Wirtschaft | Fernpass-Blockade

Der Fernpass macht den Brenner

Die Blockade des Brenners macht offenbar Lust auf mehr. Am Samstag wird der Fernpass für zwei Stunden gesperrt.
qwesy qwesy, Wikimedia

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Grund der Sperren sind zwei angemeldete Versammlungen von Bürgerinitiativen im Bezirk Reutte und im Bezirk Imst. Sie blockieren den Pass beziehungsweise die über ihn führende Straße (B179) am kommenden Samstag (27. Juni) von 10 bis 12 Uhr zwischen Reutte und Nassereith. Der Protest richtet sich gegen den stetig zunehmenden Verkehr auf einem der meistbefahrenen Alpenpässe und den geplante Fernpasstunnel.

 

Die Fahrt von Innsbruck nach Kempten ist über den Fernpass 150 Kilometer lang, über die Inntalautobahn via Kufstein, Rosenheim und München sind es 300 Kilometer.

 

Der Fernpass ist ein rund 1.200 Meter hoher Gebirgspass in Nordtirol, der Imst mit Reutte verbindet und im weiteren Sinne Innsbruck mit dem Allgäu und Südwestdeutschland. Die Fahrt von Innsbruck nach Kempten ist über den Fernpass 150 Kilometer lang, über die Inntalautobahn via Kufstein, Rosenheim und München sind es 300 Kilometer. Da zieht man die gut ausgebaute Passstraße gern der Autobahn vor. Was zu regelmäßigen Staus vor allem in der Urlaubszeit führt. Das geht zulasten der Anwohner.

Über den Fernpasstunnel wird seit seit Jahren geredet und ebenso lange gestritten. Geplant ist ein 1.360 Meter langer Scheiteltunnel für den Straßenverkehr, der 160 Millionen Euro kosten soll (Stand 2023). Offiziell rechnet das Land Tirol mit Baubeginn Ende 2026 und Inbetriebnahme 2029.

„Großräumig umfahren“

Doch bis es soweit ist bleibt der Fernpass ein Nadelöhr, auf dem der Verkehr oft mehr steht als fährt, nicht nur am Tag der Blockade.

Das Land Tirol empfiehlt, die Fernpassroute den ganzen Tag über zu meiden oder großräumig zu umfahren. Es gibt auch keine Ausnahmen für Anrainer, nur Einsatzfahrzeuge dürfen die Sperren passieren. Für Reisende gilt ein Abfahrtverbot, auch das nahe Hahntennjoch ist für sie gesperrt.

Als Alternativen bieten sich der Arlberg und der Brenner an. Eine weitere Sperre ist für den 1. August geplant, ebenfalls ein Samstag.

Die Umweltschutzgruppe Vinschgau und der Dachverband für Natur- und Umweltschutz unterstützen die Fernpass-Blockaden: „Aus Vinschgauer und Südtiroler Sicht sind die Entwicklungen am Fernpass genauso bedeutend wie am Brenner. Ein weiterer Ausbau des Fernpasses würde nämlich die bereits sehr hohe Verkehrsbelastung auch bei uns im Vinschgau deutlich erhöhen. Die länderübergreifenden Zug- und Busverbindungen müssen unbedingt weiter ausgebaut und verbessert werden. Der Güterverkehr ist auf die Schiene zu verlagern.“