Von Gfrill zur Potzmauer Hütte
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Jetzt S+ abonnierenDie Wanderung von Gfrill (1.330 m) zur Hütte Potzmauer (Rifugio Potzmauer, 1.289 m) führt in landschaftlich reizvollem Gelände an der südöstlichen Grenze zur Nachbarprovinz Trentino über einen breiten, bewaldeten Rücken, der das Etschtal vom Trentiner Cembratal trennt. Auf idyllischen Wegen geht es von Gfrill durch ruhige Wälder und Moore des Naturparks Trudner Horn zur schön gelegenen und gut bewirtschafteten Potzmauer Hütte und auf einem anderen Weg wieder zurück, dabei wechseln wir öfters die Provinzgrenzen, weshalb er von den Einheimischen „Grenzsteig“ genannt wird. Teilweise sind wir auf dem E5 unterwegs, dem Europäischen Fernwanderweg. Wegen der Höhenlage, der geringen Steigung und der schattigen Waldabschnitte ist es eine ideale Sommerwanderung, auf halber Strecke lockt zudem eine zünftige, rustikale Wirtschaft mit typischer Trentiner Kost, wenn das nicht gute Gründe sind!
Infos in Kürze
Lange Tageswanderung in einer Höhenlage von 1300 bis 1500 m, auch im Sommer auf Grund der Höhenlage gut geeignet.
Schwierigkeit: mittel
Startpunkt: Gfrill oberhalb von Salurn
Strecke: 14 km
Gehzeit: 4:40 h
Auf- und Abstieg: 502 m
Anfahrt + Parkplatz: Mit dem PKW zum Parkplatz in Gfrill
Es gibt auch den Bus 127 nach Gfrill, die wenigen Fahrtzeiten pro Tag sind nicht besonders günstig, Abfahrt in Salurn wäre um 7:15 Uhr, der nächste erst um 11 Uhr. Fahrplan für den Bus unter suedtirolmobil.info.
Zum Wegverlauf
Wir starten vom Bergdörfchen Gfrill, hoch über der Etschtalsohle, auf 1300 m. Am Parkplatz finden wir Wegweiser, denen wir bergauf ostwärts in Richtung Horn Alm folgen. Nach 20 Minuten Gehzeit, der Weg dreht langsam nach Süd und wird jetzt eben, bleiben wir an einer Wegteilung rechts, auf der Markierung Nr. 28 (Richtung Grauno, das wäre ein Dorf im Cembratal). Nach weiteren 20 Minuten Gehzeit, bei einer weiteren Wegteilung, folgen wir den Wegweisern La Lot, dann Lac del Vedes. Beim Lac del Vedes handelt es sich um ein Hochmoor, das als Biotop ausgewiesen ist. Bis hierher von Gfrill sind wir gute zwei Stunden unterwegs. Vom Biotop schlängelt sich ein Waldsteig bergab zum Sattel „Passo della Cima“ (1358 m) einst ein viel begangener Übergang vom Cembratal nach Salurn im Etschtal. Die Bauern aus dem Cembratal hatten auf den steilen Talflanken nur wenig Weidegründe, weshalb sie im Sommer ihr Vieh auf die höher gelegenen Almen auftrieben.
Längs der Strecke treffen wir auf Lichtungen mit den alten Almhütten, manche wurden in neuerer Zeit zu Ferienhäuschen umfunktioniert. Im Wald entdecken wir verfallene Hütten und überwucherte, aufgelassene Wiesen. Ab dem Übergang sind es nur mehr 10 Minuten Gehzeit und wir sind am Etappenziel, dem Rifugio Potzmauer, das auf einer großen Wiesenlichtung an einer mächtigen Linde liegt, angelangt. Nach verdienter Einkehr machen wir uns auf den Rückweg, dabei folgen wir den Markierungen E5 vom Europäischen Fernwanderweg. Einmal breit und sonnig, dann wieder als schmaler, manchmal felsiger Waldweg, dann als Forstweg, bringen uns die Wegweiser in zwei Stunden nach Gfrill zurück. Kurz vor Gfrill machen wir noch an einer Kneippanlage mit Liegewiese, Wasserparcours, Brunnen und Kneippbecken eine kurze Rast, bevor wir im Fichtenhof, einem schönen Landgasthof, den Wandertag mit einer letzte Kuchenpause ausklingen lassen.
Lac del Vedes
Am Weg treffen wir auf das Hochmoor Lac del Vedes machen, ein besonderes Naturkleinod und Biotop. Holzstege ermöglichen den Zugang, sie sind auch ein guter Platz für eine Zwischenrast, ausführliche bebilderte Infotafel erklären das Leben im Moor. Das Hochmoor Lac del Vedes, auf ca. 1.500 m Höhe gelegen, gilt als eines der schönsten, wertvollsten und am besten erhaltenen Torfmoore im gesamten Trentino. Es ist als geschütztes Biotop eingestuft und wird oft als „Schatzkammer der Biodiversität“ bezeichnet. Es handelt sich um ein Jahrtausende altes Torfmoor, das aus einem langsam verlandenden eiszeitlichen Gletschersee entstanden ist. Über die Jahrtausende hinweg haben sich hier meterdicke Torfschichten aus verrotteten Pflanzenresten angesammelt. Durch den sauren, nährstoffarmen Boden wächst hier eine extrem spezialisierte Vegetation. Dazu gehören dichte Teppiche aus seltenen Torfmoosen sowie hochspezialisierte Sumpfpflanzen wie der Fieberklee und der fleischfressende Sonnentau, der hier in großen Beständen vorkommt.
Der Sonnentau
Sind Sie Vegetarier? Dann könnte Ihnen der Sonnentau sympathisch sein! Der Sonnentau (Drosera) ist eine winzige Pflanze, die auf nährstoffarmen Moorböden überlebt, indem sie Insekten fängt. Die runden, kaum einen Zentimeter im Durchmesser großen Blätter sind mit roten, drüsigen Härchen besetzt. An den Spitzen sitzen glänzende, klebrige Schleimtropfen, die wie Morgentau wirken. Winzige Insekten werden vom Glanz angelockt, bleiben kleben und werden von Enzymen lebendig verdaut. Die Pflanze braucht den Insekten-Fang, um darüber ihren zusätzlichen Mineralstoff- und Stickstoffbedarf zu decken, den sie über die Wurzeln nicht bekommen kann. Auf diese Weise hat der Sonnentau auch kaum Konkurrenz, andere Pflanzen können auf dem sauren Moorboden nicht wachsen.
Einkehrtipp
Rifugio Potzmaur
Großes, rustikales Berggasthaus. Etappenstützpunkt am Fernwanderweg E5. Typische Trentiner Küche: Polenta, gegrillte Würste „Lucaniche“, Schmelzkäse, gepökeltes Rindfleisch „Carne Salada“ mit braunen Bohnen, Brettljausen. Vom 20. 6. - 20. 9. täglich geöffnet, zu anderen Zeiten an den Wochenenden. Tel. 347 2251788, 347 8821414. Mail: [email protected].
Fichtenhof
Pension und Restaurant in Gfrill, bekannt für die Küche von Frau Ingrid, in der viel Gemüse und Kräuter aus dem großen Garten kommen. An Sonntagen gibt es meist Polenta aus dem Kupferkessel. Verführerische Kuchen und Torten. Terrasse mit schöner Aussicht übers Etschtal, Tische im Freien.