Wirtschaft | Wasserkraft

Bürgermeister will Alternative prüfen

E-Werk St. Moritzen im Ahrntal: Bürgermeister Josef Nöckler zeigt sich gegenüber der Protestbewegung gesprächsbereit und erinnert an ein altes Projekt in der Schublade.
Die Ahr bei Sand in Taufers: Der Bürgermeister will ein Projekt prüfen, das zum Teil im Schutzgebiet liegen würde. Bild: Agentur für Bevölkerungsschutz

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Der Bürgermeister von Sand in Taufers Josef Nöckler (Bürgerliste Taufers 2010) reagiert auf die Kritik der Protestbewegung gegen das geplante Großkraftwerk St. Moritzen. Durch die Neuvergabe der Konzession des bestehenden E-Werks haben Alperia Greenpower und ein Pragser Hotelier im laufenden Wettbewerb Vorschläge für die Erweiterung eingebracht. 

„Sollte eine Konzession vergeben werden, hat die Gemeinde die Pflicht sich aktiv einzubringen.“

„Die Gemeindeverwaltung nimmt die Bedenken und Sorgen der Protestbewegung sehr ernst und unterstützt ihre Anliegen ausdrücklich. Der Schutz der Ahr und ihrer Biodiversität muss Vorrang haben. Ein Ausbau des E-Werks darf nicht zulasten der Wasserressourcen und des ökologischen Gleichgewichts gehen“, erklärt Nöckler und zeigt sich für Gespräche mit der Initiativgruppe „SOS Ahr“ bereit. 

Heute hält die Gemeinde 51 Prozent an den Anteilen der Konsortial GmbH des E-Werks. „Sollte eine Konzession vergeben werden, hat die Gemeinde die Pflicht sich aktiv einzubringen, um die Interessen der Anrainer bestmöglich zu wahren“, so der Bürgermeister von Sand in Taufers. Über eine mögliche finanzielle Beteiligung und deren Finanzierung zu sprechen, sei aber verfrüht. 

Josef Nöckler: Der Bürgermeister will sich noch nicht festlegen. Bürgerliste Taufers 2020

Die Gemeindeverwaltung vertrete die Position, dass Kraftwerke nicht in bewohnten Gebieten und damit auch nicht innerhalb eines Dorfes errichtet werden sollten. Die Konzession wird aber letztendlich vom Land vergeben. „Dabei erwarten wir, dass die Anliegen der Gemeinde und der betroffenen Anwohner entsprechend berücksichtigt werden. Gleichzeitig gibt es ein Alternativprojekt aus dem Jahr 2007, das aus meiner Sicht ernsthaft geprüft und in die weiteren Gespräche einbezogen werden sollte“, sagt Nöckler.

Das 2007 vorgelegte Projekt sieht im Gegensatz zu den Vorschlägen der Bewerber vor, dass der Druckstollen nicht direkt am Wohngebiet verlegt wird, sondern weit oberhalb der Siedlung. Die Bauarbeiten würden dann nicht im bebauten Zentrum stattfinden, aber zum Teil im Schutzgebiet der Ahr. Damit könnte die rote Zone der „Dr. Daimerstraße“ wegen Hochwasser im Gefahrenzonenplan aufgehoben werden. Die vorgelegten Pläne für Investitionen in das E-Werk St. Moritzen schließen derzeit einen Eingriff im Schutzgebiet der Ahr aus.