Wirtschaft | Energiewende

Wer bohrt, der findet

Pumpspeicherkraftwerk in Ulten: Alperia führt am Larcherberg Probebohrungen für das geologische Gutachten durch und lässt den leeren Zoggler Stausee wieder volllaufen.
Probebohrungen in Ulten
Foto: privat
  • Alperia führt in Ulten am Larcherberg unterhalb des Arzkar Stausees auf 1.250 Metern Meereshöhe derzeit Probebohrungen für das geplante Pumpspeicherkraftwerk durch. Zwar hat die Gemeinde bereits im März 2024 beschlossen, dass Vorarbeiten bis zur Volksbefragung ausgesetzt werden, doch die Bohrungen am Larcherberg seien trotzdem notwendig. 

  • Umstrittenes Projekt

    Vor der Volksbefragung innerhalb dieses Jahres sollen ausreichend Informationen zu den Gegenleistungen von Alperia im sogenannten Ultner Paket, zu der Verfügbarkeit der Wasserquellen nach dem Bau des Kraftwerks und zu der neuen Hochspannungsleitung von dem Netzbetreiber Terna verfügbar sein. Außerdem wurde von dem Bürgerrat und der zuständigen Arbeitsgruppe ein geologisches Gutachten gefordert. 

    „Ein geologisches Gutachten kann nur über einige wenige Probebohrungen erfolgen. Nur so können wir gewährleisten, dass die Bürger von Ulten die von ihnen geforderten relevanten Infos bekommen, um ihre Entscheidung zu treffen“, erklärt Stefan Stabler von Alperia. 

  • Der Zoggler Stausee: Alperia will das im Tal liegende Becken mit dem Arzkar Stausee auf 2.250 Metern Meereshöhe mittels einer Pumpe verbinden. Foto: privat
  • Wie bereits berichtet, plant der Energieversorger den Bau einer riesigen Pumpe zwischen Arzkar und Zoggler Stausee, das neue Kraftwerk für die Stromproduktion soll eine Leistung von 400 Megawatt erzielen. Der Südtiroler Unternehmerverband begrüßt das Projekt, die ansässige Bevölkerung und auch Tourismustreibende im Tal zeigen sich skeptisch und befürchten Nachteile durch die Bauarbeiten im Bergmassiv. 

  • Sanierungsarbeiten am Zoggler Stausee

    In der Zwischenzeit wird der Zoggler Stausee, der sich im Tal bei Kuppelwies befindet, nun wieder aufgefüllt. Das Becken musste letztes Jahr wegen einer Bruchstelle an einer still gelegten Schleuse entleert werden. Seitdem hat sich einiges an Müll im Becken angesammelt, der sich nun im Wasser befindet. 

    Wie Energielandesrat Peter Brunner (SVP) auf Nachfrage der Grünen Landtagsabgeordneten Madeleine Rohrer mitteilt, kosten die umfassenden Sanierungsarbeiten am Stausee insgesamt 4,3 Millionen Euro. Innerhalb Sommer 2026 wird erwartet, dass der Wasserspiegel wieder das für diese Jahreszeit übliche Niveau erreicht. Für die anschließende Sicherheitsüberprüfung hat das Land ein Gutachterteam unter Leitung des renommierten Professors Markus Aufleger von der Universität Innsbruck beauftragt.

  • Hinweis: Der Artikel wurde am 23.03.2026 um 15:20 Uhr aktualisiert.