Reich auf dem Konto, teuer im Alltag
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Jetzt S+ abonnierenSüdtirol ist die „reichste“ Provinz Italiens. Zumindest, wenn man danach geht, wie viel Geld durchschnittlich auf den Girokonten der Bevölkerung liegt. Rund 30.400 Euro pro Einwohner sind es laut einer neuen Erhebung des italienischen Verbraucherschutzverbandes Adusbef. Mehr als in jeder anderen Provinz des Landes.
Auf den weiteren Plätzen folgen Mailand mit 27.900 Euro, Piacenza mit 26.800 Euro, Sondrio mit 26.000 Euro und Belluno mit rund 25.650 Euro. Ganz am anderen Ende der Rangliste steht Crotone: Dort befinden sich durchschnittlich 9.679 Euro pro Einwohner auf den Konten.
Eine beeindruckende Differenz. Doch aus ihr abzuleiten, dass der durchschnittliche Südtiroler dreimal so wohlhabend lebt wie jemand in Crotone, wäre falsch.
Wie sich die gut 30.000 Euro innerhalb der Südtiroler Bevölkerung verteilen, sagt die Statistik nicht. Wenige sehr hohe Guthaben können einen Durchschnitt deutlich nach oben ziehen. Und gerade in Südtirol fehlt der vermeintlichen Reichtumsstatistik die entscheidende zweite Hälfte: das Preisniveau.
Hohe Guthaben, hohe Ausgaben
Denn Südtirol gehört zugleich zu den teuersten Gegenden Italiens. Nach den jüngsten verfügbaren Daten des staatlichen Statistikamtes Istat lagen die durchschnittlichen monatlichen Konsumausgaben der Haushalte in Trentino-Südtirol 2024 bei 3.584 Euro, das ist höher als in jeder anderen italienischen Region. Der italienische Durchschnitt lag bei 2.755 Euro.
Besonders schwer wiegt dabei das Wohnen. 42 Prozent der Konsumausgaben entfielen in Trentino-Südtirol auf Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Energieträger. Italienweit waren es 35,7 Prozent. Istat weist ausdrücklich darauf hin, dass dieser hohe Anteil besonders von der Situation in der Provinz Bozen geprägt wird. Auch aktuelle Immobilienpreise zeigen die Dimension. Im zweiten Quartal 2026 war Trentino-Südtirol mit durchschnittlich 3.281 Euro pro Quadratmeter die teuerste Region Italiens für den Immobilienkauf. In der Provinz Bozen wurden im Juli auf Immobilienportalen im Schnitt knapp 4.900 Euro pro Quadratmeter verlangt.
„Häufig ist das Sparen das Ergebnis von Konsumverzicht und einer vorsichtigen Haltung.“
Und teuer ist nicht nur das Dach über dem Kopf. Eine Anfang 2026 veröffentlichte Codacons-Untersuchung zu Preisen in italienischen Städten setzte Bozen bei einem Warenkorb aus Lebensmitteln und Dienstleistungen insgesamt auf den dritten Platz hinter Mailand und Aosta. Bei Lebensmitteln war Bozen sogar Spitzenreiter: Für den untersuchten Warenkorb aus 28 Nahrungsmitteln waren rund 220 Euro notwendig – etwa ein Drittel mehr als in der günstigsten untersuchten Stadt.
Die Aussage „30.400 Euro pro Einwohner auf dem Konto“ erhält vor diesem Hintergrund eine andere Bedeutung. Auch Adusbef selbst warnt deshalb davor, steigende Bankguthaben vorschnell mit wachsendem Wohlstand gleichzusetzen. Präsident Antonio Tanza sieht darin vielmehr auch eine Reaktion auf wirtschaftliche Unsicherheit: „Das Wachstum der Bankeinlagen der Italiener ist ein Zeichen dafür, dass die Familien sich in einem Umfeld anhaltender wirtschaftlicher Unsicherheit absichern wollen. Diese Zahl darf jedoch nicht als Indikator für einen allgemein gestiegenen Wohlstand interpretiert werden: Häufig ist das Sparen das Ergebnis von Konsumverzicht und einer vorsichtigen Haltung. Es ist entscheidend, dass das Bankensystem diese Ersparnisse durch transparente Bedingungen und eine angemessene Verzinsung aufwertet, die Verbraucher schützt und zugleich das Vertrauen in die Wirtschaft stärkt.“
„Es ist entscheidend, dass…
„Es ist entscheidend, dass das Bankensystem diese Ersparnisse durch transparente Bedingungen und eine angemessene Verzinsung aufwertet, die Verbraucher schützt ...“
Tja, wie soll das gehen bei maximal 0,05 % Verzinsung auf dem Konto?
Antwort auf „Es ist entscheidend, dass… von G. P.
Es gäbe eine einfache…
Es gäbe eine einfache Möglichkeit um kleinen Anlegern den Vermögensaufbau zu erleichtern. Man könnte bei der Kapitalertragsteuer einen Freibetrag einführen und die Kapitalertragsteuer erst ab 100.000 € Anlagevermögen ansetzen. Das würde es Kleinanlegern erleichtern, den sechsstelligen Bereich zu erreichen und sich gegen Altersarmut abzusichern.