Gesellschaft | Sole 24 Ore

Bozen für Junge im alten Italien

Bozen bietet die höchste Lebensqualität für Italiens junge Menschen. So heißt es in der Studie des „Sole 24 Ore“, die beim Festival dell’Economia vorgestellt wurde.
INDAGINE IL SOLE 24
Foto: Ufficio stampa PAT
  • Bozen ist Italiens Provinz mit der höchsten Lebensqualität für junge Menschen. Das geht aus der neuen Ausgabe der Erhebung „Qualità della vita per fasce d’età“ des Sole 24 Ore hervor, deren erste Ergebnisse heute beim Festival dell’Economia in Trient vorgestellt wurden. Neben Bozen sticht auch Trient hervor: Die Nachbarprovinz belegt sowohl im Index für ältere Menschen als auch in jenem für Jugendliche den zweiten Platz, landet in Bezug auf das Angebot für Kinder jedoch nur auf Rang 13.

    Die Spitzenplätze: Florenz ist laut den ersten Daten die Provinz, in der Kinder am besten leben. Bozen führt die Rangliste für junge Menschen an. Triest liegt bei der Lebensqualität älterer Menschen vorne. Trient wiederum bestätigt sich als besonders stark bei Jugendlichen und Senioren.

    Auch mit seiner Nachwuchsrate liegt Bozen mit 1,55 Kindern pro Frau in der Studie vorn. Bei den Jugendlichen wiegt vor allem die Beschäftigungsfrage schwer. Die nationale Geburtenrate sinkt auf 1,14 Kinder pro Frau, das Durchschnittsalter der Mütter bei der Geburt steigt auf 32,7 Jahre. Gleichzeitig gehen die Eheschließungen zurück. Immer mehr Menschen leben allein, während der Verbrauch von Antidepressiva zunimmt. Auch im Bildungsbereich gibt es Warnsignale: Die Invalsi-Tests zeigen, dass 44 Prozent der Schülerinnen und Schüler unzureichende mathematische Kompetenzen aufweisen; bei den sprachlichen Kompetenzen sind es 39,9 Prozent.

    Ergänzt wird die Erhebung durch eine qualitative Umfrage des Instituts Eumetra in Zusammenarbeit mit der Fondazione Fair. Befragt wurden tausend junge Menschen zwischen 18 und 35 Jahren. Das Bild: Eine Generation, für die Arbeit und Einkommen wichtig bleiben, aber nicht mehr allein im Zentrum stehen. Psychische Gesundheit, Beziehungen und freie Zeit werden zunehmend als zentrale Faktoren für Lebensqualität genannt. 

    Der Demograf Alessandro Rosina sprach in Trient von einem Phänomen, das Italien zunehmend prägt: dem „degiovanimento“, also dem fortschreitenden Verschwinden junger Menschen. Dieser Rückgang verlaufe jedoch nicht überall gleich. Einige Gebiete könnten junge Menschen anziehen, andere verlieren sie. Gleichzeitig steige der Anteil älterer Menschen weiter. Daraus entstünden demografische Ungleichgewichte, auf die Politik und Gesellschaft dringend reagieren müssten.