Ausflug | Wandertipp

Zwischen Felssteig und Kastanienhain

Diese Wanderung führt uns von Atzwang im unteren Eisacktal in die Höhe zur Siedlung von Antlas am Rittner Osthang und von dort auf dem Keschtnweg nach Unterinn.
Atzwang
Foto: Oswald Stimpfl
  • Der Keschtnweg -vom mundartlichen Ausdruck Keschtn für die Esskastanie- ist ein hangquerender Weitwanderweg, der von der Brixner Gegend bis nach Terlan geht. Wir sind dabei in einer sehr abwechslungsreichen Landschaft unterwegs, auf steilen, grob gepflasterten uralten Steigstücken im Bereich des Aufstieges vom Eisacktal bis zu den verstreuten Höfen von Antlas, dann durch blumenreiche Wiesen, Kastanienhaine und Mischwald. Schmale Steige wechseln mit kurzen asphaltierten Höfezufahrten ab, es geht in Schluchten hinab, wo kleine Brücken über Bächlein gehen und wir am Gegenhang wieder aufsteigen müssen. Beim Rielinger, einem traditionsreichen Buschenschank, gibt es den wohlverdienten kulinarischen Zwischenstopp. Das letzte Wegstück nach Unterinn wartet noch mit einem Höhepunkt auf, den grauen Erdpyramiden vom Gasterergraben. Nach rund fünf Stunden Gehzeit treffen wir im Rittner Dorf Unterinn ein, von wo uns der Linienbus bequem nach Bozen zurückbringt.

  • Infos in Kürze

    Streckenwanderung, ideal für Frühling, Frühsommer und Herbst, im Sommer beim Aufstieg zu heiß.

    Schwierigkeit: Schwer, steiler Anstieg, schmale, holprige Steigstücke, teils mit Stufen. 

    Startpunkt: In Atzwang, an der Brennerstaatsstraße SS12, an der Bushaltestelle. 

    Strecke:                13,8 km

    Gehzeit:                5:30 h

    Aufstieg:               890 m

    Abstieg:                350 m

    Anfahrt: Mit Bus Linie 350 Bozen - Gröden, Haltestelle Atzwang. Rückfahrt mit Bus Linie 165 in Unterinn, Haltestelle Infopoint

    Parkplatz: In Atzwang Marienweg, parallel zur Staatsstraße, gebührenfreie Parkplätze.

  • Zum Wegverlauf

    In Atzwang, schräg gegenüber der Bushaltestelle, nehmen wir den Marienweg (Nr. 9) nach Antlas, er folgt der orographisch linken Seite eines Baches bergauf. Es geht an einem Weinberg entlang, nun verengt sich der breite Weg zu einem Steig, der durch felsdurchsetzten Buschwald stramm bergauf geht, streckenweise ist ein grober uralter Pflasterweg erhalten. Nach einer knappen Stunde Gehzeit haben wir die Höhe der Terrassen von Antlas erreicht. Während uns bis hierher das Rauschen des Verkehrs auf der Brennerautobahn begleitet, wird es nun still, es geht durch Weinberge und Wiesen. 

  • Der Gasthof Zuner lockt zur Einkehr, aber es ist noch zu früh und einiger Weg liegt vor uns. Wir fädeln nun den Keschtnweg ein und folgen ihm südwärts. Die Wege sind gut markiert und mustergültig instandgehalten. Wir freuen uns auf die Einkehr beim Rielinger. Nach dem Rielinger beginnt ein schöner Wald- und Wiesensteig, immer auf und ab, in eineinhalb Stunden führt er uns nach Unterinn, wo wir am Infopoint die Bushaltestelle für die Rückfahrt nach Bozen finden.

  • Burg Stein

    Bereits 1238 wird auf Burg Stein als Richter ein Ulrich von Haselberg, Gastalde des Bischofs von Trient erwähnt. Von der einst als Gerichts- und Verwaltungssitz wichtigen Burg sind nur mehr Mauerreste vom Palas übrig, die Ringmauern sind abgestürzt. Anfang des 13. Jahrhunderts erbaut, wurde sie im 17. Jahrhundert. verlassen und verfiel dann zur Ruine. Im Auftrag der Tiroler Landesfürsten übten hier die Pflegrichter die niedere Gerichtsbarkeit aus. Bekannt wurde die Burg auch deshalb, weil der damalige Schlossherr, Engelmar von Vilanders, zugleich auch Landeshauptmann von Tirol, vor der Burg enthauptet wurde. Man bezichtigte ihn des Landesverrates, weil er im Kampf zwischen den Luxemburgern und den Wittelsbachern um die Vormacht in Tirol sich mit den Ersteren verbündete. 

  • Die Ruine Stein: Anfang des 13. Jahrhunderts erbaut, wurde Burg Stein im 17. Jahrhundert verlassen und verfiel dann zur Ruine Foto: Oswald Stimpfl
  • Einkehrtipp

    Der Rielinger liegt auf einem Sonnenhang auf 750 m und schaut übers Eisacktal zum Schlern, auch ein Stück der Dolomiten, der Latemar, lugt am Horizont hinter den Wäldern hervor. Er ist ein beliebtes Ausflugsziel, auch mit dem Auto erreichbar und besonders im Herbst viel besuchter Buschenschank. 

    Bauer Matthias Messner verarbeitet die Trauben zu hervorragenden Weinen, die am Hof ausgeschenkt und ab Hof verkauft werden. Aus der Küche kommt gepflegte Hausmannskost mit teils beachtlichen Variationen, so zum Beispiel Vollkornschlutzer mit Beuschel, -hervorragend- wo gibt es das noch! Viel Fleisch kommt vom eigenen Bauernhof, die Frisch- und Selchwürste, Brot, Speck und Käse sind auch hausgemacht. 

    Rielingerhof, Siffianer Leitach 7, 39054 Klobenstein - Ritten (BZ), Tel.  0471 356 274

    Die Öffnungszeiten sind verwirrend kompliziert:

    Ab Mitte Februar bis Ostern geöffnet, Februar Samstag und Sonntag. Ab Ostern bis Mitte Juni Montag RUHETAG. 7. September bis Allerheiligen: Montag RUHETAG. Ab Allerheiligen bis 23. Nov. Samstag und Sonntag. Für Gruppen und am Abend auf Anfrage.