Gesellschaft | Biolandbau

Das „Junge Bioland“

Kamingespräche beim Bioland-Seminar – ein inspirierender Abend mit dem Jungen Bioland Südtirol und internationalen Bio-Funktionären.
Hinweis: Dies ist ein Partner-Artikel und spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung der SALTO-Redaktion wider.
Junge Landwirtschaftstreibende sind gut ausgebildet und informiert.
Foto: bioland suedtirol
  • Im Rahmen des Bioland-Seminars gestaltete die Gruppe „Junges Bioland“ die Kamingespräche – eine gemütliche Diskussionsrunde auf Augenhöhe mit namhaften Persönlichkeiten aus dem Bio-Bereich. In offener Atmosphäre brachten junge Bioland-Mitglieder ihre Inputs, Fragen und Gedanken ein und diskutierten gemeinsam mit führenden Vertreter:innen der Bio-Bewegung. 

    Zu den Gesprächsgästen zählten Jan Plagge (Präsident Bioland), Tanja Almanstötter (Geschäftsführerin Bioland e.V.), Urs Brändli (Präsident Bio Suisse), Johannes Gutmann (Gründer und Geschäftsführer von Sonnentor),  Georg Gerhardter (Geschäftsführer Bio Entstal) und Barbara Riegler (Obfrau Bio Austria).

    Den Auftakt machte Bettina Laimer, Jungbäuerin am elterlichen Bioland-Gemüsebaubetrieb. Sie sprach über das Thema Greenwashing und die notwendige Abgrenzung des Bio-Gedankens von anderen Strömungen wie der regenerativen Landwirtschaft. Besonders in der Direktvermarktung sei eine klare Unterscheidung und Kommunikation von „regional“ und „bio“ essenziell.
    Simon Ruatti, Gruppensprecher Obstbau bei Bioland Südtirol, knüpfte daran mit seinem Beitrag zum „Circle of Life“ an. Er betonte die Bedeutung von Kreislaufwirtschaft, innerbetrieblichem Nährstoffmanagement, Mikrobiom und Bodenfruchtbarkeit, um langfristig unabhängiger von konventionellen und kostspieligen Betriebsmitteln zu werden.
    Einen wichtigen Akzent setzte Johanna Höller aus der Wissenschaftskommunikation am Versuchszentrum Laimburg und selbst Jungbäuerin auf einem Bioland-Obstbaubetrieb. Sie thematisierte die Rolle von Frauen in der Landwirtschaft und verwies auf bestehende Initiativen wie die Arbeitsgruppe für Chancengleichheit sowie begleitende Kommunikationsformate, etwa Podcasts, die Sichtbarkeit und Austausch fördern.
    Abschließend sprach Hannes Wellenzohn, Gruppensprecher des Jungen Bioland, über die Erreichbarkeit junger Menschen, die Bedeutung von Aufklärungsarbeit und die Positionierung am Markt über Social Media. Gerade digitale Kanäle seien entscheidend, um Bio-Werte zeitgemäß zu vermitteln und neue Zielgruppen anzusprechen.
    Das Junge Bioland bedankt sich herzlich für die Möglichkeit, im Rahmen dieser Kamingespräche von der Expertise und langjährigen Erfahrung der anwesenden Bio-Persönlichkeiten zu profitieren. Der Abend zeigte eindrucksvoll, wie wertvoll ein generationenübergreifender Dialog ist – ehrlich, inspirierend und zukunftsorientiert.


    Auch 2026 setzt das Junge Bioland seine Veranstaltungen fort: Am 27. März um 19:30 Uhr wird im Filmclub Astra in Brixen der Film „TIAN – Generation Farmfluencer“ gezeigt. Die Dokumentation begleitet junge Menschen in der Landwirtschaft und gibt Einblicke in ihren Alltag, ihre Motivation und ihre Herausforderungen. Besonders freut es uns, dass Meike Hollnaicher, die an diesem Filmprojekt beteiligt war, inzwischen Teil des Bioland-Teams ist.
    Im Anschluss an die Vorführung laden wir zu einem kleinen Umtrunk ein, um gemeinsam ins Gespräch zu kommen – über neue Wege in der Landwirtschaft, persönliche Erfahrungen und das, was uns im Alltag antreibt.


    Darum geht es im Film:
    Unser Essen verliert an Wert, der Boden an Gesundheit und das Klima an Stabilität. Eine Designerin mit bäuerlichen Wurzeln und ein gelernter Koch gehen der Frage nach, wie Landwirtschaft Zukunft gestalten kann. In TIAN begegnen sie Menschen, die ihr Land nicht nur bewirtschaften, sondern neu denken – im Spannungsfeld zwischen Tradition, wirtschaftlichem Druck und dem Wunsch nach Veränderung. Was sie verbindet, ist ihre Nähe zum Boden und die Überzeugung, dass ein Wandel möglich ist. 
    Zum Trailer: Tian – Generation Farmfluencer