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Von Musk bis Johanna d'Arc

Kino zwischen Südtirol und Katalonien: Das 39. Bolzano Film Festival Bozen präsentiert vom 10. bis 19. April ein Programm voller Entdeckungen und starker Frauenporträts.
Filmfestival Bozen 2026
Foto: Marion Gamper
  • Der Präsident des Filmclubs, Luigi Loddi, und der künstlerische Leiter des BFFB, Vincenzo Bugno, gaben heute (25. März 2026) einen umfassenden Überblick über das Programm der 39. Ausgabe des Bolzano Film Festival Bozen (BFFB). Das Publikum darf sich vom 10. bis 19. April auf eine Mischung aus internationalem Anspruch und lokaler Verwurzelung freuen.

     

    Vincenzo Bugno und sein Team haben für uns Filme ausgewählt, deren Bilder und Geschichten uns überraschen und mitreißen werden.

     

    Eine wesentliche Neuerung in diesem Jahr ist die Expansion der Filmtage auf andere Austragungsstätten in Bozen. Erstmals wird das Teatro Cristallo als Spielstätte mit über 400 Plätzen einbezogen. Für Luigi Loddi ist dies ein entscheidender Schritt „Vincenzo Bugno und sein Team haben für uns Filme ausgewählt, deren Bilder und Geschichten uns überraschen und mitreißen werden. Zehn Tage lang können wir diese Filme gemeinsam mit denen sehen, die sie konzipiert und geschaffen haben. Das ist eine der Freuden, die das Festival bietet, und in diesem Jahr nicht nur in unserem historischen Sitz, sondern auch im Teatro Cristallo, um die Stadt noch stärker an der Atmosphäre und den Möglichkeiten dieser Veranstaltung teilhaben zu lassen.“ 

    Vincenzo Bugno unterstreicht, dass die Entscheidung für das Teatro Cristallo Teil einer Strategie sei, neue Orte der Stadt einzubeziehen und „Kultur im Dialog mit der Topografie Bozens zu denken“. 

  • Fokus auf „Hybride Territorien“ und starke Frauen

    Foto: Salto

    Für Bugno ist die Beziehung zwischen Film und Geografie essenziell. Er sieht ein großes Potenzial in der Südtiroler Geschichte, die zwar „ein bisschen kompliziert“ sei, aber gerade deshalb filmisch wertvoll. „Unsere internationale Haltung spielt eine wichtige Rolle, wenn wir von filmischer Kunst sprechen. Das heißt, die Auseinandersetzung mit allen möglichen dokumentarischen Formen, oder wir befassen uns intensiv mit hybriden Territorien. Das bedeutet weder Fiction, noch Doku und das ist mittlerweile weltweit sehr verbreitet“, so der künstlerische Leiter. Als roten Faden des diesjährigen Programms hob er zudem die Bedeutung starker Frauen der Filmgeschichte hervor. 

     

    Wir bewundern Ottavia Piccolo zutiefst. 

     

    Das Festival ehrt 2026 zwei herausragende Künstlerinnen für ihre Filmkarriere. Über die Schauspielerin Ottavia Piccolo äußert sich die Festivalleitung voller Hochachtung „Wir bewundern Ottavia Piccolo zutiefst. Sie ist nach wie vor ein Teil der Geschichte des italienischen und europäischen Kinos, Fernsehens und Theaters. Seit Beginn ihrer Karriere im Alter von 11 Jahren hat sie einen bleibenden Eindruck auf alle hinterlassen.“ Gezeigt wird der Film „Metello“ (1970), für den sie in Cannes als beste Darstellerin ausgezeichnet wurde. 

    Zum Film „Metello“: Ende des 19. Jhd. baut sich der junge Metello nach dem Verlust seiner Eltern ein neues Leben auf. Er heiratet Ersilia, bekommt einen Sohn und engagiert sich politisch, was zu seiner Verhaftung und Flucht führt. Im Exil hat er eine Affäre mit einer Lehrerin, mit der er eine Tochter zeugt, doch schließlich erkennt er, dass sein Platz zuhause bei Ersilia ist. 

  • (c) Mauro Bolognini

  • Ebenso wird das avantgardistische Gesamtkunstwerk von Ulrike Ottinger gewürdigt, deren Werdegang Bugno als von „unschätzbarem Reichtum“ beschreibt. Ihr Werk ziehe sich quer durch alle Bereiche von der Malerei bis zum Film. Zu sehen ist unter anderem „Johanna D’arc of Mongolia“

    Zum Film „Johanna D’arc of Mongolia“: Der Film beginnt auf der Transsibirischen Eisenbahn, einem beweglichen Mikrokosmos der europäischen Zivilisation. Vier Frauen setzen ihre Reise auf der Transmongolischen Eisenbahn fort, wo mongolische Reiterinnen den Zug anhalten. Von einer mysteriösen Prinzessin entführt, reisen sie mit ihrer Karawane durch die weiten Landschaften der Inneren Mongolei

  • Foto: Fimfestival Bozen
  • Lokale Relevanz: Andreas Pichler und Elon Musk

    Ein besonderes Highlight für das lokale Publikum ist der neue Film des Südtiroler Regisseurs Andreas Pichler: „Elon Musk Unveiled – The Tesla Experiment“

    Zum Film: Zum ersten Mal wirft dieser Film einen Blick hinter die Kulissen von Musks Imperium. Enge Vertraute, Whistleblower und Tesla-Führungskräfte sprechen mit bemerkenswerter Offenheit. Ihre Aussagen legen verborgene Daten und vertuschte Mängel im Wettlauf um autonome Fahrzeuge frei – ein Rennen, in dem ungezügelter Ehrgeiz Menschenleben gefährdet und das den mächtigsten Titanen der Big Tech herausfordert. 

  • (c) Andreas Pichler

  • Abgerundet wird das Programm durch die Sektion Focus Katalonien, die die formale Experimentierfreude einer der dynamischsten Regionen Europas beleuchtet. Mit der Sektion LiLi – Little Lights (unter anderem der Film „Gioia mia“) lädt das Festival zudem erstmals gezielt Familien ins Wochenendprogramm ein.

    Das Bolzano Film Festival Bozen findet vom 10. bis 19. April statt. Infos dazu gibt es unter: Bolzano Film Festival Bozen - BFFB - Bozen.