Umwelt | Klimawandel

Mehr Planung fürs Gas-Aus

Der Klima Club Südtirol fordert von Land und Gemeinden mehr Kommunikation, Förderung und Planung für den Ausstieg aus Gasheizungen.
Immo Wegmann/Unsplash

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Südtirol will nach dem Klimaplan der Landesregierung bis 2040 klimaneutral sein. Der Klima Club Südtirol kritisiert in diesem Zusammenhang in einer Pressemitteilung die mangelnde Kommunikation von Land und Gemeinden zum Ausstieg aus fossilen Heizungen und fordert eine frühzeitige Information sowie Unterstützung beim Umstieg auf erneuerbare Wärme. „Der rechtzeitige, strategisch geplante Ausstieg aus fossilen Energien ist dringend erforderlich, macht uns freier, steigert die lokale Wertschöpfung, schafft lokale Arbeitsplätze und verhindert soziale Ungerechtigkeiten“, so der Klima Club. 

 

„Der Gasverbrauch im Land ist seit 2010 nahezu unverändert geblieben.“

 

Nach Ansicht des Klima Clubs habe der Iran-Krieg in den vergangenen Monaten die Folgen der Abhängigkeit von fossilen Energien wie Erdgas und Erdöl erneut deutlich gemacht. Deswegen müsse „Heizen mit Strom und Biomasse aus Südtirol oberste politische Priorität werden“, betont der Klima Club Südtirol. 

Um das Ziel des Klimaplans Südtirol 2040 zu erreichen, müsste man in 14 Jahren nahezu vollständig auf die Verbrennung von Gas verzichten. Nach Angaben des Klima Clubs ist der Gasverbrauch im Land seit 2010 nahezu unverändert geblieben. Verantwortlich dafür seien aus Sicht des Vereins unzureichende politische Rahmenbedingungen.

Der Gasverbrauch in Südtirol ist seit 2010 nahezu unverändert: Quelle: Bollettino Petrolifero; Datenaufbereitung und -darstellung: Eurac Research Klima Club Südtirol

Der Klima Club Südtirol verweist darauf, dass die EU-Richtlinie 2024/1788 Gasnetzbetreiber bei sinkendem Erdgasbedarf zur Ausarbeitung von Stilllegungsplänen verpflichtet. Während die Richtlinie in Italien bereits umgesetzt wurde, fehle eine entsprechende Planung in Südtirol bislang. Unter Berufung auf eine Fraunhofer-Studie warnt der Verein, dass Haushalte mit Gasheizung bis 2045 allein aufgrund steigender Netzkosten mit jährlichen Mehrkosten von 3.000 bis 4.000 Euro rechnen müssten.

Um die Klimaziele zu erreichen, fordert der Klima Club Südtirol eine Kommunikationskampagne von Land und Gemeinden, die vom Einbau von Gasheizungen abrät, sowie eine gezielte Optimierung der Förderung des Umstiegs auf erneuerbare Heizsysteme. Zudem müssten bürokratische Hürden – insbesondere in Mehrfamilienhäusern, im Dienstleistungssektor und in der Hotellerie – abgebaut und das Beratungsangebot auf Gemeindeebene ausgebaut werden. Darüber hinaus spricht sich der Verein für kommunale Wärmepläne aus, um festzulegen, wie in den kommenden Jahrzehnten in den Gemeinden geheizt werden soll.

Der Klima Club Südtirol betont, dass sich die Auswirkungen der Klimakrise noch begrenzen ließen, dafür aber deutlich größere Anstrengungen notwendig seien.