Sportprojekte spielen vorne mit
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Zwischen 30.000 und 60.000 Euro wurden jeweils von den 15 teilnehmenden Gemeinden zur Verfügung gestellt, am letzten Wochenende haben die Jugendlichen – im Alter zwischen 14 und 25 Jahren – abgestimmt. Florian Pallua, Projektleiter des TURBO-Jugendhaushalts, zieht insgesamt ein positives Fazit. Er zeigt sich „sehr zufrieden, vor allem mit der Arbeit, die die Gemeinden und das TURBO-Team geleistet haben“. Gleichzeitig ordnet Pallua die Ergebnisse vorsichtig ein: „Da es sich um die erste Initiative dieser Art handelt, bei der Jugendliche über öffentliche Gelder entscheiden konnten, betrachte ich die Wahlbeteiligung als Startpunkt“, meint der Projektleiter.
Im Schnitt haben 22,3 % der Wahlberechtigten jungen Menschen in den Gemeinden mitabgestimmt. Schluderns erreichte mit rund 40 % den Höchstwert.
„Es war uns wichtig, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Ideen einzubringen.“
Grundsätzlich werde die Bedeutung von Jugendbeteiligung zwar von vielen betont, so Pallua, in der politischen Praxis fehle ihr jedoch oft noch das nötige Gewicht – nicht zuletzt, weil junge Menschen weniger mobilisiert seien und keine starke Lobby hätten.
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Die Siegerprojekte
Die Wahl gewonnen haben vor allem Projekte mit dem Schwerpunkt Sport.
In fünf Gemeinden haben Volleyballfeld-Projekte gewonnen und in vier Gemeinden soll ein Fitnessstudio neu gebaut oder umgebaut werden.
In St. Martin im Passeier ist ein Pumptrack geplant, in Vahrn ein Padelplatz und in Schluderns ein kleiner Klettergarten.
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Terlan ist eine der wenigen Gemeinden, in der das Budget sogar zur Verwirklichung zweier Projekte beitragen kann: Nicht nur die diesjährige Ausgabe der Terlano summer nights soll mit Live-Musik und kulinarischer Verpflegung erweitert werden, auch die Verschönerung des Fischerteichs in Siebeneich kann mitfinanziert werden. Dort soll mit einem kleinen Café, einem Spielbereich und einer Slackline ein attraktiver Treffpunkt für Einheimische und Radfahrende entstehen.
„Gerade angesichts der niedrigen Partizipation von Jungwählerinnen und Jungwählern war es uns wichtig, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Ideen einzubringen“, sagt Magdalena von Dellemann, die Vizebürgermeisterin von Terlan.
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Was sagen die Jugendlichen selbst?
Die 16-jährige Sophie aus Schluderns zeigt sich begeistert vom Jugendhaushalts-Projekt: „Das war eine tolle Gelegenheit für uns junge Menschen, selbst zu entscheiden, welche Projekte mit dem Geld der Gemeinde finanziert werden.“ Ihre Freundin Sarah, ebenfalls 16 und aus Schluderns, hebt hervor, dass dadurch konkrete Angebote für junge Menschen entstehen. „Ich würde das nächste Mal auf jeden Fall wieder mitabstimmen“, sagt sie.
Auch der 17-jährige Kevin aus Algund sieht einen wichtigen Mehrwert: „Ich glaube, das Positive ist, dass junge Menschen überhaupt gehört werden – und auch wissen, dass ihre Stimme zählt.“
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Lob und Kritik
„Falls das Projekt weitergeht, denke ich schon, dass unsere Gemeinde wieder mit dabei wäre“, meint Carolin Götsch, Mitglied des Jugendbeirats von St. Martin im Passeier. Sie findet, dass die Inhalte durch anschauliche Videos und verständliche Erklärungen gut an die Jugendlichen herangetragen wurden. Auch der Wahlprozess wird von ihr als unkompliziert bewertet, vor allem die Online-Abstimmung ermöglichte eine einfache Teilnahme.
„Junge Menschen sind nicht gewohnt, dass sie in diesem Ausmaß mitentscheiden können.“
Kritisch sahen einige Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinden bei der Präsentation der Siegerprojekte die kurze Wahlzeit: Hätte man anstatt nur zwei Tage eine ganze Woche lang wählen können, wäre die Wahlbeteiligung höher gewesen.
Andere wiederum würden sich mehr Transparenz wünschen: Wie setzt sich die Jury zusammen, die die Projekte bewertet, und nach welchen Kriterien wird entschieden? Es wäre wichtig zu wissen, warum Projekte angenommen oder abgelehnt werden. Das TURBO-Team erklärte, das gesammelte Feedback in die weiteren Überlegungen einbeziehen zu wollen.
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Blick in die Zukunft
Ob es eine Fortsetzung des Projekts geben wird, ist noch offen. „Wir warten noch auf die Bewertung der Politik und des Amtes für die Jugendarbeit“, erklärt Pallua. „Anschließend entscheiden wir gemeinsam, ob wir in diese Richtung weiterarbeiten möchten oder nicht.“
Das TURBO-Team sehe das Projekt als einen langfristigen Prozess, denn „junge Menschen sind nicht gewohnt, dass sie in diesem Ausmaß mitentscheiden können“, so Pallua. Entsprechend brauche es Zeit, um eine echte Beteiligungskultur zu entwickeln. Die jetzigen Erfahrungen seien für ihn vor allem ein Anfang, auf dem sich weiter aufbauen lasse.
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Solange Partizipation im patriarchalisch-konservativen Südtiroler MachtpolitikKontext nicht als Bereicherung der Demokratie, sondern als Bedrohung der hierarchischen, sozialen und kulturellen Stabilität wahrgenommen wird, wirds bei von- oben-herab-freundlich-erlaubten Projekt|en bleiben... Augenhöhe anstreben, liebe junge Leute -
scheut den Konflikt nicht!
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