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Airbnb & Co: Regelbruch in der Altstadt

Nicht alle Privatquartiere halten sich an die Regeln und bringen einen CIN-Code am Eingang an: Die Meraner Gemeindereferentin Barbara Hölzl will die Kontrollen erhöhen.
Theaterplatz, Meran
Foto: Seehauserfoto
  • Die hohen Geldstrafen für illegale Privatzimmervermietung an Urlaubsgäste scheinen in Südtirol noch begrenzt abschreckende Wirkung zu zeigen. Jüngstes Beispiel sind drei Ferienwohnungen in zentraler Lage von Meran, die über eine bekannte Buchungsplattform touristisch vermietet werden: Der Codice Identificativo Nazionale (CIN) fehlt am Hauseingang, ist aber im Internet überprüfbar und korrekt. 

    Die Meraner Gemeindereferentin für Tourismus Barbara Hölzl (SVP) geht davon aus, dass die illegale Privatzimmervermietung in der Stadt weit verbreitet sei. „Wir müssen ehrlich gesagt noch viel systematischer und schneller kontrollieren“, sagt Hölzl. Da die Hauskontrolle nur von Polizeikräften durchgeführt werden kann, sei das allerdings eine Ressourcenfrage.

  • Barbara Hölzl: Foto: Comune di Merano

    Seit 1. Jänner 2025 sind Beherbergungsbetriebe und Privatzimmervermieter ab drei Wohnungen verpflichtet, ihr Angebot gewerblich zu melden und einen CIN zu beantragen. Wird die Nummer nicht wie vorgesehen am Eingangsbereich angebracht, drohen Bußgelder von 500 bis 5.000 Euro. Sind die Ferienwohnungen nicht einmal registriert, erhöht sich das Bußgeld auf 800 bis 8.000 Euro. 

    In einem Interview mit der italienischen Wirtschaftszeitung Il sole 24 ore erklärt der für Italien zuständige Leiter von Airbnb, Matteo Sarzana, dass sich die Angebote auf Airbnb seit der Einführung des CIN-Codes um 15 Prozent reduziert haben. Wer eine Urlaubsreise plant, kann vor der Buchung der Unterkunft die Gültigkeit des angegebenen Codes selbst auf der Webseite des Tourismusministeriums überprüfen. 

  • Meran: Hotels haben durch die hohe Zahl der Privatvermieter große Konkurrenz erhalten. Foto: Seehauserfoto
  • „Durch die touristische Vermietung geht Wohnraum für die einheimische Bevölkerung verloren. Wird schwarz vermietet, fallen zudem Steuergelder weg“, erklärt Tourismusreferentin Hölzl. Die Gemeinde Meran vergibt deshalb zurzeit keine neuen Lizenzen für die Privatzimmervermietung mehr. „Es ist in Meran sehr lukrativ, die eigene Wohnung touristisch zu vermieten. Sie wird am Markt nachgefragt und die klassischen Probleme mit Mietern fallen weg. Solange sich die wirtschaftliche Lage nicht ändert, müssen wir gegensteuern, auch wenn es nur ein Tropfen auf den heißen Stein bleibt.“ 

    Auf Landesebene hat Wohnbaulandesrätin Ulli Mair letztes Jahr ein zusätzliches Abkommen mit der Finanzpolizei abgeschlossen, um Missbrauch bei geförderten oder konventionierten Wohnungen aufzudecken, wie etwa touristische Vermietung. Laut der Agentur für Wohnbauaufsicht wurden heuer bis Anfang März bereits 200 Kontrollen durchgeführt, bei etwa jeder zehnten wurden Unregelmäßigkeiten festgestellt. 

  • Airbnb-Boom auch in der Kurstadt

    Derzeit sind in Meran laut ASTAT 534 Betriebe mit insgesamt 8.847 Gästebetten registriert, davon sind die große Mehrheit allerdings keine Hotels mehr wie früher einmal, sondern nicht-gastgewerbliche Betriebe wie Privatquartiere, Campingplätze und Urlaub auf dem Bauernhof. 

    In den letzten 30 Jahren hat sich die Anzahl der Privatquartiere fast vervierfacht. Während im Jahr 1995 in Meran klassische Hotels noch fast 83 Prozent der rund 7.000 Gästebetten meldeten, sind es im Jahr 2025 nur noch knapp 60 Prozent bei insgesamt rund 9.000 Gästebetten. Laut ASTAT gibt es nun alleine in Meran 335 Privatvermieter.