Wirtschaft | Klimawandel

Bauernbund fordert mehr Speicherbecken

Der Verband arbeitet mit der Landesregierung an einer Wasserstrategie: Da es häufiger zu Starkregen kommt, müsse dieses Wasser für Trockenperioden gespeichert werden.
Daniel Gasser: Der Obmann des Bauernbunds fordert mehr öffentliche Gelder für Modernisierung und Bau von Speicherbecken. Bild: Seehauserfoto

Dieser Artikel ist für dich kostenlos. Unabhängiger Journalismus in Südtirol braucht aber deine Unterstützung. Wir würden uns daher freuen, wenn du ein SALTO Abo abschließen würdest. Vielen Dank!

Jetzt S+ abonnieren

Die Hitze und Trockenheit in diesem Sommer haben insbesondere in der Berglandwirtschaft zu Ernteeinbußen geführt. Aber auch im Obst- und Gemüsebau war das Wasser zeitweise knapp. Da solche Sommer künftig häufiger vorkommen werden, fordert der Südtiroler Bauernbund ein kluges Wassermanagement und einen raschen Ausbau der Speicherkapazitäten.

Südtirol sei nach wie vor ein wasserreiches Land. Allerdings ist das Wasser im Jahresverlauf unregelmäßig verteilt. Während es bei Starkniederschlägen – und diese werden künftig häufiger auftreten – größtenteils ungenutzt abfließt, fehle es während Hitze- und Trockenperioden. 

Heuarbeit: Die anhaltende Hitze und die ausbleibenden Niederschläge haben zu weniger Ernte geführt. Seehauserfoto

Um die Wasserverfügbarkeit sicherzustellen, fordert der Bauernbund deshalb Investitionen in die Wasserspeicherung. „Wir müssen sowohl bestehende Anlagen modernisieren und erweitern als auch rasch neue Speicherbecken bauen, um die Wasserversorgung der Landwirtschaft künftig zu sichern und damit auch die Lebensmittelproduktion“, so Bauernbund-Landesobmann Daniel Gasser.

Ausdrücklich begrüßt der Bauernbund die Umsetzung eines Landesplans für ein strategisches Wassermanagement, wie ihn die Landesregierung offenbar vorgesehen hat. Eine Arbeitsgruppe, an der unter anderem auch der Südtiroler Bauernbund mitarbeitet, erhebt derzeit die Ist-Situation, analysiert den Bedarf und entwickelt Maßnahmen zur Sicherung der Versorgung in der Landwirtschaft.

Raschere Genehmigungen notwendig

Um die Bewässerung optimal an die klimatischen Veränderungen anzupassen, brauche es geeignete Rahmenbedingungen und daher schnellere Genehmigungsverfahren für Speicherbecken. Auch die Eintragung in den Bauleitplan und die Genehmigung des Projekts sollten in einer einzigen Prozedur erfolgen und nicht in mehreren getrennten Verfahren. Für kleinere Eingriffe sollte eine einfache Mitteilung ausreichen. Außerdem seien Förderbeiträge für neue Anlagen und die Modernisierung von Speicherbecken notwendig. 

Ebenso wichtig sei es, rechtliche Hürden für die Mehrzwecknutzung von Strukturen zu beseitigen: So müsse beispielsweise bei Bedarf Wasser aus hydroelektrischen Anlagen für die Bewässerung genutzt werden können. Denkbar sei beispielsweise eine Kombination von Bewässerung und Stromerzeugung oder die Nutzung von Wasser aus Speicherbecken für den Zivilschutz – wie etwa beim Waldbrand im vergangenen Jahr oberhalb von Latsch. Auch für die Trinkwasserversorgung könnten Speicherbecken in bestimmten Fällen genutzt werden, wie das Beispiel am Ritten zeige. (al)