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Das Zeugnis der Wölfe

Der HC Pustertal muss sich im Finale der ICE-Hockey League den Graz 99ers am Ende deutlich geschlagen geben. Das Urteil über die Saison der Wölfe mindert das aber kaum. Die Spieler in der Einzelkritik.
Kurve des HCP.
Foto: Iwan Foppa/HC Falkensteiner Pustertal
  • Aus ist der Titeltraum für den HC Pustertal. Nach nur vier Spielen gegen die Graz 99ers müssen sich die Wölfe einmal mehr mit dem zweiten Platz begnügen. Die Enttäuschung im Osten des Landes ist entsprechend groß. Luca Zanatta sprach direkt im Anschluss an die Partie von einer „Leere“, die der Ausgang der Finalserie im Team verursachte. Man komme dem Titelgewinn so nah, „nur einen Schritt entfernt“. Am Ende wollte es aber wohl einfach nicht sein, resümierte Zanatta nüchtern. 

    Deutlich wurde auch der Kapitän: „Man spielt, um zu gewinnen“, sagte ein sichtlich enttäuschter Raphael Andergassen. Der Kalterer findet aber auch aufheiternde Worte: „Die ganzen Auf und Abs während der Saison haben uns immer mehr zusammengeschweißt, das haben wir in positive Energie umgewandelt, um Vollgas zu geben.“ Die Saison der Wölfe ist trotz der finalen Niederlage ein voller Erfolg, wie auch Coach Jason Jaspers betonte. Ein wichtiger Baustein des Erfolgs war vor allem im Saisonendspurt und den ersten beiden Playoff-Runden eine geschlossene Mannschaftsleistung. Dennoch lohnt zum Abschluss ein Blick auf die Einzelleistungen der Wölfe-Cracks.

  • Die Torhüter

    Eddie Pasquale (9-): Ersetzte während der Saison 2024/25 Oliver Roy und gilt seither als absoluter Fan-Liebling und Pustertals bärenstarker Rückhalt. Hatte in der abgelaufenen Regular Season eine Fangquote von mehr als 91 Prozent, steigerte sich aber im Playoff-Viertel- und Halbfinale nochmal deutlich und knackte mit einer serienübergreifenden Torsperre einen Ligarekord. Erst im Finale zeigte der Kanadier hie und da Schwächen, wurde aber von seiner Hintermannschaft zu oft im Stich gelassen. Dass man sich im Pustertal um seinen Verbleib bemüht, überrascht trotz der Finalpleite nicht. 

  • Eddie Pasquale glänze notfalls auch ohne Maske: Der Kanadier überzeugte auch in seiner zweiten Saison beim HC Pustertal. Foto: Iwan Foppa/HC Falkensteiner Pustertal
  • Jakob Rabanser (6): Nach einem Jahr fast vollständiger Abstinenz vom Spielgeschehen mit nur einem Spiel für Brixen, wurde der 25-Jährige direkt zum ICE-Backup der Wölfe auserkoren. Musste sich in schwierigen Auswärtsdoppeln und zwei Derbys in Bozen beweisen, kam im Saisonendspurt nicht mehr zum Zug. Strahlte mangels Spielpraxis oft wenig Sicherheit aus, war in manchen Spielen aber schlicht allein auf weiter Flur. 

  • Die Star-Verteidiger

    Jon Blum (7-): Mit hohen Erwartungen aus München ins Pustertal gekommen, sollte Blum die Dreh- und Angelstelle im Pusterer Defensivspiel sein und vor allem im Powerplay Akzente setzen. War nach Punkten auch der zweitbeste Verteidiger der Wölfe, kam aber erst in der zweiten Saisonhälfte so richtig auf Betriebstemperatur. Der US-Amerikaner steigerte sich besonders in den Playoffs und schoss unter anderem in Salzburg ein enorm wichtiges Tor. Am Ende ist es der Wölfe-Profi mit der besten Plus-Minus-Statistik (23). Hinter seinem Verbleib in Bruneck stehen laut Gerüchten aber Fragezeichen. 

    Markus Lauridsen (7): Wurde neben Blum als Königstransfer aus der DEL präsentiert und brachte massig Erfahrung mit nach Bruneck. Als einer von Pustertals Olympia-Fahrern agierte der Däne oft als Ruhepol in der Hintermannschaft und ließ sich kaum zu Strafen oder Schlägereien hinreißen. Legte wie Blum nach der Olympiapause noch einen drauf und avancierte zum stillen General der Pusterer. Dürfte wohl auch kommende Saison das schwarzgelbe Dress überstreifen. 

  • Jonathon Blum und Adam Almquist.: Kannten sich schon von ihrer gemeinsamen Zeit in München. Foto: Iwan Foppa/HCP
  • Adam Almquist (6): Stieß im Laufe der Saison als siebter fixer Verteidiger zum Verein. Der 35-jährige Linksschütze kam mit einer beeindruckenden Vita nach Bruneck, konnte aber, auch einer längeren Pause geschuldet, nicht auf Anhieb überzeugen. Mit der Zeit ließ der Schwede sein Können aber aufblitzen und überzeugte insbesondere mit einem guten Auge für seine Mitspieler. Leistete sich aber defensiv immer wieder grobe Schnitzer. 

  • Die italienischen Olympiafahrer

    Luca Zanatta (7-): Eine der positiven Überraschungen der Vorsaison bestätigte sich 2025/26 erneut als solider Defender (+22 seine Plus-Minus-Statistik), der auch offensiv Akzente setzen kann. Ist mit seinen bald 35 Jahren aber nicht mehr der Schnellste, was sich auch im Finale gegen rasende Grazer zeigte. Mindestens eine Saison dürfte der italienische Olympiateilnehmer aber noch in den Haxen haben. 

  • Konnten gegen Salzburg gemeinsam jubeln: Luca Zanatta (2. v.l.) und Daniel Glira (2. v.r.) jubeln gemeinsam mit Alan Lobis (l.) und Matthias Mantinger (r.). Foto: Iwan Foppa/HC Falkensteiner Pustertal
  • Daniel Glira (6-7): Der Toblacher mit dem „A“ auf der Brust besinnt sich schon seit letzter Saison vermehrt auf seine Kernaufgaben in der Defensive und ist für den HCP mittlerweile unverzichtbar geworden. Gewürdigt wurde das auch vom Nationalcoach mit der Nominierung für Olympia. Was ihm an Speed fehlt, macht er mittlerweile mit Erfahrung gut wett. Ließ sich heuer aber zu oft zu vermeidbaren Strafen hinreißen. 

    Greg Di Tomaso (8): Nach drei Jahren bei Cortina in der AlpsHL hatte der Italokanadier hinten zwar zu Beginn noch Anpassungsschwierigkeiten, stellte aber früh seine offensiven Qualitäten unter Beweis und wurde zum defensiven Senkrechtstarter der Saison bei den Wölfen. Am wohlsten fühlt er sich aber an der blauen Linie im Angriffsdrittel. Pustertals mit Abstand torgefährlichster und punktestärkster Verteidiger (10 Tore, 26 Assists). Alles andere als eine Wiederbestätigung in Bruneck käme überraschend. 

  • Offensiv eine Waffe: Greg DiTomaso war Pustertals bester Defensiv-Scorer. Foto: Iwan Foppa/HC Falkensteiner Pustertal
  • Die Abwehr-Recken

    Austin Osmanski (7-8): Schon in der letztjährigen Playoff-Serie gegen Klagenfurt wurde klar, wozu der großgewachsene US-Amerikaner defensiv fähig ist. In dieser Spielzeit machte Osmanski sich sein körperbetontes Spiel von Anfang an effektiv zu nutze. Ein Spieler, der im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut geht. Fühlt sich aber etwas zu wohl auf der Strafbank (107 Strafminuten) und im Offensivspiel seine Defizite. Dürfte den Wölfen erhalten bleiben.

  • Sammelte die meisten Strafen im Wölfe-Team.: Wenn es rau wird, fühlt sich Austin Osmanski richtig wohl. Foto: Iwan Foppa/HC Falkensteiner Pustertal
  • Gabriel Nitz (ohne Bewertung): Der 19-jährige Hüne hatte im Herbst während einer Blum-Verletzung ein kurzes Intermezzo als zusätzlicher Verteidiger. Durfte in den sechs Einsätzen ordentlich Eiszeit sammeln und machte seine Sache mehr als ordentlich, verbrachte den Großteil der Saison aber bei Kooperationspartner Sterzing. Wird gemeinsam mit seinem Bruder Raffael ab kommender Saison in Finnland die Schlittschuhe schnüren. Bleibt für die Zukunft eine vielversprechende Option. 

  • Bunte Flügel-Variation

    Tommy Purdeller (8): Der Auserkorene, oder schlicht Tommy Boy. Pustertals Kronjuwel konnte seine beeindruckende Premierensaison heuer eindrucksvoll bestätigen. Dank ganzer 38 Punkte, viel Gefühl und Zauber am Puck, sowie einer gesunden Portion Pusterer „Tamisch“ wurde er zum zweiten Mal en suite zum ligainternen Youngstar der Saison gewählt. Verdient. Fühlt er sich im Sommer für Höheres berufen, oder bleibt er dem HCP erhalten? 

    Ivan Deluca (6-): Für den gut gebauten Offensivspieler war es keine leichte Saison. Der große Scorer war der Sterzinger auch in den vergangenen Spielzeiten nie, dieses Jahr konnte er auch seine körperlichen Stärken viel zu selten unter Beweis stellen. Der blutjunge Lobis lief ihm etwas den Rang ab. Sein Vertrag beim HCP läuft im Sommer aus. Bleibt abzuwarten, ob seine Zeit im Pustertal nach fünf Spielzeiten endet. 

  • Pustertals Zukunftshoffnung: Tommy Purdeller kann auf zwei persönlich äußerst erfolgreiche Spielzeiten zurückblicken. Foto: Markus Ranalter
  • JC Lipon (6): Nach langjähriger AHL-, KHL- und DEL-Erfahrung (zuletzt drei Spielzeiten bei Straubing), war die Erwartungshaltung groß. Vielleicht auch zu groß. Insgesamt 28 Punkte stehen am Ende zu Buche. Keine verheerende Bilanz, aber acht Tore für einen Spieler seines Formats erscheinen am Ende schlicht zu wenig. Seine Rolle im Team ist aber ohnehin eine andere. Viel meistens mit Härteeinlagen auf und war sich nie zu Schade, für seine Mitspieler einzustehen. Hat noch ein Jahr Vertrag. 

  • Mangelnden Einsatz kann man JC Lipon nicht vorwerfen: Nach einem Cut im Gesicht im Viertelfinale gegen Salzburg kehrte er noch am selben Abend aufs Eis zurück. Foto: Iwan Foppa/HC Falkensteiner Pustertal
  • Die Kalterer Burschen

    Raphi Andergassen (6-7): Punktemäßig war es keine üppige Saison für den Kapitän, der seit über zehn Jahren an Bord des Wölfe-Dampfers schon durch teils stürmische Gewässer manövrierte. Eines seiner zwei Saisontore, jenes im Overtime-Krimi gegen Salzburg, gehört aber wohl zu den wichtigsten seiner Karriere. Seine Motivation schöpft er weiter aus seinem Hunger nach Erfolg, wie er im Gespräch mit Salto verriet. Entsprechend aufopferungsvoll gibt er sich nach all den Jahren im Unterzahlspiel. Unverzichtbar.

  • Brachte die Intercable Arena in Wallung: Raphael Andergassen mit seinem OT-Siegtor in Spiel vier gegen Salzburg. Foto: Iwan Foppa/HC Falkensteiner Pustertal
  • Matthias Mantinger (6-7): Zumeist als Teil der vierten Powerlinie zusammen mit Andergassen und Deluca, rackerte sich die Nummer 22 der Wölfe auch in dieser Saison wieder ohne Ende ab. Seine beste Phase der Saison hatte der 30-Jährige just im Anschluss an die Hiobsbotschaft der ausgebliebenen Olympia-Nominierung. Einer, der die Jetzt-erst-recht-Mentalität vorlebt wie kaum ein anderer im Team. Kaum noch wegzudenken aus Bruneck.   

    Alan Lobis (7+): 15 Scorerpunkte in seiner ersten Saison beim HCP alleine sprechen schon eine deutliche Sprache. Der 21-jährige Center wusste sich trotz seiner überschaubaren Maße auch körperlich zu behaupten, scheute kein Duell an der Bande und arbeitete auch brav nach hinten. Der Dank: Viel Vertrauen vom Coaching-Staff und Einsätze in den vorderen Linien und im Powerplay. Verpasste den Großteil der Finalspiele verletzungsbedingt, hat sich aber schon vor Wochen einen langfristigen Vertrag beim HCP eingehandelt.

  • Egal ob am Eis oder von der Bank: Matthias Mantinger gibt immer Vollgas. Foto: Iwan Foppa/HC Falkensteiner Pustertal
  • Die Italos

    Nick Saracino (7): Der 34-jährige Linksschütze stellte sein Können in der ICE-Liga schon drei Jahre lang in Asiago unter Beweis. Auch in dieser Saison war auf den Italoamerikaner Verlass. Wusste nicht nur seinen Körper einzusetzen, sondern war auch für wichtige Scorerpunkte zu haben. Als Belohnung ging es für ihn gemeinsam mit Glira, Zanatta und Co. nach Mailand zu den Olympischen Spielen. 

  • Kam aus Asiago nach Bruneck: Nick Saracino konnte in seiner ersten Spielzeit bei Pustertal durchaus überzeugen. Foto: Iwan Foppa/HC Falkensteiner Pustertal
  • Alex Ierullo (7-): Der giftige Italo-Kanadier kam mit Saracino im Doppelpack nach Bruneck. In der internen Scorerliste belegt er mit 36 Zählern (12 Tore, 24 Assists) Rang fünf, kämpft aber seit Mitte Januar mit einer lange Durstrecke vor dem Tor. Zu allem Überfluss verpasste der flinke Flügel den Playoff-Auftakt gegen Salzburg. Mit gerade einmal 28 Jahren aber wohl noch nicht am Ende seiner Reise mit dem HCP. 

    Mikael Frycklund (6+): Der „Michel“ aus Västerås war in den vergangenen Jahren Pustertals Mann für die wichtigen Tore. Für ihn ging es ebenfalls für Italien zu Olympia, richtig beflügeln wollte ihn das Großereignis während der Regular Season bei den Wölfen allerdings nicht. Oft schien er etwas im Schatten der groß aufspielenden US-Boys zu stehen. Seine Punkte machte er am Ende dennoch fleißig (wenngleich nicht ganz anknüpfend an seine überragende Debütsaison) und pünktlich mit Beginn der Postseason flammte dann doch wieder das gewohnte Genie auf. Positiv zudem seine verbesserte Disziplin und Plus-Minus-Zahlen. Sein Vertrag läuft aus, ein Abgang steht im Raum. 

  • Lies die Fans in den letzten drei Jahren oft jubeln: Die Nummer 67 des HC Pustertal: Mikael Frycklund. Foto: Iwan Foppa/HC Falkensteiner Pustertal
  • Das US-Ensemble

    Henry Bowlby (8-9): Seit einem gewissen Jakob Stukel hatte der HCP wohl nicht mehr so viele PS im Sturm. Überrannte die gegnerischen Abwehrreihen zu Saisonbeginn förmlich und war auch später oft kaum zu stoppen. Avancierte zum Wölfe-Topscorer, sowohl was Tore, als auch Vorlagen angeht. Dürfte in der Off-Season einige Begehrlichkeiten in und außerhalb der Liga wecken. 

  • Torgefährliche Angriffslinie: Die Linie aus Austin Rueschhoff (v.l.), Henry Bowlby und Rok Ticar war für einen Großteil der Wölfe-Töre verantwortlich. Foto: Iwan Foppa/HC Falkensteiner Pustertal
  • Austin Rueschhoff (7-8): Mit wortwörtlich großen Erwartungen aus der finnischen Liiga gekommen. Seine stattlichen zwei Meter und mehr als 100 Kilo wusste der Angreifer geschickt einzusetzen, nicht nur beim Abschirmen und Halten des Pucks in der Angriffszone, sondern auch beim Umkurven des gegnerischen Tors. Die technische Finesse ist für einen Spieler seiner Größe beachtlich. Hat im Scoring noch Luft nach oben, dürfte aber dennoch auf dem Einkaufszettel mehrerer Top-Klubs stehen. 

    Cole Bardreau (9): Schon kurz nach seiner Ankunft war klar: mit dem 32-jährigen Routinier aus New York hat der HCP einen dicken Fisch an Land gezogen. Es hieß zunächst, er sei nicht der große Scorer. Seine Zahlen am Ende der Regular Season (39 Punkte in 44 Spielen) und besonders in den Playoffs (9 Punkte in 13 Spielen) belehrten viele Hockeyfans eines Besseren.Ebenso wichtig aber seine Arbeit an anderer Stelle: Überragend bei Faceoffs und im Unterzahlspiel, schreckte der US-Center auch vor keiner Konfrontation mit dem Gegner zurück. Zudem ein wichtiger Faktor in der Kabine. 

  • Egal ob Scoring, Bullys oder Fights: Pustertals Nummer 10, Cole Bardreau, war für alles zu haben. Foto: Iwan Foppa/HC Falkensteiner Pustertal
  • Das Urgestein und die jungen Wilden

    Rok Ticar (8+): Der ewige Slowene gehörte auch mit seinen 36 Jahren nicht zum alten Eisen. Vorbildlich nicht nur sein Einsatz, sondern auch seine Offensivbemühungen. Mit 20 Toren und 26 Vorlagen belegt er in der teaminternen Scorer-Liste Platz drei. In den Playoffs war er mit sechs Toren sogar schwarzgelber Top-Torschütze. Historisch sein Overtime-Siegtreffer gegen den slowenischen Hauptstadtklub. 


    Luciano Zandegiacomo Mistrotione & Fabian Gschliesser (ohne Bewertung): Die beiden 2004-Jahrgängler waren nur sporadisch beim HCP im Einsatz. Zandegiacomo hatte nach dem Ausfall von Lobis in drei Finalspielen die Ehre, Gschliesser kam in der Regular Season nur vereinzelt zum Einsatz. In Sterzing gehörten jedoch beide zum Stammpersonal, das auch in den Playoffs eine gute Figur ablieferte. Ein schwarzgelbes Zeugnis für die Saison 2025/26 ist zwar hinfällig. Für die kommende Saison ist es aber wahrscheinlich, dass man zumindest einen von beiden künftig wieder öfter auf Brunecker ICE-Eis sehen wird.

  • Das Trainergespann

    Jason Jaspers, Kohl Schultz und Co. (8+): Die überragende Saison des HC Pustertal trägt auch die Handschrift der zwei Herren hinter der Bande. Jaspers hat es geschafft, dem Team eine klare Identität zu verleihen, basierend auf stabiler Defensivarbeit mit Fokus auf blitzschnellem Umschaltspiel. Der US-Coach hat aber dabei Flexibilität großgeschrieben. Die Serien gegen Salzburg und Ljubljana haben gezeigt, dass die Wölfe ihre Spielweise dem Gegner entsprechend anpassen können. Erst im Finale schien kein taktisches Kraut gegen Meister Graz gewachsen zu sein. 

  • Die Garanten des Pusterer Erfolgs: Headcoach Jason Jaspers und sein Assistent Kohl Schultz. Foto: Iwan Foppa/HC Falkensteiner Pustertal
  • Als über weite Strecken der Saison herausragend, erneut aber kulminierend im Viertel- und Halbfinale, erwiesen sich die Special-Teams. Das Powerplay war ligaweit das Drittbeste. Die tolle Penalty-Killing-Statistik wurde erst im Finale durch die vielen Gegentore buchstäblich „gekillt“. Sowohl Über- als auch Unterzahlspiel sind enorm ausbaufähig. Dennoch erweist sich die Basis, die Schultz und Jaspers geschaffen haben, als äußerst fruchtbar. 

    Eine spezielle Erwähnung gilt auch Athletik-Coach René Baur. Die Wölfe blieben die ganze Saison über von längeren Ausfällen verschont. Enormes Verletzungspech war in den Jahren zuvor  immer wieder ein Faktor, der dem HCP in entscheidenden Phasen immer wieder einen Strich durch die sportliche Rechnung machte. Dieses Jahr blieben Leistungsträger auch in der heißen Zeit fit. 

  • Die Rolle des Sportdirektors

    Patrick Bona (9): Was wurde er seit Liga-Einstieg kritisiert. Geht es nach manchen Fans, hätte die Spielerlegende des HC Pustertal längst seine Koffer packen müssen. Fakt ist: in fünf Jahren hat es der HCP vier Mal in die Playoffs geschafft, einmal ins Halbfinale und nun erstmals ins Finale. Eine Bilanz, von der andere Konkurrenten mit einer ähnlichen Ausgangslage nur träumen können. Bona hat mit der Mannschaftszusammenstellung in der vergangenen Off-Season nicht nur den Grundstein für den Pusterer Erfolgslauf gelegt, sondern mit der vorzeitigen - und ebenfalls kritisierten - Verlängerung des Trainerteams vor Jahresende 2025 auch die Weichen für die Zukunft gestellt.