Wirtschaft | EU-Bio-Tag

Weniger Bio-Obst aus Südtirol

Feuchte Sommer und Pilzkrankheiten erschweren die Arbeit biologischer Betriebe im Obstbau. Wein-, Acker- und Gemüseflächen wachsen leicht, teilt der Bioland-Verband mit.
Auf dem Bauernmarkt: Feldgemüse und Kräuter aus biologischer Landwirtschaft bleiben gefragt. Bild: Bioland Südtirol

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Der Bioanbau in Südtirol entwickelt sich je nach Sparte unterschiedlich. Während der Bio-Weinbau moderat wächst und die biologische Milchwirtschaft eine stabile Säule der Berglandwirtschaft bleibt, steht insbesondere der Bio-Obstbau vor Herausforderungen. Gleichzeitig bieten Gemüsebau, Ackerbau und die lokale Bio-Fleischproduktion gute Entwicklungsmöglichkeiten, teilt der Südtiroler Bioland-Verband zum heutigen europäischen Bio-Tag am 23. September mit. 

Reinhard Verdorfer, Geschäftsführer von Bioland Südtirol, erklärt: „Bio-Produkte sind ehrlich und streng kontrolliert – das schätzen die Konsumentinnen und Konsumenten, ganz besonders beim direkten Einkauf am Marktstand. Wollen wir aber biologische und regionale Kreisläufe in Südtirol konsequent schließen, gibt es noch viel Luft nach oben. Die Arbeit geht uns hier sicher nicht aus.“ Entscheidend sei dabei, dass die landwirtschaftlichen Betriebe wirtschaftlich tragfähig arbeiten können. Dafür brauche es verlässliche Partnerschaften mit dem Handel und eine faire Entlohnung der Erzeugerinnen und Erzeuger. 

Bioflächen mehr als ein Drittel

Zum 31. Dezember 2025 waren in Südtirol 1.974 Betriebe im Nationalen Verzeichnis der ökologisch wirtschaftenden Unternehmen eingetragen, darunter 1.624 landwirtschaftliche Betriebe. Insgesamt wurden 35,2 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche biologisch bewirtschaftet. Ohne Wiesen und Weiden liegt der Anteil der Bioflächen bei nur 12,2 Prozent der Sonderkultur- und Ackerflächen. 

Bio-Obstbau unter Druck

Im ökologischen Obstbau ist seit dem Höchststand von 2021 ein leichter Flächenrückgang zu beobachten. Damals wurden 2.604 Hektar biologisch bewirtschaftet. 2025 waren es noch 2.354 Hektar, 4 Prozent weniger als im Vorjahr und 13,5 Prozent der Gesamtfläche im Obstbau. Die zentrale Herausforderung heißt Pflanzengesundheit: Zunehmend heiße und feuchte Sommer erhöhen den Druck durch Pilzkrankheiten und machen Anbau und Pflanzenschutz für Bio-Betriebe anspruchsvoller. 

Schwierige Wetterbedingungen: Im Vergleich zum Vorjahr werden 4 Prozent weniger Obstbauflächen biologisch bewirtschaftet. Südtiroler Apfelkonsortium

Anders stellt sich die Entwicklung im Bio-Weinbau dar. Dieser setzt seinen moderaten Wachstumskurs fort: 2025 wurden 592 Hektar biologisch bewirtschaftet, 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit entfielen rund 10,1 Prozent der gesamten Südtiroler Weinbaufläche auf den biologischen Weinbau. 

Auch die biologische Milchwirtschaft bleibt eine traditionelle und stabile Säule der Südtiroler Landwirtschaft, insbesondere in den Berggebieten. Neben den Wiesen werden dort auch große Flächen an Almen und Weiden biologisch bewirtschaftet. Der Bereich Acker- und Gemüsebau kam 2025 auf 429 Hektar, er legte damit gegenüber dem Vorjahr um 1,8 Prozent zu und könnte in Zukunft noch mehr bei Kräutern und Feldgemüse punkten. (al)

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