Uni-Aus in Bruneck stößt auf Kritik
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Der Universitätsstandort Bruneck soll geschlossen werden – SALTO hat berichtet. Das sorgt für laute Kritik aus dem Pustertal. Die Junge Generation in der SVP (JG) spricht von einem „massiven Rückschritt“ für die Region und warnt vor langfristigen Folgen für Bildung, Wirtschaft und Lebensqualität in der Region. In einer Presseaussendung heißt es: „Gerade in einer Region wie dem Pustertal, die stark vom Tourismus geprägt ist, braucht es praxisnahe akademische Ausbildung direkt vor Ort – und nicht deren Abwanderung in die Landeshauptstadt.“
Kritik kommt nicht nur von dem JG-Bezirksvorsitzenden Matthias von Wenzl, sondern auch von Bezirkspräsident Robert Steger, der Landtagsabgeordneten Waltraud Deeg und dem SVP-Bezirksobmann des Pustertals Meinhard Durnwalder.
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Stärkendes statt Standortschließung
Konkret soll zunächst der Masterstudiengang im Tourismusmanagement auslaufen, wenig später auch der Bachelor in Tourismus-, Sport- und Eventmanagement. Damit verliere Bruneck einen zentralen akademischen Standort, kritisiert die JG. „Anstatt den Standort aufzugeben, hätte man gezielt Maßnahmen setzen müssen, um ihn zu stärken“, heißt es.
„Der Standort Bruneck hat vielen jungen Menschen ein Studium überhaupt erst ermöglicht.“
Besonders kritisch sieht die Organisation den Verlust junger Köpfe. Der Standort Bruneck habe vielen jungen Menschen ein Studium überhaupt erst ermöglicht, da sie weiterhin zu Hause wohnen konnten. Angesichts der hohen Wohnkosten in Bozen sei das ein entscheidender Faktor gewesen, so die JG. Mit der Verlagerung drohe nun eine zusätzliche Hürde für Studieninteressierte aus dem Pustertal und anderen ländlichen Gebieten.
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Matthias von Wenzl: befürchtet den Verlust junger Menschen und eine Schwächung des Wirtschafts- und Lebensraums Pustertal. Foto: Matthias von Wenzl Junge Generation JGDoch die Kritik geht über den Bildungsbereich hinaus. „Das schwächt den gesamten Wirtschafts- und Lebensraum nachhaltig“, warnt der JG-Bezirksvorsitzende Matthias von Wenzl.
Unterstützung kommt auch aus dem Burggrafenamt. JG-Burggrafenamt-Vorsitzender Hannes Wieser fordert nicht nur den Erhalt des Standorts Bruneck, sondern auch einen Ausbau universitärer Angebote im Land. Als möglicher zusätzlicher Standort wird etwa Meran ins Spiel gebracht, wo ausreichend Flächen zur Verfügung stünden und die Anbindung an Bozen gegeben sei.„Das eigentliche Problem ist nicht mangelndes Interesse, sondern schlechte Rahmenbedingungen.“
Anstatt Standorte abzubauen, sollen laut JG die Stellschrauben in der Wohnpolitik angezogen werden. Das eigentliche Problem sei nicht mangelndes Interesse, sondern schlechte Rahmenbedingungen. Mit gezielten Investitionen in Studentenheime – nach dem Vorbild Innsbrucks – ließe sich die oft zitierte „kritische Masse“ an Studierenden erreichen. Leistbarer Wohnraum sei letztlich eine Frage des politischen Willens.
Rückendeckung erhält diese Kritik auch aus der Politik. Bezirkspräsident Robert Steger, Landtagsabgeordnete Waltraud Deeg und SVP-Bezirksobmann Meinhard Durnwalder sprechen sich klar gegen die Verlagerung aus. Der Hochschulstandort Bruneck sei „für das Pustertal und eine ausgewogene Landesentwicklung von zentraler Bedeutung“. Gerade in einer der tourismusstärksten Regionen Südtirols brauche es eine enge Verbindung von Wissenschaft und Praxis vor Ort. Zudem sei die Maßnahme nicht im Vorfeld mit dem Bezirk abgestimmt worden, wohingegen bei einer Entscheidung mit solcher Tragweite ein frühzeitiger Dialog notwendig gewesen wäre.
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