Der Meraner Mensa-Weg
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Meran macht vor, wie die Schulmensa-Revolution aussehen könnte. An fünf Tagen die Woche wird die Schulauspeisung für Grund- und Mittelschulen gewährleistet, unabhängig davon, ob Nachmittagsunterricht stattfindet oder nicht. Ein großer Schritt in Sachen Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Familien in Meran.
Bozen blickt mit großem Interesse auf Merans Pionierleistung. Die SVP-Fraktionssprecherin im Bozner Gemeinderat Elizabeth Ribeiro Da Silva Tutzer setzt sich seit Beginn ihrer politischen Karriere für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein und sieht im Meraner Mensa-Weg viel Potenzial. Die zuständige Stadträtin und Parteikollegin Johanna Ramoser würde bereits den Austausch mit Meran suchen und eine Bestandsaufnahme vornehmen. „Wir sind spät dran“, betont Ribeiro da Silva. Die Bestandsaufnahme sei nun ein erster Schritt, der zweite eine Bedarfserhebung, denn diese werde politisch noch immer unterschätzt, erklärt die Gemeindefraktionssprecherin. Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung seien zahlreich. -
Familienfördernd und flächendeckend
Im Zentrum ihrer Kritik steht dabei die ungleiche Situation an den Bozner Schulen: „Es mag schon sein, wenn ich mein Kind ganztägig in der Schule lasse, bekomme ich vielerorts einen gesicherten Mensaplatz. Wer hingegen bewusst versucht, Teilzeitarbeit und Familienzeit zu vereinbaren, wird belastet. Und das trifft meist Frauen“. Ribeiro Da Silva führt aus, dass ein Mensadienst den Eltern ermöglichen würde, sich Zeit für Hausaufgaben, Sport und gemeinsame Nachmittage nehmen zu können und dennoch von acht bis 14 Uhr in einem 80 Prozent Teilzeitmodell zu arbeiten.
„Die Mensa darf kein Flickenteppich sein“
Zudem sieht es Ribeiro Da Silva als strukturelles Problem, dass sich die Situation von Stadtviertel zu Stadtviertel unterscheidet: „Die Mensa darf kein Flickenteppich sein. Es kann nicht sein, dass ich je nachdem, in welchem Viertel ich bin und welche Schule mein Kind besucht, ein Angebot finde oder eben keines“. Das Angebot müsse flächendeckend werden.
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Mensa-Perspektive Meran
Ein solches flächendeckendes Modell organisiert die Stadt Meran nun erstmals für das Schuljahr 2026/2027. Familien können ihr Kind online über das MyCivis-Portal seit dem 15. April bis zum 15. Juni anmelden. Dabei können sie zwischen mehreren Nutzungsmodellen wählen. Möglich sind: eine Teilnahme nur an Tagen mit verpflichtendem Nachmittagsunterricht oder eine Ausweitung auf bis zu fünf Tage pro Woche. Zusätzlich gibt es ein eigenes Angebot für Schülerinnen und Schüler der Oberschulen. Die Dienste werden von lokalen Vereinen getragen.
Die Mensanutzung an fünf Tagen pro Woche ist jedoch an eine Mindestanzahl von 20 Einschreibungen pro Schulstandort gebunden. Erst wenn genügend Anmeldungen vorliegen, wird dieses erweiterte Angebot tatsächlich aktiviert. Für Kinder mit speziellen Ernährungsanforderungen können eigene Diäten beantragt werden, sofern eine entsprechende ärztliche Bescheinigung online eingereicht wird.
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Was ist mit Bozen?
Bozen steht also noch bei der Bestandsaufnahme, was sein Mensa-Angebot angeht. Aber welche Richtung auch eingeschlagen wird, für Ribeiro Da Silva ist klar: Familienpolitik müsse „authentisch“ und vor allem „hürdenlos“ gemacht werden. Hilfe für Familien bedeute, ein Angebot zu schaffen, das sich an den Alltag der Eltern anpasst. Auch bei der Mensa müsse man in diese Richtung denken. Eltern sollten auch nicht zu Jahresbeginn alles endgültig festlegen müssen. Der flächendeckende Dienst, der in Meran mit dem kommenden Schuljahr losgeht, stimmt Ribeiro Da Silva allerdings zuversichtlich, dass auch Bozen imstande sein wird, ein vergleichbares Angebot zu organisieren.
Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Das veranschaulicht beispielsweise die Tasache, dass der Bau der Bozner Mittelschule Archimede ohne Mensa abgeschlossen wurde, SALTO hat berichtet. -
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