Film | Film der Woche

Gondeln, Schafe, Gletscherflöhe

Otto Guggenbichlers Film „ Gondeln, Schafe, Gletscherflöhe“ zeigt das Schnalstal der 70er im Wandel: Zwischen bäuerlicher Tradition und dem Aufbruch in den Skitourismus.
Gondeln, Schafe, Gletscherflöhe
Foto: Otto Guggenbichler
  • In unserer Reihe „Film der Woche“ präsentieren wir diesmal Otto Guggenbichlers Dokumentation „Gondeln, Schafe, Gletscherflöhe“ (1976/77). Der Film fungiert als wertvolles Zeitdokument über das Schnalstal in einer Phase des radikalen Wandels. Guggenbichler porträtiert eine Welt an der Schnittstelle zwischen überlieferter Bergbauernrealität – in der Stromanschluss und Wohlstand auf vielen Höfen noch keine Selbstverständlichkeit waren – und dem touristischen Aufbruch durch den Bau der Schnalstaler Gletscherbahn, initiiert von Leo Gurschler. 

    Mit dem treffenden Begriff der „Stiefkinder Europas“ beschreibt der Regisseur die damalige soziale Lage der Bergbauern eindringlich. Ein besonders charmantes, musikalisches Zeitzeugnis sind dabei die „Gletscherflöhe“, eine Kinder-Volksmusikgruppe, die das Erbe des Tales bewahrte. Dieses Werk aus dem Projekt „Bewegtes Leben“, das uns freundlicherweise vom Amt für Film und Medien zur Verfügung gestellt wurde, lädt dazu ein, über den historischen Balanceakt zwischen Tradition und Moderne in unserer Region nachzudenken. 

  • Gondeln, Schafe, Gletscherflöhe Otto Guggenbichler
    (c) Otto Guggenbichler