandlung von Strom in Wasserstoff nicht der eigentliche Hemmschuh des Ganzen oder liegt das Problem primär in der derzeitigen kostenintensiven Praxis der Verflüssigung wo dann Ihr Modell (Methanol) eine praktikable Alternative dazu wäre ?
Ich dachte bisher es gäbe nur den einen Prozess den Sie beschreiben (Verflüssigung bei -253 Grad C) wobei jeder versteht dass dies zu aufwändig und unrentabel wäre.
Grundsätzlich sehe ich derzeit nur dezentrale Ansätze bzw. einen vom großen System unabhängigen Weg um, wo immer möglich sich selbst zu versorgen.
Alles im großen Stil schafft neue Abhängigkeiten und Kosten, die vom System abhängen.
Das Agrikurtsystem kann also mMn nur für den Eigenbedarf oder für kleinere Einheiten wie einen Ort oder eine Gemeinde funktionieren (wie z.B. ein Holzkraftwerk mit heimischem Rohstoff in überschaubarer Größenordnung).
Um aber einen Industriestandort zu betreiben der in der Welt konkurrenzfähig ist braucht es günstige und vor allem verlässliche Energie.
Und man darf die Augen auch nicht verschließen vor den Umweltsünden die Solar-und Windenergie verursachen, die halt ausgelagert werden.
Denn wenn man z.B. in Deutschland Kohlekraftwerke schließt und sogar fluten will, dass man sie nie wieder verwenden kann, dann braucht man für die Alternative (Solarplatten und Windräder) jede Menge Kupfer, Silber, seltene Erden die dann halt aus dem Kongo oder Südamerika im Tagebau unter teils gigantischen Umweltsünden (Standard die wir nicht kontrollieren können) gewonnen werden und die mangelnde Recycelbarkeit ist das nächste Umweltproblem. Zudem das Vordringen der Windparks in die Naturschutzgebiete (Wälder und Berge). Man muss schon die gesamte Kette sehen. Aus den Augen aus dem Sinn ist keine Lösung.
Deshalb sehe ich eine gewisse „Wende“ die wirklich eine ist, nur im kleinen Stil. Selbst möglichst unabhängig zu sein ist immer gut.
P.S. Ihre Petition habe ich unterschrieben.
Antwort auf Herzlichen Dank für Ihre… von Milo Tschurtsch
Zunächst einmal herzlichen…
Zunächst einmal herzlichen Dank für Ihre Unterstützung und das Unterschreiben der Petition!
Ihre Überlegungen sind absolut berechtigt, und ich möchte genau auf diesen vermeintlichen „Hemmschuh“ eingehen, denn hier gibt es oft ein großes Missverständnis in der öffentlichen Debatte.
1. Das Problem ist nicht die Herstellung, sondern die Lagerung
Die Umwandlung von Strom in grünen Wasserstoff (Elektrolyse) ist nicht der entscheidende Flaschenhals. Entsprechende Elektrolyseure gibt es längst auf dem Markt; sie sind modular, containerisiert und bezahlbar. Sobald die Nachfrage steigt, greifen hier zudem die klassischen Skaleneffekte der Massenproduktion, und die Preise fallen weiter.
Der wahre Kosten- und Energiefresser beim Wasserstoff ist die Speicherung und Bereitstellung. Nehmen Sie als lokales Beispiel die Wasserstoffbusse in Bozen: Die dortige Anlage ist deshalb so extrem teuer, weil der Wasserstoff für eine Tankstelle unter massivem Druck (bis zu 700 bar) verdichtet und gekühlt werden muss. Die Infrastruktur dafür ist gigantisch. Hätte man den Wasserstoff gleich zu e-Methanol synthetisiert, hätte man eine simple, normale Zapfsäule mit einem herkömmlichen Flüssigtank nutzen können. Methanol löst also das massive Transport- und Lagerproblem des Wasserstoffs.
2. Die Effizienz-Hierarchie auf dem Hof
Ein kluges System nutzt die Energie immer dort, wo der Wirkungsgrad am höchsten ist. Das bedeutet konkret für unseren Bauernhof:
Die täglichen Arbeiten (landwirtschaftliche Geräte, Traktoren) sollten idealerweise batterieelektrisch direkt mit dem Strom der Agri-PV-Anlage betrieben werden. Hier ist die Effizienz unschlagbar.
Der Wasserstoff und das daraus gewonnene Methanol kommen erst beim Überschuss ins Spiel. Das Methanol dient als langfristiger Energiespeicher für die sonnenarmen Wintertage (dann wird es über Brennstoffzellen wieder zu Strom) oder als speicherbarer Treibstoff für schwere Maschinen, bei denen Batterien an ihre Grenzen stoßen.
3. Skalierung: Vom Vinschgau bis nach Afrika
Sie haben völlig recht, dass wir keine Naturschutzgebiete für Windparks und Solaranlagen opfern dürfen. Genau deshalb ist das Agrarkurtsystem so wichtig: Wir nutzen bereits bestehende, versiegelte oder intensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen doppelt.
Stellen Sie sich vor, wir würden die gesamten Hagelnetz-Plantagen vom Vinschgau bis nach Verona – oder die gewaltigen Plastik-Gewächshäuser (Mar de Plástico) im südspanischen Almeria – mit diesem System überdachen. Wir hätten gigantische dezentrale Kraftwerke, ohne auch nur einen Quadratmeter neue Natur zu verbauen.
Das System lässt sich zudem massiv hochskalieren. Wir sprechen aktuell bereits mit Partnern in Marokko und Burkina Faso, speziell für den Aufbau großer Geflügelfarmen. In diesen Breitengraden ist die Sonneneinstrahlung immens. Nachdem die Farm selbst mit Energie versorgt ist, bleibt ein gewaltiger Überschuss. Würde man versuchen, diesen als reinen Wasserstoff nach Europa zu bringen, würde das an den enormen Transportkosten scheitern. Wandelt man ihn vor Ort in e-Methanol um, kann er in ganz normalen, handelsüblichen Tankschiffen in großen Mengen als grüner Industrietreibstoff in die ganze Welt exportiert werden.
Es geht also nicht darum, neue Großstrukturen und Abhängigkeiten zu schaffen. Es geht darum, aus Millionen unabhängigen, dezentralen Flächen ein robustes, intelligentes Netzwerk zu weben, das uns gesunde Lebensmittel und gleichzeitig speicherbare Energie liefert.
Antwort auf Herzlichen Dank für Ihre… von Milo Tschurtsch
Zunächst einmal herzlichen…
Zunächst einmal herzlichen Dank für Ihre Unterstützung und das Unterschreiben der Petition!
Ihre Überlegungen sind absolut berechtigt, und ich möchte genau auf diesen vermeintlichen „Hemmschuh“ eingehen, denn hier gibt es oft ein großes Missverständnis in der öffentlichen Debatte.
1. Das Problem ist nicht die Herstellung, sondern die Lagerung
Die Umwandlung von Strom in grünen Wasserstoff (Elektrolyse) ist nicht der entscheidende Flaschenhals. Entsprechende Elektrolyseure gibt es längst auf dem Markt; sie sind modular, containerisiert und bezahlbar. Sobald die Nachfrage steigt, greifen hier zudem die klassischen Skaleneffekte der Massenproduktion, und die Preise fallen weiter.
Der wahre Kosten- und Energiefresser beim Wasserstoff ist die Speicherung und Bereitstellung. Nehmen Sie als lokales Beispiel die Wasserstoffbusse in Bozen: Die dortige Anlage ist deshalb so extrem teuer, weil der Wasserstoff für eine Tankstelle unter massivem Druck (bis zu 700 bar) verdichtet und gekühlt werden muss. Die Infrastruktur dafür ist gigantisch. Hätte man den Wasserstoff gleich zu e-Methanol synthetisiert, hätte man eine simple, normale Zapfsäule mit einem herkömmlichen Flüssigtank nutzen können. Methanol löst also das massive Transport- und Lagerproblem des Wasserstoffs.
2. Die Effizienz-Hierarchie auf dem Hof
Ein kluges System nutzt die Energie immer dort, wo der Wirkungsgrad am höchsten ist. Das bedeutet konkret für unseren Bauernhof:
Die täglichen Arbeiten (landwirtschaftliche Geräte, Traktoren) sollten idealerweise batterieelektrisch direkt mit dem Strom der Agri-PV-Anlage betrieben werden. Hier ist die Effizienz unschlagbar.
Der Wasserstoff und das daraus gewonnene Methanol kommen erst beim Überschuss ins Spiel. Das Methanol dient als langfristiger Energiespeicher für die sonnenarmen Wintertage (dann wird es über Brennstoffzellen wieder zu Strom) oder als speicherbarer Treibstoff für schwere Maschinen, bei denen Batterien an ihre Grenzen stoßen.
3. Skalierung: Vom Vinschgau bis nach Afrika
Sie haben völlig recht, dass wir keine Naturschutzgebiete für Windparks und Solaranlagen opfern dürfen. Genau deshalb ist das Agrarkurtsystem so wichtig: Wir nutzen bereits bestehende, versiegelte oder intensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen doppelt.
Stellen Sie sich vor, wir würden die gesamten Hagelnetz-Plantagen vom Vinschgau bis nach Verona – oder die gewaltigen Plastik-Gewächshäuser (Mar de Plástico) im südspanischen Almeria – mit diesem System überdachen. Wir hätten gigantische dezentrale Kraftwerke, ohne auch nur einen Quadratmeter neue Natur zu verbauen.
Das System lässt sich zudem massiv hochskalieren. Wir sprechen aktuell bereits mit Partnern in Marokko und Burkina Faso, speziell für den Aufbau großer Geflügelfarmen. In diesen Breitengraden ist die Sonneneinstrahlung immens. Nachdem die Farm selbst mit Energie versorgt ist, bleibt ein gewaltiger Überschuss. Würde man versuchen, diesen als reinen Wasserstoff nach Europa zu bringen, würde das an den enormen Transportkosten scheitern. Wandelt man ihn vor Ort in e-Methanol um, kann er in ganz normalen, handelsüblichen Tankschiffen in großen Mengen als grüner Industrietreibstoff in die ganze Welt exportiert werden.
Es geht also nicht darum, neue Großstrukturen und Abhängigkeiten zu schaffen. Es geht darum, aus Millionen unabhängigen, dezentralen Flächen ein robustes, intelligentes Netzwerk zu weben, das uns gesunde Lebensmittel und gleichzeitig speicherbare Energie liefert.
Antwort auf Zunächst einmal herzlichen… von Robert Bargolini
Habe jetzt verstanden dass…
Habe jetzt verstanden dass das eigentliche Problem nicht die Elektrolyse ist, sondern der anschließende Prozess der Speicherung und Bereitstellung ist, da ich glaubte es gäbe nur das eine System (Kühlung und Verdichtung),
Warum man da nicht (z.B. bei den Wasserstoffbussen in Bozen) auf das System der Synthetisierung zu Methanol zurückgreift das laut Ihrer Aussage unkompliziert und weniger energieaufwändig ist, versteht niemand.
Der Ansatz direkt vor Ort zu erzeugen bzw. den Überschuss vor Ort in Form von Methanol zu speichern klingt schlüssig und wäre auch in größerem Stil möglich indem man wie Sie sagen aus dezentralen Flächen ein Netz zu weben könnte.
Bleibt noch die Frage nach der wenig umweltfreundlichen ja sogar umweltschädlichen Herstellung und Recycling von Grundausstattung für dieses System (Photovoltaik) mit Rohstoffen (seltenen Erden und Metallen) gewonnen oft in weit entfernten Ländern ohne Umweltauflagen und hergestellt nahezu ausschließlich in China, wie dies mit umweltfreundlichem Wirtschaften zu vereinbaren ist.
Da sehe ich noch Probleme.
Inzwischen erfreue ich mich an meiner Holzheizung betrieben mir Rohstoff aus der Umgebung und dem Bauernofen und Holzherd mir Holz aus meinem Wald.
Grundsätzlich braucht es aber Vordenker wie Sie , die innovativ eingestellt sind um eingetretene Pfade auch mal verlassen zu können. Danke!
Darf ich mir erlauben,…
Darf ich mir erlauben, Artikel und Kommentar an einem Beispiel auf die Probe zu stellen (Zitat): „... und der schleichenden Vergiftung unserer Böden und Flüsse durch Mikroplastik aus verwitternden Hagelnetzen“:
wie verhält es sich nun wirklich mit der Mikroplastik in der Landwirtschaft?
Die direkt durch die Landwirtschaft verursachten Emissionen machen nur etwa 1 % bis 2 % (!!!) der gesamten Mikroplastik-Menge in Deutschland aus. Nimmt man alle Kunststoffemissionen zusammen (inklusive Makroplastik, das zu Mikroplastik zerfällt), liegt der direkte landwirtschaftliche Anteil bei rund 2,7 %.
Die Landwirtschaft ist beim Thema Mikroplastik vor allem Leidtragende, da enorme Mengen aus anderen Sektoren über Umwege auf den Feldern landen.
Die Sektoren im direkten Prozent-Vergleich
Laut den umfassenden Daten des Fraunhofer-Instituts UMSICHT und des Umweltbundesamtes (UBA) teilt sich die Freisetzung von Mikroplastik in Deutschland wie folgt auf:
Sektor Anteil an den Gesamtemissionen Hauptursachen
- Verkehr ca. 33 % bis 40 % Überragender Spitzenreiter durch Reifenabrieb sowie Bremsen- und Asphaltabrieb.
- Stadtbevölkerung / Private Haushalte ca. 25 % bis 30 % Wäsche von Synthetikfasern, Abrieb von Schuhsohlen, Kosmetika und Littering (Achtlos weggeworfener Müll).
- Industrie & Handwerk ca. 15 % bis 20 % Pelletverluste bei der Produktion, Abrieb von Industrie-Bauteilen und Großbaustellen.
- Landwirtschaft (Direkt) ca. 1 % bis 2,7 % Agrarfolien (Mulch-, Silofolien), umhüllte Düngemittel und Netze.
... man beachte den größten Anteil von 25-30% der Stadtbevölkerung! ... und den weitaus kleinsten der Landwirtschaft.
Antwort auf Darf ich mir erlauben,… von Peter Gasser
vielen Dank für Ihren…
vielen Dank für Ihren sachlichen Einwand und die Zahlen. Sie haben vollkommen recht: Betrachtet man die gesamten Mikroplastikemissionen, ist die Landwirtschaft keineswegs der größte Verursacher. Reifenabrieb und andere Quellen liegen mengenmäßig deutlich darüber. Das möchte ich auch gar nicht in Abrede stellen.
Für mich folgt daraus allerdings nicht, dass wir einen vermeidbaren Eintrag aus der Landwirtschaft ignorieren sollten. Wenn wir mit einem neuen Schutzsystem in erster Linie Frost, Hagel, Hitze, Wasserverbrauch und Pflanzenschutzprobleme besser in den Griff bekommen und dabei als zusätzlichen positiven Nebeneffekt die dauerhafte UV- und Witterungsexposition großer Kunststoffflächen reduzieren können, dann halte ich auch diesen Effekt für sinnvoll.
Interessant ist übrigens, dass die von Ihnen angesprochene Fraunhofer-UMSICHT-Studie selbst darauf hinweist, dass für zahlreiche Mikroplastikquellen nur wenige experimentelle Daten verfügbar waren und die Mengen deshalb teilweise über Top-down-Modelle abgeschätzt wurden. Die Zahlen sind also wichtige Größenordnungen, aber nicht automatisch eine genaue Ursachenanalyse für jede einzelne Region.
Gerade das ist für Südtirol entscheidend: Ein bundesweiter Prozentanteil sagt noch nicht, welche Quellen in einem intensiv landwirtschaftlich genutzten Tal lokal relevant sind. Die Südtiroler Landesagentur hat Mikroplastik in sämtlichen untersuchten Fließgewässerproben nachgewiesen, kann die einzelnen Quellen bislang aber noch nicht abschließend zuordnen. Auch aktuelle Forschungsprojekte untersuchen deshalb gezielt Kunststoffe und Mikroplastik in unseren landwirtschaftlichen Böden.
Deshalb würde ich es so formulieren: Wir wissen noch nicht, welchen konkreten Anteil Hagelnetze am Mikroplastikeintrag in Südtirol haben. Genau das sollte unabhängig untersucht und quantifiziert werden. Wenn sich gleichzeitig technisch vermeiden lässt, dass Kunststoff jahrelang ununterbrochen Sonne, Wind und Wetter ausgesetzt ist, sehe ich darin einen vernünftigen Schritt – unabhängig davon, ob dieser Eintrag am Ende 1, 2 oder mehr Prozent des Gesamtproblems ausmacht.
Danke jedenfalls für Ihren Hinweis. Genau solche kritischen Einwände helfen, Behauptungen sauberer zu formulieren und das Thema auf eine belastbare wissenschaftliche Grundlage zu stellen.
Sie beziehen sich hier auf…
Sie beziehen sich hier auf Deutschland, wo ich aber nicht wohne. Deshalb würde mich eine ProKopf-, oder ProQm-Vergleich sehr interessieren. Gibt es das oder etwas ähnliches im www? Ich kann leider nichts dazu finden.
Danke
Klingt fast zu fantastisch,…
Klingt fast zu fantastisch, um wahr zu sein.
Der ROI, Herr Bargolini, wird im allgemeinen in Prozentwerten angegeben.
Kann mir unter ihrer Angabe wenig vorstellen. Und: Wie soll man in dieser Realisierungphase Einen ROI-Wert fesstellen?
Antwort auf Klingt fast zu fantastisch,… von Hans Punter
vielen Dank für Ihre…
vielen Dank für Ihre berechtigte Nachfrage bezüglich der Darstellung des ROI. Sie haben vollkommen recht, dass ein Return on Investment (ROI) üblicherweise in Prozentwerten angegeben wird. In unserer Darstellung haben wir primär die Amortisationszeit – also die Spanne in Jahren, bis sich die Investition abbezahlt hat – in den Vordergrund gestellt, da die genaue Rentabilität in der Realität von Variablen wie der angebauten Kultur, der Sonneneinstrahlung und den Strompreisen abhängt.
Um Ihnen jedoch den gewünschten Prozentwert und eine konkretere Vorstellung zu liefern, schlüsseln wir die Rechnung anhand des Fallbeispiels aus der Broschüre „Kurt Agrikur klein t.pdf“ für einen typischen 1-Hektar-Apfelbetrieb in Naturns mit einem repräsentativen Mittelwert auf:
Die Investitionskosten für das Agrarkurtsystem inklusive Steuerung und Montage belaufen sich auf circa 380.000 Euro.
Die jährlichen finanziellen Rückflüsse (durch die Stromeinspeisung, Wasser- und Spritzmitteleinsparungen sowie gesicherte Mehrerträge) bewegen sich in der Praxis zwischen ca. 32.800 Euro und 64.800 Euro.
Nehmen wir zur Vereinfachung einen festen Mittelwert von 48.800 Euro jährlichem Ertrag an.
Setzt man diesen durchschnittlichen jährlichen Rückfluss in direkte Relation zur Investitionssumme (48.800 \text{ Euro} / 380.000 \text{ Euro} \times 100), ergibt sich ein spezifischer jährlicher ROI von rund 12,8 %.
Das bedeutet, das System erwirtschaftet in diesem durchschnittlichen Szenario jedes Jahr knapp 13 Prozent der Investitionssumme zurück. Durch diese exzellente Verzinsung amortisiert sich die Anlage bei diesem Mittelwert nach rund 7,8 Jahren vollständig (der in der Broschüre angegebene Rahmen beläuft sich auf 4,5 bis 8,9 Jahre, je nach genauen Parametern). Nach dieser Amortisationsphase erwirtschaftet der Betrieb einen reinen, deutlichen Mehrgewinn.
Ich hoffe, diese vereinfachte, prozentuale Aufschlüsselung macht die wirtschaftliche Dimension dieses ganzheitlichen Systems für Sie nun etwas greifbarer.
Antwort auf vielen Dank für Ihre… von Robert Bargolini
also ca. 50.000 Euro…
also ca. 50.000 Euro monetären Mehrgewinn pro ha kann ich mir jetzt nicht vorstellen.
Da würde man ja sofort Landwirtschaftsunternehmer werden... können Sie das aufschlüsseln, was da „gesichert“ pro ha als Gewinn angenommen wird?
Das würde einen durchschnittlichen Hektarerlös von etwa 25.000 Euro in Südtirol verdreifachen?
Antwort auf also ca. 50.000 Euro… von Peter Gasser
Herr Gasser, Ihre Skepsis…
Herr Gasser, Ihre Skepsis ist berechtigt. Die rund 50.000 Euro dürfen nicht so verstanden werden, als würde ein Hektar Apfelanbau plötzlich 50.000 Euro zusätzlichen landwirtschaftlichen Gewinn erwirtschaften.
Die Beispielrechnung in der Broschüre sieht für einen Hektar vielmehr folgende jährliche Einsparungen und zusätzlichen Erträge vor:
weniger Wasser: ca. 700–1.200 €
weniger Pflanzenschutzmittel: ca. 1.300–2.000 €
höhere bzw. besser abgesicherte Erträge: ca. 2.000–4.000 €
Stromeinspeisung einer angenommenen 400-kWp-Agri-PV-Anlage: ca. 28.800–57.600 €
In Summe ergibt das die dort genannten 32.800 bis 64.800 Euro pro Jahr. Nimmt man jeweils den Mittelwert, kommt man auf rund 48.800 Euro.
Dieser Mittelwert setzt sich ungefähr aus 950 € Wasser, 1.650 € Pflanzenschutz, 3.000 € Mehr- bzw. gesichertem Ertrag und 43.200 € Stromerlös zusammen.
Damit sieht man sofort den entscheidenden Punkt: Nur rund 5.600 Euro stammen in diesem Modell aus landwirtschaftlichem Mehrertrag und Einsparungen. Rund 43.200 Euro – also fast 90 Prozent – kommen aus der Stromproduktion.
Der landwirtschaftliche Hektarerlös wird also keineswegs verdreifacht. Auch die Broschüre selbst rechnet für einen typischen Südtiroler Apfelbetrieb mit 20.000 bis 35.000 Euro Bruttoumsatz pro Hektar und einem Reingewinn von etwa 10.000 bis 20.000 Euro vor Steuern und Sozialabgaben. Der wirtschaftliche Gedanke besteht somit in der Doppelnutzung derselben Fläche: unten weiterhin Landwirtschaft, darüber zusätzlich Energieproduktion.
Wichtig ist aber auch: Diese rund 48.800 Euro sind kein garantierter Nettogewinn. Besonders die Stromposition kann stark schwanken. Entscheidend sind tatsächliche Sonneneinstrahlung und Jahresproduktion, Eigenverbrauch, Einspeisemöglichkeit, der erzielbare Strompreis sowie Finanzierung, Wartung und weitere Betriebskosten. Hinzu kommt die Netzfrage: Gerade in ländlichen Gebieten können fehlende Anschlüsse oder begrenzte Einspeisekapazitäten zum Engpass werden.
Deshalb würde ich heute auch nicht mehr von einem „gesicherten Gewinn“ sprechen. Es handelt sich um eine Modellrechnung, deren einzelne Annahmen unter realen Betriebsbedingungen genau gemessen werden müssen.
Für mich beginnt an diesem Punkt allerdings erst die wirklich interessante Betrachtung. Wenn man das gesamte Konzept sieht, geht es langfristig nicht nur darum, überschüssigen Solarstrom möglichst billig ins Netz einzuspeisen. Die Broschüre nennt ausdrücklich die Möglichkeit, Solarstrom vor Ort mittels Elektrolyse in grünen Wasserstoff umzuwandeln und damit dezentrale landwirtschaftliche Mikronetze aufzubauen.
In einem nächsten Entwicklungsschritt könnte man darüber hinaus untersuchen, ob überschüssiger erneuerbarer Strom beziehungsweise grüner Wasserstoff zusammen mit CO₂ beispielsweise zur Herstellung von synthetischem Methanol oder anderen speicherbaren Energieträgern genutzt werden kann. Das ist ausdrücklich noch nicht Bestandteil der vorliegenden Wirtschaftlichkeitsrechnung, zeigt aber, welche weiterführenden Möglichkeiten eine solche Infrastruktur eröffnen könnte.
Dann reden wir nämlich nicht mehr bloß über ein Schutzdach oder eine PV-Anlage über einem Apfelacker. Wir reden möglicherweise über eine gemeinsame Infrastruktur für Hagel- und Frostschutz, Wassermanagement, Verringerung von Pflanzenschutzmitteln und Abdrift, Ertragssicherung, Photovoltaik, Eigenverbrauch, Energiespeicherung und dezentrale Energieversorgung. Genau diese Verbindung verschiedener Funktionen ist der eigentliche Ansatz des Systems.
Dabei sollte man weder Werbeversprechen ungeprüft übernehmen noch die Idee wegen einzelner noch offener Zahlen vorschnell abtun. Die vorhandenen Angaben sind Entwickler- und Herstellerangaben und ersetzen keine unabhängigen Vergleichsdaten.
Der richtige nächste Schritt wäre deshalb aus meiner Sicht nicht, jahrelang theoretisch darüber zu diskutieren, ob man es versuchen soll, sondern einen ausreichend großen Demonstrationsbetrieb beziehungsweise mehrere vergleichbare Pilotflächen aufzubauen und das Ganze von Anfang an wissenschaftlich zu begleiten.
Dort müssen dann Wasserverbrauch, Frostschutz, Pflanzenschutz, Ertrag und Qualität, Stromproduktion und Eigenverbrauch, Wartungskosten, Netzintegration und die tatsächliche Wirtschaftlichkeit transparent gemessen werden. Genau solche mehrjährigen Vergleichsversuche mit offenen Daten werden auch im weiterführenden Konzept vorgeschlagen.
Kurz gesagt: Nicht der Apfel bringt plötzlich 50.000 Euro mehr. Der größte Teil der heutigen Modellrechnung ist Stromerlös. Interessant wird das Konzept aber gerade dann, wenn man nicht nur diesen einzelnen Stromerlös betrachtet, sondern die gesamte mögliche Verbindung von Landwirtschaft, Wasser, Schutzsystem und dezentraler Energieversorgung. Dieses Potenzial sollte man in Südtirol nicht kleinreden, sondern endlich in ausreichender Größenordnung praktisch erproben und sauber vermessen.
Zum Thema Plastik im Obst…
Zum Thema Plastik im Obst und Gemüseanbau empfehle ich diese Doku
https://www.arte.tv/de/videos/117242-006-A/re-das-plastikmeer-von-almer…