Sport | HC Pustertal

Zwischen Enttäuschung und Stolz

Vergebene Chancen, fehlendes Spielglück, einige fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen – wenngleich der Traum der Meisterschaft geplatzt ist, der Stolz auf eine starke Saison des HC Pustertal überwiegt.
HC Pustertal Letztes Spiel 2025/26
Foto: Iwan Foppa/HC Falkensteiner Pustertal
  • Nach der gestrigen 2:6 Niederlage im vierten Finalspiel gegen die Grazer 99ers war die Enttäuschung den Spielern des HC Pustertals buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Aber egal ob Sieg oder Niederlage: Auf ihre Fangemeinschaft können sie zählen. Selbst nach dem bitteren Saison-Aus jubelt die Rienzkurve ihrer Mannschaft zu. Bei den Pusterer Fans überwiegt insgesamt der Stolz auf eine außergewöhnliche Saison.

    Bereits vor Spielanpfiff schlugen die ins Stadion strömenden Fans alle in dieselbe Kerbe: „Wir haben tolle Spiele gesehen und die Mannschaft war einfach top. Insbesondere als Pustertalerin ist man stolz darauf, was dieses Jahr erreicht wurde“, meinte Uschi, eine der vielen in Schwarz und Gelb gekleideten Stadionbesucherinnen und -besucher. „Das gesamte Pustertal identifiziert sich mit diesem Verein. Ein mega Kompliment an unsere Mannschaft und alle Verantwortlichen,“ so Martin Ausserdorfer, Bürgermeister der Brunecker Nachbargemeinde St. Lorenzen und HCP-Superfan. „Egal wie es ausgegangen ist, es ist mehr als wir uns jemals hätten erträumen können.“ 

  • „Alles gegeben“

    Als Trainer Jason Jaspers – einer der maßgeblichen Verantwortlichen für die erfolgreiche Saison – nach den offiziellen Meisterfeierlichkeiten vor die Presse tritt, ist er immer noch sichtlich mitgenommen: „Ich glaube, das braucht noch bis morgen oder übermorgen, denn der Schmerz aus diesem Spiel ist noch zu frisch.“ Aber sobald er mit etwas Abstand darauf schauen und alles verarbeiten könne, werde er mit Sicherheit sehr zufrieden sein. „Ich könnte nicht stolzer auf die Jungs sein. Für die Meisterschaft müssen wir noch den letzten Schritt machen, aber ich denke, wir sind nah dran,“ so Jaspers in der Mixed-Zone.

  • Zwischenzeitlicher Jubel: Mit seinem Treffer zum 2:1 brachte Mikael Frycklund den HCP im ersten Drittel in Führung. Foto: Iwan Foppa/ HC Falkensteiner Pustertal
  • Ähnlich sah es der Verteidiger Luca Zanatta: Keiner der Spieler könne sich etwas vorwerfen. „Die ganze Mannschaft – ohne Ausnahme – hat auf dem Eis alles gegeben.“ Gescheitert sei man vor allem an den entscheidenden Kleinigkeiten: „Die paar glücklichen Abpraller haben uns einfach gefehlt. Wir hatten in jedem Spiel die Chance, das Blatt zu unseren Gunsten zu wenden, aber leider ist es uns nicht gelungen.“

    Nach dem gestrigen Spiel war Kapitän Raphael Andergassen die Enttäuschung deutlich anzusehen, aber er nehme auch viel Positives mit: „Schon während der Saison hat das ganze Auf und Ab uns als Team zusammengeschweißt. Diese positive Energie konnten wir in den Finaleinzug umwandeln.“ Einen besonderen Dank richtet Andergassen an die „Pusterer“ Fans: „Das war unser fünftes Jahr in der ICE-Hockey League und der Zuschauerdurchschnitt liegt auf konstant hohem Niveau. Das spricht für die Arbeit des Vereins und die große Begeisterung der Fans.“ Hierfür könne man sich nur bedanken.

  • Die Reaktion der HCP-Spitze

    Präsident Erich Falkensteiner sah am gestrigen Abend kurz nach dem Abpfiff im großen Ganzen auch vor allem das Positive: „Wer hätte vorher gedacht, dass wir ins Finale kommen? Jetzt sind wir enttäuscht, wir werden eine schlechte Nacht haben und schon bald in die nächste Saison starten,“ meinte er.

  • Große Enttäuschung: Nach dem Spiel waren die HCP-Cracks sichtlich niedergeschlagen. Foto: Iwan Foppa/ HC Falkensteiner Pustertal
  • Bei Sportdirektor Patrick Bona überwog in der ersten Reaktion hingegen der Ärger: „Dass wir alle vier Spiele der Finalserie verloren haben und in jedem Spiel mindestens fünf Gegentore hinnehmen mussten, das spiegelt meiner Meinung nach nicht die Partien wider. Aber wenn man die Tore nicht macht, dann kriegt man sie eben. Die Grazer haben den Meistertitel verdient.“ Aber auch er betont, dass man in ein paar Tagen realisieren werde, was die Mannschaft in dieser Saison Außergewöhnliches geleistet hat.