Umwelt | Hitzeschutz

Mehr Grün statt Asphalt

Der Meraner Gemeinderat hat einen Antrag der Grünen zur Entsiegelung einstimmig angenommen. Der Sandplatz soll zum ersten Projekt werden.
Der Sandplatz: soll innerhalb der aktuellen Legislatur entsiegelt werden. Bild: Hannes Prousch

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Meran will versiegelte Flächen künftig systematischer zurückbauen. Der Gemeinderat hat am Mittwoch einen Beschlussantrag der Grünen Stadtliste zur Entsiegelung einstimmig angenommen. Damit soll die Stadt noch in der laufenden Legislatur konkrete Maßnahmen gegen die zunehmende Versiegelung öffentlicher Flächen setzen.

Unter Entsiegelung versteht man den Rückbau von Asphalt, Beton oder anderen wasserundurchlässigen Oberflächen. Stattdessen sollen Böden wieder Wasser aufnehmen können und wo möglich begrünt werden. Gerade im städtischen Raum spielt das auch beim Umgang mit sommerlicher Hitze eine Rolle: Versiegelte Flächen speichern Wärme, während Bäume, Grünflächen und offene Böden zur Kühlung beitragen können.

Konkret sieht der angenommene Antrag vor, verbindliche Leitlinien zur Entsiegelung im kommunalen Entwicklungsprogramm zu erarbeiten. Städtische Flächen sollen schrittweise nach ökologischen Kriterien entsiegelt werden, wobei auch die Bevölkerung einbezogen werden soll. Bei der Neugestaltung öffentlicher Räume, Parks und Schulhöfe sollen Entsiegelungsmaßnahmen künftig vorrangig berücksichtigt werden.

Grüne Stadtliste: soll innerhalb der aktuellen Legislatur entsiegelt werden. Grüne

Sandplatz als Referenzprojekt

Ein erstes konkretes Beispiel soll der Sandplatz liefern. Dieser soll noch innerhalb der laufenden Legislaturperiode mit einem stärkeren Fokus auf Begrünung, Beschattung und Kühlung neugestaltet und damit zum Referenzprojekt für weitere Eingriffe werden.

Der Beschluss fügt sich in eine Reihe von Maßnahmen ein, mit denen sich Meran derzeit auf höhere Temperaturen und Hitzewellen vorbereitet. Erst Mitte September stellte die Stadt eine erstmals erarbeitete Kartierung der Schattenbereiche entlang wichtiger Fußwege vor. Grundlage sind LiDAR-Daten aus dem europäischen Projekt JUSTNature. Die Karte zeigt unter anderem, welche Fußwege besonders stark der Sonne ausgesetzt sind und wo bereits mehr Schatten vorhanden ist.

Die Kartierung Teil des geplanten Hitzeschutzplans. Auf ihrer Grundlage will die Verwaltung Prioritäten für Anpassungsmaßnahmen festlegen, etwa für zusätzliche Bäume, sogenannte kühle Wege oder eine hitzeresilientere Gestaltung öffentlicher Räume. Die Arbeiten sind Teil des Meraner Aktionsplans für nachhaltige Energie und Klima (SECAP) 2020–2030, erklärt Stadträtin Antonella Costanzo.

„Es geht hier auch um soziale Gerechtigkeit: Entsiegelung ist Klimapolitik und Sozialpolitik in einem.“

Für die Grüne Stadtliste hat die Entsiegelung neben dem Klimaaspekt auch eine soziale Dimension. Menschen ohne eigenen Garten oder Balkon, Fußgänger:innen und Kinder auf asphaltierten Schulhöfen seien hohen Temperaturen stärker ausgesetzt, argumentiert die Liste.

„Die einstimmige Annahme ist ermutigend, aber sie ist erst der Anfang“, sagt Gemeinderätin Julia Dalsant. „Wir werden dranbleiben und sicherstellen, dass aus diesem Beschluss konkrete Projekte werden.“ Meran müsse hitzefester werden. „Es geht hier auch um soziale Gerechtigkeit: Entsiegelung ist Klimapolitik und Sozialpolitik in einem.“ In den vergangenen Monaten hatte die Grüne Stadtliste zudem Bürger:innen dazu aufgerufen, Fotos von stark versiegelten Orten und Plätzen in Meran einzuschicken. Die gesammelten Beispiele wurden nach Angaben der Grünen im Gemeinderat gezeigt und sollen nun an Umweltreferentin Antonella Costanzo übergeben werden.

(do)

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