Noble Gärten und Gäste
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Jetzt S+ abonnierenMorgen eröffnet László Krasznahorkai – Nobelpreisträger für Literatur 2025 – die 41. Literaturtage Lana, die, „bei aller Diagnose unserer zitternden Gegenwart“, wie die Bücherwürmer aus Lana mitteilen, einem Motto Friedrich Nietzsches folgen: „die Gärten, also die Schönheit der Welt nicht zu vergessen! Diese liegt, nicht zuletzt, in der Kraft der poetischen Sprache und in der philosophischen und politischen Kategorie des Muts.“ Der Titel lautet dementsprechend: „Und vergesst mir die Gärten nicht ...“
Krasznahorkai war bereits 1993 Gast in Lana gewesen. Über drei Jahrzehnte später zeigen die Literaturtage am Freitag außerdem den Film „Die Werckmeisterschen Harmonien“ von Béla Tarr, der auf der Grundlage des frühen Romans Krasznahorkais entstand. Dabei geht es um Vorgänge in einem abgeschiedenen ungarischen Dorf, in dem unheilvolle Ereignisse geschehen.
Und noch ein Film! Am 13. September wird ein weiterer Film, „Sátántangó“ (1994), beim Festival Transart zu sehen sein, erneut ein Meisterwerk des ungarischen Regisseurs Béla Tarr, basierend auf dem Roman von László Krasznahorkai. Der Film schildert – in zwölf Kapiteln und langen Schwarz-Weiß-Sequenzen – die letzten Tage einer vergessenen Gemeinschaft, die in Armut, Stagnation und zerbrochenen Hoffnungen lebt.
Wir bleiben in ungarischen Gefilden, kehren aber wieder zurück zur literarischen Gartenschau nach Lana. Auch Zoltán Danyi, Angehöriger der ungarischen Minderheit in Serbien, knüpft an die Thematik der Gärten an.
Sein „Rosenroman“ ist „ein sprachliches Kunstwerk von pochender Dringlichkeit, ist der Lebensbericht eines Erzählers, der, dem Kriegsdienst entgangen, auf der Rosenfarm seines Vaters arbeitet.“ Zoltán Danyi wird im Schallerhof am 28. August (18 Uhr) aus dem „Rosenroman“ (aus dem Ungarischen von Terézia Mora) lesen. Es moderiert Cornelius Hell.
Am Samstag geht es im Schallerhof um 11 Uhr los. Christine Vescoli moderiert das Gespräch mit der Schriftstellerin Anja Utler. Im Fokus steht „das sich über einen längeren Zeitraum entfaltende Gefühl der Trauer als prägendes Gefühl einer Zeit, in der die Menschen sich in zunehmender Schärfe dem Verlust von Lebewesen, von Bewohnbarkeit und Gerechtigkeit aussetzen und ausgesetzt sehen.“
Knapp vor 12 Uhr wird die serbische Dichterin, Theater- und Drehbuchautorin Milena Marković die Lesebühne (Moderation: Snežana Lalatović) im Schallerhof betreten. Nach ihr liest ab 12.30 Uhr Stanisław Kalina Jaglarz aus Polen, „eine der wichtigsten queeren Stimmen des Landes, die die Grenze zwischen den Geschlechtern ebenso durchlässig macht wie die zwischen Mensch und Natur.“ Die Moderation übernimmt Dagmara Kraus.
Der Samstagabend beginnt mit einem Vortrag und einem Gespräch zwischen Klaus Hartig und der Literaturwissenschaftlerin Eva Geulen. Es geht um Mut, Kraft und Imagination bei Nietzsche bis Hannah Arendt. Zum Abschluss serviert Literatur Lana eine Lesung des Langgedichts „alphabet“ von Inger Christensen (1935–2009), entstanden einst „aus tiefster Verunsicherung und gleichsam als Rettungsakt.“ Ihr Jahrhundertgedicht tragen die Schauspielerinnen Julia Wieninger und Alberta von Poelnitz vom Deutschen Schauspielhaus Hamburg vor.
Aber Achtung! „Und vergesst mir die Gärten nicht ...“
Mehr Informationen finden Sie hier: Literatur Lana