Ausflug | Wandertipp

Auf dem „Burgenweg“

Wer von Nals nach Prissian wandert, trifft auf eine außergewöhnlich hohe Dichte an Burgen und historischen Ansitzen.
Prissian
Foto: Oswald Stimpfl
  • Es gibt keinen offiziellen Burgenweg in Prissian, aber weil es bei dieser Wanderung gleich an mehreren Burgen vorbeigeht, könnte diese Wanderung aus gutem Grund so heißen. Die Mittelgebirgsterrasse von Prissian Tisens ist mit Burgen, Schlössern und Höhenkirchen richtig übersäht, Klerus und Adel haben sich schon immer die schönsten Plätze ausgesucht! In den Bergen liegt noch Schnee, wer ein bisschen Frühling schnuppern möchte, dem kann ich dieses Gebiet für eine abwechslungsreiche Wanderung empfehlen. Auf den Steigen und in den wenigen, zur Vorsaison geöffneten Gasthäusern sind die Einheimischen noch unter sich. Das Wetter könnte heute zwar besser sein, aber zumindest regnet es nicht, also los!

  • Infos in Kürze

    Lohnende, lange Frühlingswanderung mit mehreren z. T. steilen Anstiegen, 

    Schwierigkeit: mittel, grobes Steigstück vor und dann wieder nach Kasatsch. 

    Startpunkt: In Nals, im Ortsteil Schernag, am Stachlburgkeller. Infotafel, Wegweiser 

    Strecke: 10,6 km

    Gehzeit: 3:50 h 

    Höhenmeter: 543 m

    Anfahrt: Von Bozen auf der MeBo bis Ausfahrt Vilpian, das Etschtal bis Nals überqueren. Im Ort den Schildern nach Prissian bis zum nordwestlichen Ortsende folgen. Dort einige Parkplätze.

    Öffis: Von Meran gelangen Sie mit der Linie 211 nach Lana und von dort mit der Linie 216 nach Nals. Von Bozen gelangen Sie mit der Linie 200 nach Vilpian/Nals. suedtiromobil.info

  • Zum Wegverlauf

    An der Stachlburg beim Ortsteil Schernag im Nordwesten von Nals, am Bach, wird gestartet, eine Infotafel und der Wegweiser Ruine Kasatschoks (Nr. 2) geben die Richtung an. Ein mit abgewetzten Steinplatten gepflasterter Weg führ steil durch Buschwald bergauf, Weißdorn und Felsenkirsche sind bereits in Blüte und säumen den Weg. Nach einer Viertelstunde, beim Haus Casatsch-Pfeffersburg, -einst ein Gasthof- geht ein Stichweg zur Ruine Kasatsch, der kurze Abstecher lohnt sich: Die Ruine wurde umfangreich saniert, eine Promenade führt rundherum, Tische und Bänke laden zur Rast ein, der Blick geht nach Nals, übers Etschtal bis nach Bozen. 

    Für den weiteren Weg nehmen wir nicht den Asphaltweg, der hier beginnt, sondern den Steig mit dem Wegweiser Vorberg mit dem Symbol der Blüte vom Heidekraut, dieses Symbol wird uns heute die längste Zeit begleiten. Durch eine Tür im Metallgitter führt der Steig eben durch einen Weinberg und am Nordende durch ein anderes Gitter wieder hinaus. Jetzt geht ein Waldsteig ganz schön bergauf, wird teilweise holprig und stößt zuletzt bei einem Waldteich auf die Asphaltstraße. Wir haben die Höhe erreicht, diese Asphaltstraße führt nach Prissian, wir aber umrunden den Vorberg und gehen dem Wegweiser St. Christophorus Kirche nach, er führt uns durch herrlichen Föhrenwald, an Moorgebieten und Felskuppen vorbei bis zu dieser Höhenkirche, von wo der Blick weit nach Norden, nach Meran und den umliegenden Bergketten geht. 

  • Jetzt geht es nach Prissian. Dazu folgen wir den Wegweisern Filzkunstweg Nr 1, er quert die Hochfläche, zur Rechten liegen Obstwiesen, zur Linken der bewaldete Vorberg. Am Hotel Burggräfler links vorbei, noch kurz bergauf, dann zweigt unser Weg N. 1 ab und quert den Hang und mündet in den asphaltierten St. Anton Weg. Beim Recyclinghof folgen wir den Wegweisern ins Dorf Prissian, bei einem Trinkwasserbrunnen stoßen wir auf die Landesstraße und folgen nun dieser, am Ansitz Fahlburg vorbei bis zur Brücke über den Nalser Bach. Dort liegt unser Zwischenziel, das Café Restaurant zur Brücke. 

    Nach der wohlverdienten Einkehr gehen wir über die Brücke, folgen der Landstraße Richtung Nals und gehen nach wenigen Minuten rechts in die Wehrburgstraße. Bald taucht die imposante Anlage der Wehrburg mit ihren mächtigen Türmen auf. Die bestens erhaltene Burg wird als Hotel geführt. Vor der Burg nehmen wir links den Wiesenweg, den „Schlossrundweg“, er bringt uns zur Autostraße Nals-Prissian, wir überqueren sie, bei einem schönen gemauerten Bildstock geht der Schlossrundweg weiter zur Burg Katzenzungen, daran vorbei und senkt sich danach zum Nalser Bach, überquert ihn und bringt uns zum Recyclinghof. Hier finden wir Wegweiser nach Kasatsch und Nals, auf einer schmalen, kaum befahrenen asphaltierten Waldstraße kommen wir wieder zum Waldteich am Vorbichl und weiter zum Haus Pfeffersberg bei der Ruine Kasatsch. Hier fädeln wir wieder den Aufstiegsweg ein, der uns zum Ausgangspunkt zurückbringt.

     

  • St. Christoph

    Das auf einem Felshügel liegende, einsame Höhenkirchlein stammt aus dem 13. Jh und wurde im 17. Jh. in die heutige Form gebracht. Funde in der Nähe, darunter eine Bronzeaxt, belegen eine prähistorische Besiedlung. Es ist naheliegend, dass der exponierte Platz in vorchristlicher Zeit als heidnische Kultstätte gedient haben könnte. In der Nähe soll ein Einsiedler gewohnt haben. Die Kirche ist verschlossen, durch ein Fenstergitter ist das Innere zu sehen, das Altarbild stellt den hl Christophrous dar, wie er als Riese das Jesukind auf seiner Schuler trägt, darüber ist die Dreifaltigkeit abgebildet.

  • Der Vorbichl

    Der sogenannte „Vorbichl“ (Bichl ist umgangssprachlich ein Bühel/Hügel) ist der bewaldete Felswall am östlichen Rand des Tisner Mittelgebirges und grenzt es mit seiner gegen das Etschtal hin steil abfallenden Felswand vom Siedlungsgebiet mit den Dörfern Tisens und Prissian und den ausgedehnteren Obstfeldern ab.

    Der bis zu 682 m hohe Vorbichl ist vollständig bewaldet und lässt kaum erahnen, dass er schon vor Jahrtausenden besiedelt war. Mehrere Wanderwege überziehen ihn, so können Wanderer die Felskuppen, moorigen Senken, Teiche und knorrigen Führen erkunden und den Ausblick übers Etschtal bewundern. Die Themenwege „Vorbichl“ und der Filzkunstweg sind Teile des Wegenetzes. Infos gibt es im Tourismusbüro von Tisens und im Internet unter https://bit.ly/3E1tZB3.

  • Einkehrtipp

    Café Restaurant Pizzeria zur Brücke

    Gemütliches Dorfgasthaus mit bürgerlicher Küche und einheimischen Gerichten, schöne Weinkarte. Prissianer Str. 2A, Tisens-Prissian, Tel. 0473 920914, Mo. Ruhetag.