Ausflug | Wandertipp

Von Burgstall nach Sinich

Zwischen Apfelblüte und Narzissenmeer führt diese Frühlingswanderung von Burgstall nach Sinich – mit tollen Ausblicken und gemütlichen Einkehrmöglichkeiten.
Burgstall-Sinich
Foto: Oswald Stimpfl
  • Jedes Jahr warte ich auf den günstigen Zeitpunkt für diese Wanderung: Erste Apfelblüte im Etschtal und voll erblühte Narzissen beim Heidegger-Hof. Kürzlich war es so weit, bei herrlichem Wetter und bereits sommerlichen Temperaturen ging ich von Burgstall auf den Sonnenhang, nach einer Hangquerung stieg ich bei Freiberg nach Sinich ab. Die Höhepunkte der Wanderung sind die wunderbare Aussicht, das erste zarte Grün der Laubbäume, die blühenden Obstbäume bei den Bauernhöfen, die einmalige Narzissenblüte und die Einkehrmöglichkeiten am Weg.

  • Infos in Kürze

    Streckenwanderung, ideal für Frühling, Frühsommer und Herbst.

    Schwierigkeit: Mittel, immer wieder kurze, aber problemlose Steilstücke, teils mit Stufen. 

    Startpunkt: In Burgstall, beim Tourismusbüro an der Staatsstraße. Romstraße 50

    Strecke: 8,3 km

    Gehzeit: 3 h

    Aufstieg: 490 hm

    Anfahrt: Mit Buslinie 201 Meran-Bozen, Haltestelle Tourismusbüro Burgstall. Rückfahrt in Sinich, Haltestelle Romstraße

    Parkplatz: hinter der Grundschule gebührenfreie Parkplätze.

  • Zum Wegverlauf

    Wir starten in Burgstall, bei der Bushaltestelle am Tourismusbüro an der Meraner Straße. Zwischen Hotel Michele und dem Moarhof gehen wir zur Grundschule und dem Kindergarten, dahinter, an der Bergseite beginnt der Wanderweg und taucht gleich in den Buschwald ein. Es geht kurz kräftig bergauf, nach wenigen Minuten haben wir den Graf-Volkmar-Weg erreicht und folgen diesem nordwärts, bei einem großen und deutlichen Wegweiser biegen wir rechts auf einen Waldsteig ab, der uns stetig bergauf führt. Nach einer knappen Stunde ab Burgstall tritt der Steig aus dem Wald, vor uns am Hang liegt der Wiesler-Hof. Beim Nachbarn, dem Heidegger-Hof, bewundern wir die unglaubliche gelbe Narzissenpracht. Jetzt geht es auf Asphalt bis zum Kofler-Hof und ab hier auf einem Steig zum Hecher, einer weiteren Einkehrmöglichkeit und zugleich mit 640 m der höchste Punkt unserer Wanderung. Nun wieder auf Asphalt gehen wir auf der kaum befahrenen Straße bergab, an einem Waldweiher vorbei, durch die Bäume sehen wir das Weingut und moderne Chalet Eichenstein und wenig später biegt rechts ein Fußweg ab, alle Wegweiser mit der Nr. 3 leiten uns nach Meran, Schenna, Fragsburg. 

     

    Der Steig geht in die Schlucht des Sinichbaches, dessen Rauschen gut zu hören ist, und auf dem Gegenhang geht es wieder etwas bergauf, der Weg mündet in die asphaltierte Katzensteinstraße. In einer langen Hangquerung und dann sanft bergab, mit wunderbarer Aussicht auf das Meraner Becken, die Texelgruppe im Hintergrund, an der Burg Katzenstein vorbei und mit kurzer Stichstraße gelangen wir zum Buschenschank Raut-Hof. Hier haben wir eine kurze Rast eingeplant, bei Prachtwetter sitzt es sich gut im Garten. Danach steigen wir auf Weg Nr. 1 bergab, Sinich ist im Blick, an einer Straßengabelung biegen wir scharf links auf eine Asphaltstraße (N. Sauro-Str.) ab, nach 50 m geht ein Feldweg rechts durch Obstwiesen bis zu den ersten Häusern von Sinich. Am Haus Basaglia vorbei biegen wir in die C.-Battisti-Str., gehen zum Dorfplatz Vittorio-Veneto-Pl. und am Kinderspielplatz vorbei auf einem Fußgängerdurchgang zur Romstraße, die Staatsstraße Meran - Bozen. Hier ist die Bushaltestelle.

  • Das Haus Basaglia

    Vor etwas über 20 Jahren entstand das Haus Basaglia als Teil des öffentlichen „Psychiatrischen Dienstes“. Es verfügt über einen Wohnbereich mit 24 Betten, einen Werkstattbereich und einen ambulanten Dienst. Es ist nach Franco Basaglia benannt (Görz 1924–1980): Er war ein revolutionärer italienischer Psychiater und Vater der modernen Psychiatrie-Reform. Als Gegner von Elektroschock und Zwang schloss er Irrenanstalten und gab Patienten ihre Würde zurück. Sein Wirken führte zum Gesetz 180 (1978), das die Schließung von psychiatrischen Kliniken zugunsten offener Betreuung besiegelte. Er gründete die „Psichiatria Democratica“ und sah den Menschen vor der Krankheit. Basaglia veränderte die Psychiatrie weltweit nachhaltig.

  • Einkehrtipp

    Wiesler

    Beim Wiesler wird einfache Tiroler Hausmannskost serviert und dazu bester Eigenbauwein verschiedenster Sorten kredenzt, im Herbst gibt es Törggelegerichte: Getäfelten Stube, windgeschützten Panoramaterrasse. Wiesler, Familie Kofler, Kirchweg 22, Burgstall, Tel. 0473 291327, www.wieslerhof.com, im Sommer geschlossen, Mo und Di Ruhetag.

    Hecherhof

    Zum traditionsreichen Bauernhof wurde eine große Panoramaterrasse und ein Zubau errichtet, so ist jetzt viel Platz für die Gäste. Eigenbauweine, traditionelle Gerichte. Katzensteinstr. 38, Meran, Tel. 0473 244086 www.hecherhof.it, Di Ruhetag

    Rauthof

    Buschenschank am Sonnenhang oberhalb von Sinich. Viel Hausgemachtes, Eigenbauweine. Katzensteinstr. 41, 39012 Meran. Tel. 0473 244741, Mobiltel. 349 2189021. Juli Sommerpause, variable Öffnungszeiten je nach Jahreszeit, Vorbestellung angeraten.