Antholz wartet noch
Dieser Artikel ist für dich kostenlos. Unabhängiger Journalismus in Südtirol braucht aber deine Unterstützung. Wir würden uns daher freuen, wenn du ein SALTO Abo abschließen würdest. Vielen Dank!
Jetzt S+ abonnierenFast zwei Monate nach dem Abgang der Mure in Antholz steht das Ausmaß der Schäden am Biathlon-Zentrum fest. Die Reparatur einiger Räume im Gebäude Nord soll laut dem Präsidenten des Biathlon Weltcup Komitees, Lorenz Leitgeb, schätzungsweise 1,5 Millionen Euro kosten. Davon betroffen sind ein Ausschankbereich, die Küche, Lagerflächen, Technikräume, der Mittelspannungstransformator sowie Toilettenanlagen.
Einen Teil der Kosten übernehmen die Versicherungen der Gemeinde und des Betreibers. Die Deckungssumme werde aber wahrscheinlich nicht vollständig reichen, so Leitgeb. Die Reparatur soll bis Dezember abgeschlossen sein, denn im Jänner startet der Weltcup. Der Ticketverkauf dafür deckt einen Großteil der laufenden Kosten für den Betrieb der Anlage. Im Falle einer Lücke bei der Finanzierung der Reparaturarbeiten könnte die Gemeinde mit der jährlichen Konzessionsgebühr von rund 170.000 Euro aushelfen, sagt der Antholzer Bürgermeister Thomas Schuster.
Die genaue Summe möchte der Betreiber nicht verraten.
Zudem sei noch etwa ein Drittel der Zahlung für die Austragung der Olympischen Winterspiele 2026 ausständig. Dabei handle es sich vor allem um Personalkosten und Dienstleistungen, die das Antholzer Weltcup-Komitee für die Stiftung Milano-Cortina übernommen hatte, erklärt Lorenz Leitgeb. Die genaue Summe möchte der Betreiber nicht verraten. Thomas Schuster nennt die Übernahme dieser Aufgaben durch das Biathlon Weltcup Komitee „eine wichtige und mutige Entscheidung“. An anderen Veranstaltungsorten sei die Stiftung Milano-Cortina selbst Betreiber gewesen und hätte die Anlagen anschließend wieder an die Infrastrukturgesellschaft SIMICO übergeben.
Leitgeb zeigt sich zuversichtlich, dass die ausstehende Summe in den kommenden zwei Monaten zurückerstattet wird. Die Zuversicht dürfte wohl auch daher kommen, dass der Staat am 17. September 150 Millionen Euro per Dekret an die Stiftung Milano-Cortina übertragen hat. Das derzeitige Defizit beläuft sich auf rund 310 Millionen Euro. Der Ausgleich müsste bis zum 31. Dezember 2026 geschehen, denn mit Ende des Jahres wird die Stiftung aufgelöst. Für die verbleibende Summe müssen die Regionen und Provinzen aufkommen, der Anteil für Südtirol liegt dafür bei rund 5 Millionen Euro.
Gefahr gebannt?
Bei der Frage, wie die Anlage vor weiteren Muren geschützt werden soll, verweist Antholz' Bürgermeister Schuster auf den Gefahrenzonenplan. Darin scheint das Biathlon-Zentrum als nicht gefährdet auf. „Steinschlaggefahren und Lawinen wurden durch Olympia verbessert, dadurch konnte man die Zonen rückstufen. Von der Wassergefahr war diese Zone nie betroffen, die damalige Überprüfung hatte die Schutzdämme als ausreichend eingestuft.“ Die Simulationen für die Gefahrenzonenplanung müssten allerdings erneuert werden, sagt Schuster. Durch die Gletscherschmelze hätte sich nämlich auch der Startpunkt der Ereignisse verlagert, wodurch mehr Material ins Tal gelangen könnte. Zusätzlich wurde der unterste Schutzdamm im Zuge der Aufräumarbeiten nach der Mure um acht bis zehn Meter erhöht.
„Die Maßnahme wird auf jeden Fall reichen, um das Biathlonzentrum zu schützen. Andere Infrastrukturen wie zum Beispiel die Landesstraße könnten aber in Gefahr sein.“
Der Bürgermeister ist überzeugt, dass die Schäden deutlich gravierender ausgefallen wären, wenn die anderen Schutzdämme nicht vorhanden gewesen wären: „Die Maßnahme wird auf jeden Fall reichen, um das Biathlonzentrum zu schützen. Durch die Nähe zum Antholzer Bach und zum Antholzer See könnten morgen aber andere Infrastrukturen wie zum Beispiel die Landesstraße in Gefahr sein.“
Weitere Artikel zum Thema
SALTO-Artikel in der Google-Suche bevorzugt anzeigen lassen
Das Biathlon-Stadion in…
Das Biathlon-Stadion in Antholz ist ein Fass ohne Boden, aber das Land Südtirol hat ja Geld genug, um jeden Unsinn zu finanzieren - was leider auf Kosten sinnvoller Projekte geht.