Politik | Gehaltsverhandlungen

„Unlauteres“ Vorgehen des Landes

Die Südtiroler Schulgewerkschaft übt scharfe Kritik an Arbeitslandesrätin Magdalena Amhof und fordert eine Rückkehr zu einer „faktenbasierten Debatte“.
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Foto: Fabio Brucculeri LPA
  • Scharfe Kritik an Arbeitslandesrätin Magdalena Amhof kommt von der  Südtiroler Schulgewerkschaft (SSG) im Autonomen Südtiroler Gewerkschaftsbund (ASGB.) Die Gewertkschaft fordert eine Rückkehr zu einer „faktenbasierten Debatte“. Bei der vergangenen Haushaltsdebatte im Landtag forderte die Landesrätin nämlich: „Ich erwarte mir jetzt von der Lehrerschaft, dass diese Protestmaßnahmen zurückgenommen werden, und dass wieder ein Unterricht stattfindet, wie wir ihn uns von Lehrerinnen und Lehrern an unseren Schulen auch erwarten können“.

    Gegenüber SALTO verurteilt die ASGB-Vorsitzende Petra Nock die ungenaue Kommunikation: „Der Unterricht wurde immer gewährleistet, es sind lediglich keine Ausflüge mehr gemacht worden. Man kreiert hier ein Stimmungsbild in der Bevölkerung, das nicht stimmt.“ In der Presseaussendung der Schulgewerkschaft heißt es: „Der Unterricht hat trotz eines besonderen Jahres in Qualität und Engagement nicht nachgelassen.“ 

  • Petra Nock: „Wir haben genug von diesem Spiel!“ Foto: ASGB
  • Gewerkschafterin Nock moniert darüber hinaus, dass auch zu den Gehaltsverhandlungen intransparent kommuniziert werde. Nock weist etwa die Darstellung des bisherigen Verhandlungsverlaufs zurück. „Es klingt so, als wären die Verhandlungen wegen der Proteste nicht vorwärtsgegangen – das stimmt schlichtweg nicht“, sagt Nock. Vielmehr habe es aber an entscheidenden Daten gefehlt, die erst spät zur Verfügung gestellt worden seien. Erst in der zweiten Monatshälfte im März seien den Gewerkschaften die Daten, die für die Berechnungen der einzelnen Positionen notwendig waren, schrittweise übermittelt worden. In der Gewerkschaftsaussendung wird präzisiert, dass der Richtlinienbeschluss zur Verhandlungsrahmenordnung erst am 1. April veröffentlicht wurde. Eine rechtzeitige Einigung sei unter diesen Umständen kaum möglich gewesen.

    Inhaltlich bleibt die Bezahlung der Lehrpersonen ein zentraler Konfliktpunkt. Laut SSG liegen die Gehälter, insbesondere an staatlichen Schulen, weiterhin hinter den Gehältern des Landespersonals sowie österreichischen Gehaltsniveaus zurück. Die Landeszulagen sind je nach Dienstjahren bei Grundschul-, Mittelschul- und Oberschullehrern um jährliche Bruttobeträge zwischen 5.300 und 6.000 Euro erhöht worden. Heraus sticht die Erhöhung für Berufseinsteiger mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung. Für Neueinsteiger ohne Studium oder Lehrbefähigung beträgt die Gehaltserhöhung 2.000 Euro. Ausgebildete neue Lehrkräfte erhalten eine Erhöhung von rund 7.500 Euro brutto im Vergleich zum Vorjahr.

  • Die Aussage, auf die Bezug genommen wurde, findet sich bei 3:22:40 der Landtagsdebatte.
    (c) LPA

  • Neuer Konflikt: keine rückwirkende Auszahlung

    Besonders kritisch sieht die Gewerkschaft eine Änderung während der laufenden Verhandlungen: Rund 20 Millionen der ursprünglich vorgesehenen Mittel sollen nun nicht rückwirkend ab Jänner 2026 ausbezahlt werden. „Im Laufe der Verhandlungen sind einfach Parameter geändert worden“, kritisiert Nock. Ursprünglich sei man davon ausgegangen, dass alle vereinbarten Gelder rückwirkend gelten. Diese Änderung habe zusätzlich für Unmut gesorgt.

    Die SSG spricht von einem „unlauteren“ Vorgehen und erwartet nun ein Umdenken seitens der Politik. „Wir haben genug von diesem Spiel“, betont Petra Nock. Ziel müsse es sein, die offenen Punkte rasch zu klären und die Gespräche konstruktiv fortzusetzen.