Wenn Doggi für „Dieter“ singt
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Jetzt S+ abonnierenSALTO: Markus Dorfmann, wie bist du auf die Idee gekommen, ausgerechnet Dieter Peterlin einen eigenen Song zu widmen?
Markus Dorfmann: Man muss sich das doch nur mal anschauen: Dieter ist wahrscheinlich der meistdiskutierte Mann Südtirols! Wenn die Sonne scheint, nimmt das jeder als selbstverständlich hin. Aber wehe, es tröpfelt am Wochenende beim Grillen – dann ist gefühlt der Peterlin persönlich Schuld. Diese absurde Eigendynamik, wie wir Südtiroler unser Wohlbefinden vom Wetterbericht abhängig machen, war einfach ein Elfmeter ohne Torwart. Den musste ich verwandeln.
Kennst du Dieter Peterlin persönlich?
Ich kenne nur seine Stimme, ich glaube, vielen geht es gleich.
Du nimmst im Song wieder einmal alle aufs Korn und jeder bekommt sein Fett weg – warum eignet sich das Südtiroler Wetter (und die Aufregung darüber) so perfekt dafür?
Weil das Wetter das einzige Thema ist, das wirklich jeden betrifft – vom Bauer im Feld über die Dame, die frisch vom Friseur kommt, bis hin zum HGV, der am liebsten drei Wochen Sonnenschein per Gesetz verordnen würde.
Wir suchen eben gerne einen Schuldigen, wenn die Dinge nicht nach Plan laufen.
Es zeigt wunderbar menschelnde Macken: Wir suchen eben gerne einen Schuldigen, wenn die Dinge nicht nach Plan laufen. Das Wetter ist die perfekte Folie für ein bisschen gesunde Gesellschaftssatire.
Hast du Dieter Peterlin den Song vor der Veröffentlichung schon hören lassen?
Nein, habe ich nicht.
Wie fällt das bisherige Feedback aus – hast du schon erste Reaktionen von Hörern oder Betroffenen bekommen?
Noch kein Feedback, der Song ist noch ganz frisch. Das dauert immer ein paar Tage, schaumermal.
Über Markus „Doggi“ Dorfmann
Der Brixner Liedermacher Markus „Doggi“ Dorfmann steht seit Jahren für ehrliche, erdige Dialektmusik mit einer gehörigen Portion Humor und scharfer Beobachtungsgabe. In seinen Songs nimmt der Musiker und Kabarettist den Südtiroler Alltag und menschliche Eigenheiten treffsicher aufs Korn – immer verpackt in eingängige Akustik-Melodien und feine Ironie. Mit seiner aktuellen Single „Dieter“ widmet er sich gewohnt gewitzt dem liebsten Smalltalk-Thema des Landes: dem Wetter und der ganz besonderen Beziehung der Südtiroler zu ihrem bekanntesten Meteorologen.
Wie ist der Song musikalisch entstanden – gab es zuerst die Melodie oder die Textzeilen, und wie hast du den passenden Sound im Studio umgesetzt?
Bei mir geht das oft Hand in Hand. Die Grundidee und der Refrain-Slogan waren zuerst da. Die Akkordfolge (dieser treibende Wechsel zwischen A-Moll, Bb und D-Moll) gibt dem Ganzen genau diese Dringlichkeit und Leichtigkeit, die der Text braucht. Bei der Aufnahme ging es mir vor allem darum, den Sound ehrlich, erdig und unpoliert zu halten – typisch Dialekt-Liedermacher eben. Der Rhythmus muss schieben, damit die Pointen beim Zuhörer auch rhythmisch auf den Punkt landen.
Du stehst seit Jahren für humorvolle und gesellschaftskritische Dialektmusik: Wo ordnest du „Dieter“ musikalisch in deinem bisherigen Schaffen ein?
Er reiht sich nahtlos ein in die Fraktion ‚Südtiroler Alltags-Satire‘. Es ist ein klassischer Doggi-Song: eingängig, nah am Volk, aber mit einer feinen Prise Ironie. Musikalisch geradlinig und voll auf den Text fokussiert. Wer meine früheren Sachen mag, wird sich bei ‚Dieter‘ sofort zu Hause fühlen.
Dürfen wir uns demnächst auf ein neues Album oder weitere Singles freuen?
Die Feder steht nie still! Es gibt einige Ideen und weitere Songs im Ofen, die darauf warten, fertig gebacken zu werden. Ob es am Ende ein ganzes Album wird oder ich Stück für Stück neue Singles rausbringen, lasse ich mir noch offen – aber musikalisch wird es definitiv nicht leise um mich werden.
Ohne Doggi warets longweilig…
Ohne Doggi warets longweilig, eh klor! Tua du lei weitomochn, bittschian donkschian.
Und klogz et ibrs wettr und in wettrfrosch, weil’s eh isch wia’s isch.
Meitern isch leicht und wert a blede G’wohnheit, Agiern (net ban Wettr) isch schun echt eppes ondrs.
Molzeit