„Ich will nicht mehr kämpfen“
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Jetzt S+ abonnieren„Ich bin unschuldig. Ich habe kein EPO genommen, genauso wenig wie irgendeine andere verbotene Substanz.“. Mit diesen Worten verteidigt sich der Geher Alex Schwazer auf der am heutigen Nachmittag anberaumten Pressekonferenz im Bozner Hotel Laurin.
Was wie eine schnelle Reaktion auf die Verkündung der deutschen Anti-Doping-Agentur NADA vom Vormittag wirkt, war laut Aussagen Schwazers und von dessen Anwaltsteam bereits seit dem Wochenende geplant. Es ist bereits das dritte Mal, dass der Südtiroler Geher mit einem Dopingvorwurf konfrontiert wird.
„Wir werden nichts mehr zu meiner Verteidigung unternehmen.“
„Am Freitagmorgen habe ich eine E-Mail erhalten, eine Mitteilung, die unglaublicherweise von einem positiven Befund auf Erythropoetin, kurz EPO, spricht“, berichtet der 41-jährige Schwazer umringt von seinem Anwalt- und Managementteam. Es geht dabei um die Dopingkontrolle nach dem Rennen über die Marathon-Distanz im hessischen Kelsterbach, das der Kalcher Sportler am 26. April dieses Jahres absolviert hatte. Die Teilnahme an jenem Wettkampf in Deutschland, bei dem Schwazer einen neuen Italien-Rekord aufstellte und 25 Minuten vor dem Zweitplatzierten ins Ziel kam, scheint ihm zum Verhängnis geworden zu sein.
Eine unendliche Geschichte
Alex Schwazer wurde 2008 in Peking Olympiasieger über 50 Kilometer Gehen. 2012 wurde er nach einem positiven Dopingtest für vier Jahre gesperrt. Im Rahmen eines Strafvergleichs im italienischen Strafverfahren im Zusammenhang mit dem Dopingfall akzeptierte er zudem eine achtmonatige Haftstrafe auf Bewährung sowie eine Geldstrafe von 6.000 Euro. 2016 wurde er erneut positiv getestet und vom Internationalen Sportgerichtshof CAS für acht Jahre gesperrt.
Nach dem Rennen in Kelsterbach wurden Schwazer sowohl Blut- als auch Urinproben entnommen. Nach Angaben des Athleten beantragte sein Team bereits unmittelbar bei der Kontrolle zusätzliche Sicherungsproben, die in seinem Besitz verbleiben sollten. Die Bitte um eine dritte Blutprobe wurde laut dem bei der Pressekonferenz vorgestellten Kontrollprotokoll abgelehnt. Dagegen wurde ihm ein Rest der entnommenen Urinprobe überlassen. Schwazer und seine Anwälte betonen, dass die Übergabe dieser Probe im Kontrollprotokoll ebenfalls ausdrücklich vermerkt sei. Eine Gegenanalyse wollen sie nur dann beantragen, wenn neben den offiziellen Proben auch diese von Schwazers Team aufbewahrte Resturinprobe untersucht wird.
„Wir werden nichts mehr zu meiner Verteidigung unternehmen. Sie können tun, was sie wollen – sie tun es ohnehin“, so Schwazer. Er werde sich nicht mehr zur Wehr setzen, weil er nicht mehr die Kraft und die Energie dazu habe. „Ich gehe davon aus, dass die Sperre lebenslang sein wird. Das heißt, ich werde keine Wettkämpfe mehr machen können. Mir ist das mittlerweile gleichgültig“, betont Schwazer.
Sein langjähriger Anwalt Gerhard Brandstätter gibt sich im Kontrast dazu kämpferischer. Er habe Schwazer davor gewarnt, erneut in den Wettkampfsport zurückzukehren, da die Risiken nach den vergangenen Jahren erheblich seien. Zugleich weist er auf die fehlende Möglichkeit eines klassischen kontradiktorischen Verfahrens im Sportrecht hin. In Bezug auf die Beweislage unterstrich Brandstätter die Forderung nach vollständiger Transparenz und der Auswertung aller verfügbaren Proben. „Wenn sie die Wahrheit wollen, dann müssen sie diese Probe analysieren“, sagte er mit Blick auf die zusätzlich gesicherte Resturinprobe.
Schwazer zeigt sich von der nachdrücklichen Rede Brandstätters wenig beeindruckt. Er macht in der Pressekonferenz deutlich, dass er keinen weiteren jahrelangen Rechtsstreit mehr führen will. Auch sportlich zieht er einen Schlussstrich: „Meine Zeit als Profisportler liegt schon länger zurück.“
Ich verstehe ja, dass der…
Ich verstehe ja, dass der Schwazer jetzt die Nase voll (und die Blase leer) hat, aber es wäre doch interessant zu wissen, wer ihm da immer in seine Urinproben pinkelt.
Antwort auf Ich verstehe ja, dass der… von Hartmuth Staffler
Ehrlich gesagt verstehe ich…
Ehrlich gesagt verstehe ich genau diesen Vorgang nicht. A und B Probe werden, so was ich bisher nachlesen konnte, vom Athleten selbst versiegelt und sind mit einem Verschluss versehen der nicht zerstörungsfrei geöffnet werden kann, eben um eine Nachweiskette zu ermöglichen. Der Athlet selbst oder ein von ihm beauftragter Experte kann bei der Öffnung der B Probe anwesend sein um die Unversehrtheit von Verschluss und Behälter zu bestätigen.
Welche Möglichkeiten - falls das Beschriebene so korrekt ist - bleiben für eine mutmaßliche Manipulation?
Antwort auf Ehrlich gesagt verstehe ich… von Christoph Moar
Mir fallen da mehrere…
Mir fallen da mehrere Möglichkeiten ein, die je nach Protokoll möglich wären:
1. Auf dem Weg vom versiegelten Becher zum Analysegerät könnte man die Probe austauschen.
2. A- und B-Probe austauschen und Siegel fälschen
3. Befund manipulieren/austauschen
4. Einfach Befund manipulieren
5. Das EPO schon VOR dem Test im Becher platzieren, da es sich verschwindend kleine Mengen handelt, würde das nicht auffallen.
Ob das realistisch ist, ist natürlich eine andere Frage.
Antwort auf Mir fallen da mehrere… von Oliver Hopfgartner
Danke, verständlich. Wenn 1,…
Danke,
verständlich. Wenn 1, 3, 4, 5 möglich wären (was ich nicht in Abrede stellen möchte), dann würde die zusätzliche Probe, die die Beschuldigten selbst verwahrt haben, keinen Sinn machen, weil alle vier Manipulationen dort genauso stattfinden würden.
2 erscheint mir nur dann möglich wenn die Siegel so beschaffen sind, dass sie überhaupt gefälscht werden können. Habe kein Wissen darüber, aber normalerweise sind Siegel - zumal für juristisch robuste Nachweise gedacht - genau das nicht.
Aber wie gesagt, rein akademisches Interesse. Zuwenig Detailwissen wird kommuniziert.
So oder so mein Bedauern für Schwazer, unabhängig von jeder Schuldbewertung.
Antwort auf Danke, verständlich. Wenn 1,… von Christoph Moar
Mir ist ein kleiner Fehler…
Mir ist ein kleiner Fehler unterlaufen, 3 und 4 sind de facto die selbe Manipulationsmethode.
Meine Erfahrung aus der ärztlichen Praxis ist aber, dass gewisse Dopingmethoden ohnehin nicht oder nur schwer nachweisbar sind. Selbst altmodisches EPO ist fast nicht nachweisbar, wenn man ein genau auf den Athleten zugeschnittenes Micro-Dosing-Schema verwendet. Es gibt auch Techniken zur Verbesserung der Erythrozytenfunktion über physikalische Reize. Diese Techniken stehen auf der Dopingliste, sind aber nur indirekt nachweisbar, z.B. über gesichtete Einstichstellen über einer Vene (was aber auch von einer Blutabnahme kommen kann) oder durch den Nachweis von Kunststoffen oder Weichmachern, die bei der Verwendung solcher Techniken in den Körper übertreten können. Diese Techniken wären auch in einer gut ausgestatteten Hausarztpraxis durchführbar und es werden Leistungssteigerungen von 5-10 % angegeben, was für einen Profi viel ist.
Antwort auf Danke, verständlich. Wenn 1,… von Christoph Moar
In diesem Informationsvideo…
In diesem Informationsvideo der NADA Deutschland ist nachgestellt, wie eine Urinprobe zur Dopingkontrolle vor sich geht. Ich war persönlich schon bei verschiedenen dabei. Sieht alles fälschungssicher aus, ist es aber nicht, wenn der Tester das Ergebnis fälschen will. Es wird eher verhindert, dass der Kontrollierte nichts manipulieren kann. Was auch verständlich ist, weil man ja davon ausgeht, dass der Sportler tricksen will, nicht die Kontrollbehörde.
https://www.youtube.com/watch?v=Ge6UF7_JJgI
Antwort auf In diesem Informationsvideo… von Manfred Klotz
Danke, wirklich. Sehe das …
Danke, wirklich.
Sehe das (insbesondere die Behälter und den one-way-Verschluss) zum ersten Mal.
„Sieht alles fälschungssicher aus, ist es aber nicht, wenn der Tester das Ergebnis fälschen will.“
Das muss ich so stehen lassen, „von alleine“ (=ohne Hinweise von Ihnen) kann ich keine konkrete Vorgehensweise ableiten.
Nicht vorstellen kann ich mir:
* dass der Verschluss zerstörungsfrei wieder geöffnet werden kann, ich glaube den Herstellerangaben dazu (aber lasse mich eines Gegenteils belehren falls das so sei)
Vorstellen kann ich mir:
* die ganze Flasche wird ausgetauscht und jemand besorgt sich eine neue Flasche mit identischer Nummer, in der er denn (manipulierten) Urin aus der illegal geöffneten einschüttet
Aber angenommen es wäre so, müsste dann nicht der Hersteller der Flaschen oder der Siegel mitspielen und „Duplikate“ mit derselben ID erstellen?
Dass sowas bei einem zertifizierten Hersteller möglich sein sollte und es auch nicht gewhistleblowed würde erscheint mir persönlich unvorstellbar.
Aber nochmal, wahrscheinlich kennen Sie realiter viel mehr Möglichkeiten als meine Überlegungen hergeben. Wenn man sie teilen kann, bitte gerne.
Sonst aber auch egal, ich muss mir jetzt auch nicht forensisches Wissen aufbauen, wirklich nicht ;)
Antwort auf Danke, wirklich. Sehe das … von Christoph Moar
Die Flaschen auszutauschen…
Die Flaschen auszutauschen oder den Verschluss zu öffnen, ohne das Siegel zu zerstören ist eher schwierig. Die Flaschen sind aus ziemlich dickem Glas, der Verschluss aus hartem dicken Kunststoff. Etwas nachträglich zu einzuspritzen ist unmöglich. Wenn müssen die Flaschen vorher präpariert worden sein und zwar alle, denn der Sportler wählt ja selbst eine Schachtel aus. Die Versiegelung des Kartons ist keine unüberwindbare Hürde.
Anfällig ist der Behälter in den der Sportler uriniert. Der ist aus herkömmlichem Kunststoff und nur in einem Nylonbeutel verpackt. Da kontrolliert niemand, ob irgendwelche Einstichstellen vorhanden sind.
Der einfachste Moment für die Manipulation ist natürlich im Labor wo die Untersuchung stattfindet. Allerdings muss da auch die B-Probe manipuliert werden, die unter Umständen auch geöffnet wird.
Aber für jemand der die Vorgänge kennt und eine Probe manipulieren will, ist das alles kein großes Unterfangen. Wie gesagt, in Sotchi hat das Labor mitgespielt.
Antwort auf Die Flaschen auszutauschen… von Manfred Klotz
Danke!
Danke!
Antwort auf Ehrlich gesagt verstehe ich… von Christoph Moar
Die Olympischen Spiele in…
Die Olympischen Spiele in Sotschi haben gezeigt, wie banal einfach es ist Dopingtests zu manipulieren, wenn der Tester es will. Ob ds hier der Fall war, entzieht sich meiner Kenntnis. Im famosen zweiten Doping-Fall Schwazers gibt es hingegen dermaßen viele Hinweise, dass es so war, dass man nicht mehr von Vermutung sprechen kann.
RA Brandstätter spricht ein tatsächliches Problem an: das Fehlen des normalen kontradiktorischen Verfahrens im Sportrecht. Schon die Tatsache, dass sich kein Verband bisher dazu durchgerungen hat, dieses System einzuführen und auf der alleinigen Deutungshoheit der Sportrichter beharrt, lässt vermuten, dass man die Willkür vorzieht, denn sie schützt die Interessen eines Verbandes und der Richter selbst. Ich könnte da ein Lied davon singen. Beispielsweise davon, dass es absurd ist, wenn eine Berufungskommission (also die zweite und letzte Instanz, denn eine dritte gibt es im Grunde nicht) aus Mitgliedern besteht, die keine Ahnung von einer bestimmten Sportart haben und nachweislich auch die Regeln nicht kennen, nach denen eine sportliche Meisterschaft organisiert ist. Wehren kannst du dich nicht.
Antwort auf Ich verstehe ja, dass der… von Hartmuth Staffler
Wenn Schwazer die Nase voll…
Wenn Schwazer die Nase voll und die Blase leer hat (so wie geschrieben) so muß wohl sein Hirn auch leer sein,denn er wusste ja ,daß er immer genauestens kontrolliert wird.
Mich würde jetzt die Meinung von Sandro Donati interessieren,ob auch hier eine eventuelle Manipulitation vorliegt.
Antwort auf Wenn Schwazer die Nase voll… von Georg Markart
Eben weil Schwazer wusste,…
Eben weil Schwazer wusste, dass er sicher kontrolliert würde, liegt es nahe, dass er es nicht getan hat.
Ich empfehle einen…
Ich empfehle einen erfahrenen Psychiater zu Rate zu ziehen.
Was ist wahrscheinlicher,…
Was ist wahrscheinlicher, dass ein inzwischen Hobbyathlet 10 Jahre nach Ende seiner Sportkarriere einen Italienischen Rekord aufstellt oder dass irgendjemand in der WADA ihn auf äußerst komplizierte Weise ein Doping unterstellen will (wobei der Zweck dabei unklar ist)?
Antwort auf Was ist wahrscheinlicher,… von Robert Hölzl
So unklar ist der Zweck…
So unklar ist der Zweck nicht. Es steht der Prozess vor dem Europäischen Gericht für Menschenrechte an. Der Gerichtshof hat ein Verfahren gegen die Schweiz eröffnet, nachdem das dortige Bundesgericht Schwazers Einsprüche gegen die verhängte Dopingsperre zuvor zurückgewiesen hatte. Gewinnt Schwazer das Verfahren, dürften über die WADA und die Schweizer Behörden Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe hereinbrechen.
Es könnte sein, dass WADA und CAS durch diese angeblich positive Probe, Material für die Verteidigung sammeln will, indem sie damit zu belegen versuchen, dass Schwazer ein notorischer Doper und damit Lügner ist.
Denken wir daran, dass Schwazer von einem ordentlichen Gericht mit der Begründung vollkommen freigesprochen wurde, dass die Wahrscheinlichkeit der Manipulation der Urinprobe exorbitant ist.
Antwort auf So unklar ist der Zweck… von Manfred Klotz
a) Ich wiederhole die Frage:…
a) Ich wiederhole die Frage: was ist wahrscheinlicher, dass ein Hobbyathlet 10 Jahre nach Ende seiner Karriere einen Italienrekord läuft oder dass die Wada ihn hereinlegen will?
b) Es wird immer darauf hingewiesen, dass Schwazer in einem Strafprozess freigesprochen wurde (weiß jetzt nicht auswendig mit welcher Formel); es wird aber immer unterschlagen, dass die Funktionäre, die Schwazer angeschwärzt hat (um eine Reduzierung seiner ursprünglichen Strafe infolge von Mitarbeit zu erhalten; hat dann nicht funktioniert), von der gleichen italienischen Gerichtsbarkeit von den von Schwazer erhobenen Vorwürfen ebenfalls freigesprochen wurden.
c) nach diesem letzten Dopingverdacht wird auch von der deutschen Strafgerichtsbarkeit der entsprechende Verdacht geprüft, da Selbstdoping inzwischen auch in Deutschland unter Strafe steht. Schauen wir mal, ob ein Verfahren eingeleitet wird und wie das gegebenenfalls ausgeht.
d) Fakt ist, dass es das dritte Mal ist, dass Schwazer unter Dopingverdacht geraten ist.
e) Ein Gericht (auch nicht das Europäische Gericht für Menschenrechte) kann nur auf der Grundlage von „ex-ante“-Beweisen entscheiden. Das gegenständliche Dopingverfahren kann also in keiner Weise Einfluß auf das Verfahren haben. Es wird nicht auf der Grundlage einer Charaktereinschätzung (notorischer Doper und Lügner) entschieden, sondern auf der Grundlage von Fakten und Gesetzesverletzungen. Also ist diese Begründung für eine Manipulation äußert unwahrscheinlich; darüberhinaus leiden solche Verschwörungstheorien immer unter einem Grundproblem: damit so eine Theorie funktioniert, müssen derart viele Menschen daran teilnehmen, dass sie aus diesem Grund nicht funktioniert.
Antwort auf a) Ich wiederhole die Frage:… von Robert Hölzl
Sie täuschen sich bezüglich…
Sie täuschen sich bezüglich des Verfahrens vor dem EU-Gericht. Den Leumund eines Angeklagten oder Klägers zu zerstören ist gängige Praxis, ganz egal was wann passiert ist. Es reicht Zweifel zu säen, ein Richter kann die nicht gänzlich ausblenden.
Es müssen nur jene Menschen daran beteiligt sein, die auch schon vorher beteiligt waren, das sind gar nicht mal viele und die werden sicher nicht Haltung ändern.
Antwort auf Sie täuschen sich bezüglich… von Manfred Klotz
Tut mir leid, aber eine…
Tut mir leid, aber eine Entscheidung kann immer nur auf ex-ante-Fakten getroffen werden. Den Leumund zu zerstören, mag Praxis sein, aber immer nur für Verhalten vor der Tat, nicht nach der Tat. Inwieweit sich Richter von Zweifeln, die aufgrund später erfolgten Handlungen entstehen, beeinflussen lassen, kann jeder selbst entscheiden.
Nach ihrer Theorie müssten aber die jetzigen Kontrolleure, die gleichen sein wie damals vor 10 Jahren. Damals und heute baut die Verteidigung von Schwazer darauf auf, dass die Proben manipuliert wurden, und wie gesagt, es müssten also heute wie damals die genau gleichen Personen beteiligt sein und es müsste ein Kette von ganz oben (die den Betrug anordnen, natürlich alles nur mündlich) bis ganz unten (Kontrolleure vor Ort) und A-Probe und B-Probe müssten von den gleichen Leuten geprüft werden. Für mich sind solche Verschwörungstheorien weit unwahrscheinlicher als die Variante, dass Schwazer einfach ein Doper ist, der sich nicht damit abfinden konnte und kann, dass er ohne Doping nicht Weltklasse ist.
Und wie sie selbst geschrieben haben, läuft sein Verfahren vor dem EU-Gericht auf zukünftige mögliche Schadensersatzansprüche hinaus und ihrer Theorie folgend, könnte Schwazer auch gedopt haben, um sich als Verfolgten hinzustellen und damit die Richter zu beeinflussen. (Was ich ebenso wenig glaube, wie die anderen Verschwörungstheorien. Schwazer ist nicht der Mittelpunkt der Welt der WADA.)
Antwort auf Tut mir leid, aber eine… von Robert Hölzl
Die verfügbaren…
Die verfügbaren Räuberpistolen welche im Dopingsumpf vorhanden sind, sind so vielfältig und mit den dazugehörigen Lügenmärchen können unzählige Bücherbände gefüllt werden. Welches Schweindl hätten Sie gerne?
Das Staatliche, vom Verband, von der Lobby, von der Medizin oder von Privat.
Aus diesem Grund werden Sie auch mit Ihrem Wahrscheinlichkeitsansatz in der Sache nicht weiter kommen.
Antwort auf Tut mir leid, aber eine… von Robert Hölzl
Ob ein Richter sich von -…
Ob ein Richter sich von - echtem oder gefaktem - Verhalten ex ante oder ex post beeinflussen lässt, können Sie gar nicht erkennen. Vielleicht nicht einmal der Richter selbst. Sie täuschen sich, wenn Sie glauben, dass Emotionen in der Rechtsprechung vollkommen ausgeblendet werden können.
Wenn Sie die Geschichte der Dopingbehörden verfolgen, erkennen Sie wie sehr da Einiges im Argen liegt. Schwazer hat da ziemlich viel ausgeplaudert und das System ins Wanken gebracht. Das lässt der Markt nicht so einfach zu. In diesem Sinn ist Schwazer schon der Mittelpunkt der WADA-Welt. In einem korruputen System müssen nicht immer dieselben Personen am Werk sein. Anderfalls könnte das System nicht schon seit Jahrzehnten funktionieren.
Meine Darstellung ist natürlich eine Vermutung, genauso wie es ihre ist. Die Hintergründe - besonders der Email-Verkehr im zweiten Dopingfall - lassen aber tief blicken. Und auch besonders die Tatsache, dass Schwazer vor einem ordentlichen Gericht freigesprochen wurde (was Ihrer These, des tatsächlichen Dopings widerspricht), aber vom Sportgericht nicht. Das ist vollkommen absurd, denn ordentliche Gerichte gehen viel eher in die Tiefe als die Sportgerichtsbarkeit (auch hier könnte ich ein Lied davon singen).
Ihre abschließende Vermutung ist natürlich auch zulässig, wäre angesichts der Vorgeschichte, d.h. die ganz klar ablehnende Haltung der Sportgerichtsbarkeit, ein gewaltiges Hazardspiel von Schwazer.
Antwort auf Ob ein Richter sich von -… von Manfred Klotz
„Emotionen beeinflussen die…
„Emotionen beeinflussen die Rechtssprechung“ Gilt dann aber für alle Gerichte, egal ob Sport-, Straf- oder Zivilgerichtsbarkeit.
„Schwazer hat ausgeplaudert und das System ins Wanken gebracht“ Da spricht wohl eher der Wunsch als die Realität. Schwazer war immer nur an ihm selbst interessiert, sein Ausplaudern war darauf ausgerichtet als Zusammenarbeit gewertet zu werden, um die erste Strafe zu mindern und an Rio teilnehmen zu können. Sein Ausplaudern was die Mithilfe der italienischen Funktionäre betraf, wurde von der italienischen Strafgerichtsbarkeit anders bewertet; die Funktionäre wurden alle freigesprochen.
„Ordentliche Gerichte gehen eher in die Tiefe“ Abgesehen davon, dass die Sportgerichtsbarkeit andere Zwecke hat als die Strafgerichtsbarkeit, könnte man auch darauf hinweisen, dass zwischen einem Urteil im ersten Grad und im Falle von Rekurs im zweiten Grad bwz. eventuell in der Kassation in der gleichen Sache recht unterschiedliche Urteile ausgeprochen wurden, die „Tiefe“ also nicht notwendigerweise für ein richtiges Urteil sorgt. Im Schwazerprozeß hatte niemand Interesse an einem Rekurs. Daher blieb es beim erstinstanzlichen Spruch; dieses Mal wird das Vergehen von der deutschen Strafgerichtsbarkeit untersucht. Mal sehen was dabei herauskommt.
Schwazer ist absolut keine wichtige Figur und hat nie einen Kampf gegen das System betrieben (vielleicht Donati), sondern immer nur seinen Vorteil gesucht. Das ist absolut zulässig, aber macht keine tragische Figur aus ihm. Und sein Anspruch auf Prüfung seiner dritten Probe ist lächerlich, da es absolut keine Garantie gibt, dass diese Probe authentisch ist.
Verschwörungstheorien sind nicht schlecht, weil sie Verschwörungen postulieren, sondern weil sie meist unwahrscheinlich sind und in vielen Aspekten nicht mit der Realität übereinstimmen. Ich halte es mit Okham: kann eine Tatsache von mehreren Theorien erklärt werden, ist meist die einfachste Theorie die richtige. Und diese Theorie, dass Schwazer von der WADA verfolgt würde, weil er ihre Geheimnisse ausgeplaudert hätte, ist dermaßen kompliziert (wenn man mal durchdenkt, was alles notwendig ist, um sie funktionieren zu lassen und wie viele Menschen dabei mitspielen müssten), dass die Theorie, er hat einfach gedopt, weitaus einfacher ist.
Antwort auf Was ist wahrscheinlicher,… von Robert Hölzl
Die WADA ist jedenfalls so…
Die WADA ist jedenfalls so mächtig,daß es für sie überhaupt nicht kompliziert ist, für ihren Zweck Mittel zu finden um jemanden „ Abzuschießen“.
Interessant ist jedenfalls,daß diese mächtigen Verbände im nicht EU Land Schweiz ihren Sitz haben, die FIFA mit Infantino lässt grüßen.
Wieso spricht Schwazer in…
Wieso spricht Schwazer in der Pressekonferenz nur italienisch? Er ist doch deutscher Muttersprache ...
Antwort auf Wieso spricht Schwazer in… von G. P.
Endlich einer, der des…
Endlich einer, der des Pudels Kern anspricht.
Wieso schauen Sie nur die…
Wieso schauen Sie nur die italienischen Nachrichten? In RAI-Südtirol hat Schwazer Deutsch geredet.