Mach mal, Mama!
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Neulich kam ich mit einer Bundesdeutschen ins Gespräch, die mit Partner und Kind nach Südtirol gezogen war. Herrlich sei es hier, meinte sie, die Lebensqualität fantastisch, aber eine Sache stelle sie doch vor ein Rätsel: „Zwölf Wochen Sommerferien und Unterrichtsende um eins – wie macht ihr das?“ Auf diesen Schocker beziehungsweise die kargen Betreuungsangebote sei sie nicht vorbereitet gewesen. Liebe Frau, wollte ich ihr sagen, wir mögen hier zwar eine wunderbare Landschaft haben, tippitoppi Freizeitangebote und einen Rekord-Haushalt nach dem anderen einfahren (wie man nicht müde wird zu betonen) – ja, wir sind die geilste Region Europas, aber was die Kinderbetreuung anbelangt, da sollten wir uns schleunigst eingraben.
Möglich ist das Ganze nur durch das altbewährte Konzept der beinah ausnahmslos weiblichen Selbstzerfleischung: Frau arbeitet Teilzeit, um die Kids nachmittags zu betreuen oder herumzukutschieren, dreht regelmäßig durch, wenn die Sommerbetreuungslotterie eröffnet ist, und versucht nicht an die Altersarmut zu denken. Oder Frau arbeitet gar „nicht“ (also unbezahlt Vollzeit zuhause), schenkt sich den Stress mit der Sommerbetreuung (laut Allianz der Familie gibt es nur für 40 % der Kinder zwischen null und drei Plätze, bei den Älteren sieht es nicht viel besser aus) und versucht noch viel weniger an ihre finanzielle Abhängigkeit und die Altersarmut zu denken. An die sie aber regelmäßig mahnend erinnert wird („Frauen, kümmert euch um die Rente!“, auch das noch), als geschähe das bloß aus Nachlässigkeit und nicht aus Alternativlosigkeit, ohne dass sich aber die Umstände nennenswert verbessern würden. Wie mehr arbeiten, wenn die Betreuungsplätze knapp bleiben? Als Die Zeit neulich einen Artikel zum Thema mit „Kinder und Vollzeitjob? Selbstverständlich. Außer in Deutschland“ überschrieb, konnte ich mich kaum zwischen lachen und plärren entscheiden. Die Autorin hatte sich offensichtlich nicht bis zu uns durchgefragt. Es gibt einen Grund, wieso Schulfreundinnen es vorziehen, im Ausland zu bleiben: Als Eltern Vollzeit arbeiten ist hier die Ausnahme und meist nur mit der tatkräftigen Unterstützung durch Oma und Opa möglich.
Der Rekordhaushalt würde eh nur noch rekordiger, wenn mehr Frauen an ihre Arbeitsplätze zurück könnten.
Wie sehr wir hingegen bei den verheißungsvollen Teilzeitmodellen hinterherhinken, in denen beide Elternteile gleichermaßen sowohl zuhause als auch beruflich zum Zug kommen, das zeigt sich tragikomisch im als hochprogressiv angepriesenen Beispiel eines Vaters, der einen Tag in der Woche (einen! uno! one!) zuhause bleibt, um Hausarbeit und Kinder zu stemmen. Natürlich, einer ist besser als gar keiner, was immer noch die Norm darstellt, aber es bleiben halt einige Nachmittage übrig. Da nützt es auch nix, wenn Landesrätin Magda Amhof freudestrahlend von 15 (!) neuen Kita-Plätzen für die Kinder von Landesangestellten berichtet: Es wird kaum jemanden zum frohgemuten Kindermachen verleitet haben. Damit sich etwas daran ändert, muss sich endlich jemand wirklich dafür zuständig fühlen und mehr machen, als das Landeskindergeld um die „halbe Pizza“ erhöhen oder Konzepte in Aussicht zu stellen (Stichwort: 5-Tage-Mensa), die dann nicht verwirklicht werden.
Verlängerte Öffnungszeiten im Kindergarten sind ein Anfang, lösen aber nicht die Crux mit den langen Sommerferien und der Nachmittagsbetreuung der Schulkinder. Dabei, Ideen für neue Modelle gibt es genug, das Geld ist auch da, und der Rekordhaushalt würde eh nur noch rekordiger, wenn mehr Frauen an ihre Arbeitsplätze zurück könnten. Wenn andere Länder es hinkriegen, wieso nicht auch wir, wo wir doch sonst auch immer der Klassenprimus sein wollen? Diesen Ehrgeiz sollten die Entscheidungsträger haben. Und wir Frauen den Zorn, das nicht mehr hinzunehmen.
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Mit der gegenwärten Lohn-Runde den Kindergarten-Tanten endlich ähnliche Jahres-Arbeits-Zeiten verordnen, wie andere Frauen leisten die deutlich weniger verdienen!
Hier werden drei Themen…
Hier werden drei Themen angesprochen, zu denen ich einige Anregungen geben möchte:
1. Die fehlende „Betreuungskontinuität“ übers Jahr ist für Eltern ohne entsprechende finanzielle oder familiäre Ressourcen in der Tat eine Belastung. Es ist in der Tat nicht zeitgemäß, dass es im Sommer so wenig Betreuungsangebote gibt.
2. Es stimmt auch, dass Frauen mehr unbezahlte Care-Arbeit leisten. Hier liegt der schwarze Peter aus meiner Sicht in der Steuergesetzgebung: Wenn ich z.B. meine Frau einstellen würde und für ihre Arbeit bei den Kindern (sie ist gerade in Karenz) bezahlen würde, käme das Finanzamt zu mir und würde mir vorwerfen, ich würde meine Frau nur einstellen, um Steuern zu sparen. Ja wäre das denn so verkehrt?!
So lange Politiker diesen Missstand nicht ändern, nehme ich keinen Politiker ernst, der über unbezahlte Care-Arbeit jammert und übers ach so böse Patriarchat jammert.
3. Ich habe aufgrund unserer Kinder auch in den letzten Jahren Teilzeit (20h/Woche) gearbeitet, bevor ich wieder in die reine Selbstständigkeit gewechselt bin und muss sagen, dass die Teilzeit-Anstellung belastender war als jetzt die Selbstständigkeit, mit teilweise längeren Arbeitszeiten, dafür aber deutlich flexiblerer Zeiteinteilung. Das Problem ist, dass Teilzeitmodelle sehr stark von der Branchenrealität abhängig sind.
Die Betreuung und vor allem…
Die Betreuung und vor allem Erziehung von Kindern obliegt nun mal den Eltern.
Dass diese aber in Zukunft auch genügend Kinder haben werden dies stellt auch für den Staat eine gewisse Aufgabe dar.
Und da wurde es bisher versäumt die sog. care-Arbeit als ein gesamtgesellschaftliches Anliegen zu verstehen, die zumindest für die Rentenabsicherung der Arbeit die für die Allgemeinheit geleistet wird, zu sorgen hat. Denn Kindererziehung und evtl. Altenbetreuung sind dann eben DIE ARBEIT die Menschen (nicht nur Frauen) dann in dieser Zeit machen und da im gesamtgesellschaftlichen Interesse auch entsprechend entlohnt werden muss. Da kann man anstatt über allerhand Zuschüsse über Familiensplitting oder andere Steuererleichterungen nachdenken, zumal diese care-Arbeit im Leben der Menschen eh zeitlich begrenzt ist.
Dafür spart man sich den ganzen Wust an Betreuungseinrichtungen , wobei die Stellschraube auch an den übermäßig langen Sommerferien angesetzt werden muss, wobei eine de facto Verlängerung des Schuljahres durch den Einsatz von Lehrern gewährleistet werden könnte.
Aber es geht nicht um die benachteiligten Mütter. Der Mensch soll dem Staat mit seiner Arbeitskraft von der Wiege bis zur Bahre ununterbrochen zur Verfügung stehen. Die lästige care Arbeit übernimmt auch der Staat schon im Babyalter von frühmorgens bis spätabends.
Das Füreinanderdasein in den Familien wir zunehmend ausgelagert.
Dabei gibt es kein Einnahmeproblem in Südtirol, denn solange wir es uns leisten können darüber nachzudenken wie wir Einnahmen begrenzen können( Bettenstop) haben wir eher ein Ausgabenproblem für Nicht-Produktives anstatt die Ausgaben für Produktive care -Arbeit zu verwenden.
Bei der Förderung der…
Bei der Förderung der Wirtschaft sitzt seit der DURNWALDER/KOMPATSCHER-REGIERUNG das GELD sehr locker!
Da wird geschaufelt bis ganz Südtirol im Stau steckt + der Schuler-Betten-Stop-Murgs wird vom Walcher -v e r - e d e l t- ... ...???
Für die un-bezahlte-care-Arbeit, könnten sich unsere selber über-versorgenden Politiker auch einmal -e t w a s- einfallen lassen!
Die Pflege von Menschen, die ihre Selbstständigkeit Zeit-weise oder ganz verloren haben, sowie für Raumpfleger aber auch der Mittelstand, wird mit seit 2018 verfallenen Kollecktiv-Verträgen bis zur Armuts-Grenze geklemmt ...!
Das war unter Magnago + Deeg Nr. 1 noch wesentlich anders ...!